Raus aus der Routine – „weiter so“ geht nicht. Wir können alle nachhaltiger leben! Einladung zum Vortrag.

Petra – unsere Klimaschutzmanagerin

Liebe Agenda 21 Senden Mitglieder,

auf diesem Wege lade ich Euch herzlich zu einer Vortrags – und Diskussionsveranstaltung ein.

Dr. Michael Kopatz vom Wuppertalinstitut für Klima, Umwelt und Energie:

 „Raus aus der Routine!“

 Mittwoch, 14.11.2018 in Olfen im Leohaus, Bilholtstr. 37

17:30 Uhr Einlass mit Getränkeangebot und kleinem Imbiss

18:30 Uhr Vortrag und Diskussion

Worum geht´s?

Routinen sind überlebenswichtig. Sie helfen uns, den Alltag zu bewältigen. Doch wir können es uns nicht mehr leisten, einfach wie in der Vergangenheit weiterzumachen. Wichtig ist es, Routinen zu hinterfragen, zu durchbrechen.

Schon in seinem Buch „Ökoroutine“ hat Michael Kopatz gezeigt, dass umweltfreundliches Verhalten nicht durch moralische Appelle entsteht. Erwünschtes, nachhaltiges Verhalten zur Routine zu machen und dies dem Verbraucher zu erleichtern – dies kann durch die Änderung  von Strukturen und Verhältnissen geschehen. Der Wandel zur Nachhaltigkeit kann sich verselbständigen, wenn höhere Standards für alle gelten und Limits und Obergrenzen definiert werden.

Und trotzdem ist auch der Verbraucher direkt gefragt: „Raus aus der Routine“.

Über 80 Prozent der Bundesbürger begrüßen artgerechte Tierhaltung. Doch nur wenige entscheiden sich an der Ladentheke dafür. Ein Grill darf auch mal 800 Euro kosten, darauf liegen nicht selten die Würstchen zum Dumpingpreis. Wir sind es gewohnt mit solchen Widersprüchen zu leben.

Kollektiv wollen wir den Wandel, individuell möchten nur Wenige den Anfang machen. Es ändert sich wenig, weil sich die Menschen benachteiligt fühlen, wenn sie »allein« auf den Flug oder das Auto verzichten oder sich einschränken.

Herr Kopatz zeigt in seinem bildreichen und eindringlichen Vortrag deutlich: wir können nachhaltiger leben, ohne uns tagtäglich mit Klimawandel und Massentierhaltung befassen zu müssen.

Im Anschluss an den Vortrag bleibt Zeit für Diskussionen und Austausch zur Thematik. Menschen/Vorreiter, die ihre Routine oder Lebensweisen geändert haben, berichten von ihren Erfahrungen. Dies können Kleinigkeiten im alltäglichen Leben sein.

Ich würde mich freuen, Euch dort zu sehen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Um Anmeldung bis zum 12. November 2018 unter www.energieagentur.nrw/oekoroutine wird gebeten oder kontaktiert mich direkt. Weitere Informationen entnehmt bitte dem Flyer.

Bitte leitet die Informationen an andere Interessierte und an die weiter, deren Adresse ich nicht habe.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Petra Volmerg

Klimaschutzmanagerin

Gemeinde Senden

Tel.  02597 699-318

Fax. 02597 699-666

p.volmerg@senden-westfalen

www.senden-westfalen.de

 

Wegwerfverhalten – Warum ändern wir das nicht?

Von finnish eye – korle lagoon, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15233960

Kennen Sie Agbogbloshie?

Nein, werden viele von uns sagen.
Agbogbloshie ist der Name eines Stadtteils der ghanaischen Millionenmetropole ACCRA. Soweit wäre das kaum erwähnenswert, wenn nicht dort nördlich der Haupteinkaufszone direkt an einer Lagune eine riesige Mülldeponie auch für Elektroschrott existieren würde, auf der (ja Sie haben richtig gelesen) nicht an, sondern auf der ca 40000 Menschen leben, deren Überlebenskampf daraus besteht, unseren Müll und vor allen Dingen unseren Elektoschrott versuchsweise zu recyclen. Diese Versuche sind nicht organisiert und werden von den Menschen dort völlig unsachgemäß ausgeführt. Das ist nicht die Schuld der Menschen vor Ort. Die Recyclingversuche werden teilweise mit bloßen Händen über offenen Feuern gemacht. Dass dabei hochgiftige Dämpfe entstehen, ist den meisten Menschen vor Ort zwar bekannt, aber da dieser hauptsächlich aus Europa stammende Elektroschrott illegal durch mafiaähnliche kriminelle Organisationen eingeführt wird, haben die Menschen dort keine Möglichkeit, andere nicht gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze zu bekommen, denn solche Arbeitsplätze existiere dort kaum. Die Leute gehen aus dem Willen zu Überleben das Risiko ein, durch ihre Arbeit an unserem Schrott zu erkranken und auch zu sterben. Aber nicht erst in hohem Alter, sondern schon vor dem 60. Lebensjahr. Auf der Müllkippe organisieren Menschen ihr Leben weitestgehend selbst, ohne Krankenversorgung und finanzielle Unterstützung von niemandem.
Sehenswert dazu der Film über diese Müllkippe in Agbogbloshie: „Welcome to Sodom“.
Aber vorsicht: das Anschauen dieses Filmes „Welcome to Sodom“ kann bei dem Betrachter zu unkontrollierten Reaktionen führen wie z. Beispiel Wut auf sich selbst und unser Wegwerfverhalten. Noch schlimmer wäre es ja, wenn es Betrachter geben würde, die sich zukünftig engagieren würde, da was zu ändern.
Das Motto: „welcome to heaven“
Wir fordern als Erstmaßnahmen:
# durch UN und EU Gelder für den Aufbau von Recyclingfabriken zu sorgen
# durch Schutzkleidung und geschützte Arbeitsstellen die Gesundheit der Menschen in den neu zu schaffenden Recycling Unternehmen zu sichern
# durch die Bezahlung von an dem BIP Ghanas orientierten fairen Löhnen Menschen von der  Müllkippe wegzubekommen
# durch den Einsatz nur von dringend benötigten Maschinen die Zahl der geschützten und gesunderhaltenden Arbeitsplätze in den Fabriken so lange so groß wie möglich zu halten. Es ist uns klar, dass auf die Dauer durch die technologische Entwicklung ein Einsatz von weiteren Maschinen nicht zu verhindern sein wird, was dann unter Umständen zu Arbeitspaltzverlusten führen kann.
Ziel muss es sein, so schnell wie möglich, die auch durch unseren Müll enstandenen menschenunwürdigen und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen zu beseitigen.
Joachim F. Gogoll

