20. Juli 2026 – 82 Jahre nach dem Attentat – haben wir aus der Geschichte gelernt?

Senden. Der 20. Juli ist in Deutschland der offizielle Gedenktag für den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Der Friedenskreis Senden veranstaltet am 20. Juli ab 20 Uhr im Alten Zollhaus eine Lesung des Textes von Matthias Brandt „Nein sagen“. Es liest Werner Bußmann, der in Senden und der Region durch sein starkes soziales Engagement bei der Hilfsorganisation Roter Keil oder in der Jugendarbeit bekannt ist. Zudem ist er aktives Mitglied in einer Theatergruppe und Lesepate in einem Sendener Kindergarten.
„Nein sagen“ von Schauspieler und Autor Matthias Brandt basiert auf einer vielbeachteten Rede, die er am 20. Juli 2025 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee hielt. Darin erinnert er an die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus – zu denen auch seine eigenen Eltern, Rut und Willy Brandt, gehörten. Das sehr persönliche Buch ist ein flammendes Plädoyer für Zivilcourage, Demokratie und die Notwendigkeit, dem heutigen Rechtsextremismus klar und unmissverständlich entgegenzutreten. Es geht ihm vor allem darum, im Alltag Haltung zu zeigen, nicht wegzusehen und „Nein“ zu sagen, bevor demokratische Grundwerte weiter unter Druck geraten.

ARCHIV – Der Schauspieler Matthias Brandt, aufgenommen am 10.09.2009 in Berlin im Admiralspalast bei einer Buchvorstellung. Der 48-Jährige ist in den kommenden Monaten mehrfach in TV- Krimi-Serien zu sehen. Im Leipziger Tatort „Absturz“ (14. März 20.15 Uhr ARD) spielt er einen alleinerziehenden Architekten, dessen Sohn bei einer Flugschau tödlich verunglückt. Zudem wird Brandt neuer Ermittler beim «Polizeiruf 110» aus München. Foto: Jens Kalaene dpa/lbn (zu dpa-Interview vom 12.03.2010) +++(c) dpa – Bildfunk+++

Eigentlich wollte er sich aus der Politik heraushalten. Doch als der Schauspieler Matthias Brandt im vergangenen Jahr eingeladen wurde, eine Rede zum Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 zu halten, sagte er zu. Nun ist daraus ein beeindruckendes Buch entstanden.

Eigentlich wollte sich Matthias Brandt aus der Politik heraushalten. Doch als der Schauspieler im vergangenen Jahr eingeladen wurde, eine Rede zum Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 zu halten, sagte er zu. Nun ist daraus ein beeindruckendes Buch entstanden.Und die darin verarbeitete Rede kann nachgelesen werden.

Klappentext im Buch

Angesichts der neuen Bedrohung der Demokratie durch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erinnert der Schauspieler Matthias Brandt an den Mut der Widerstandskämpfer und -kämpferinnen gegen das NS-Regime, zu denen auch seine Eltern gehörten. Matthias Brandt hielt 2025 eine denkwürdige Rede zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee – dem Ort, an dem viele der Beteiligten an dem Attentat gegen Adolf Hitler hingerichtet wurden. Als Sohn des Emigranten und späteren Bundeskanzlers Willy Brandt und seiner Frau Rut nahm Matthias Brandt die Rede zum Anlass, aus heutiger Sicht über den Mut und die Motive der Verschwörer des 20. Juli und vieler anderer Widerstandskämpfer:innen, zu denen auch die eigenen Eltern gehört hatten,  nachzudenken und auch sich selbst über notwendige Konsequenzen aus der Geschichte zu befragen. Den Ausschlag, sich mit diesem, auf seiner Rede basierenden Buch politisch zu äußern, gaben für Matthias Brandt die bedrohliche Wiederkehr des Rechtsextremismus und die Wahlerfolge der AfD.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.04.2026

Rezensent Joachim Käppner empfiehlt das Buch von Matthias Brandt, das der Schauspieler auf Grundlage seiner Rede zum Gedenktag des gescheiterten Attentats auf Hitler verfasste. Laut Käppner ist es ein sehr persönliches Plädoyer geworden für Rechtstaatlichkeit und Demokratie und das Nein-Sagen gegen die Sprachverrohung und den Rechtspopulismus. Indem Brandt sich seiner Eltern erinnert, antifaschistische Widerstandskämpfer alle beide, verortet er sich selbst und schafft sich einen Standpunkt, erläutert Käppner. Lohnende Lektüre für alle Demokraten im Schockzustand und auch für diejenigen Konservativen, die sich der AfD annähern.

 

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