Deutscher Elektroschrott landet in Afrika und macht die Menschen krank

Ich habe mal recherchiert: wie kommt der Elektroschrott nach Afrika? Durch illegale Händler aus Afrika, die sich ein Geschäft erhoffen . Sie brechen in Recyclinghöfe ein und klauen. Sie holen Schrott von alten Leuten. Sie kaufen auf Flohmärkten. Da der Export illegal ist, werden Zöllner ggf. bestochen. Was kann man tun? Möglichst direkte Wege zu legalen Recyclingfirmen wählen und leider: bessere Überwachung, mehr Polizei.

Joachim hat ergänzt: Aber auch hier, wie z. B. auch beim Thema Rüstung, ist wie so oft Geld im Spiel. Das fördert die kriminellen Strukturen. Dagegen lässt sich dann was machen, wenn es gelingt, die Ressourcenverschwendung zu beenden. Wir können aber durch Aufklärung der Leute den Bedarf an recyclefähigen Geräten steigern, so dass irgendwann mal die Chance besteht, dass sich die Größe des E-Mülls so verkleinert, dass die kriminelle Müllverarbeitung und Beschaffung sich nicht mehr lohnt. Zeitgleich müssen die E-Firmen verpflichtet werden, mit ihren Gewinnen z.B. in Ghana Recyclingunternehmen zu fördern, die den Menschen vor Ort die Möglichkeit geben, einen die Gesundheit erhaltenden Arbeitsplatz zu bekommen.
Nachdem mit den Geldern die Unternehmen aufgebaut sind, werden gezielt Arbeitskräfte mit vernünftigen Löhnen angeworben. das Ziel z.B. die Recycler von den unwürdigen Müllkippen abzuwerben. In den Hallen werden diese Menschen mit Schutzanzügen und anderer Schutzausrüstungen ihre Recyclingfähigkeiten anwenden, um dann ohne Gesundheitsrisiko unseren Müll zu bearbeiten. Dabei bist die zweite wichtige Sache, dass ihre Arbeitsplätze weitestgehend erhalten werden müssen.
Daraus folgt für mich:  faire Löhne entsprechen dem BIP des jeweiligen Landes,
gesunde Arbeitsplätze, Anzahl der Arbeitsplätz so lange wie möglich erhalten und nur bei dringender Notwendigkeit zusätzliche Einsatz von Maschinen.

Das ist für mich nur ein erster Ansatz. Es müssen noch mehr Sachen gemacht werden. Das
könnte man verschriftlichen und auf der Agendaseite ggf. auch Attac-COE Seite veröffentlichen.
Die Diskussion ist eröffnet! Was kann jeder Einzelne, was kann man in Senden tun?

Zur Diskussion ein Leserbrief zur Windkraft im Münsterland

Antwort auf einige Leserbriefe, die gegen Windkraft plädieren.

Was die Windkraftgegner gegen Windkraft anführen, kann man subjektiv betrachtet evtl. sogar verstehen. Jedoch, was dem Einen Landschaftsverschandelung ist, gibt dem Anderen ein gutes Gefühl für den Klimaschutz. Wir von der Agenda21Senden sind uns fast sicher, dass vielleicht  in 50 bis 100 Jahren die Windkraft nicht mehr notwendig sein wird, weil es dann andere regenerative und Umweltschonende Energiearten geben wird.

Haben Windkraftgegner und Kohlestrom-Befürworter Recht, wenn sie

– häufige Verwüstungen wegen der Klima-Veränderung

– Überschwemmungen und Zerstörung ganzer Landstriche

– Existenzvernichtungen, Schäden in Milliardenhöhe

– zahllose Verletzte und Tote

in Kauf nehmen, weil sie ein sich drehendes Windkraftwerk im Abstand von 1000 m als störend empfinden?

Und was ist in 50 bis 100 Jahren? Wie sieht dann unsere ach so schöne münsterländliche Parklandschaft aus, wenn wir so weiter machen?

Agenda21Senden

Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier (Kinobesuch)

Am 06.11.2018 läuft ab 19.30 Uhr im Cinema Center Coesfeld der erschütternde Film: „Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“ (über das Leben auf einer Elektroschrotthalde in Afrika).
Die Agenda21Senden fährt mit einem Kleinbus ab Busbahnhof Senden um 18.30 Uhr zu dieser Filmvorführung, einige Plätze zum kostenlosen Mitfahren sind noch frei.
Bei Bedarf werden auch weitere Mitfahrgelegenheiten organisiert.

Zu finden hier: Kommunales Kino 2018

In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Weiterbildung und Kultur – VHS Coesfeld – zeigen wir jeweils am 1. und 3. Dienstag im Monat um 19.30 Uhr und an dem darauffolgenden Sonntag, 11.00 Uhr speziell ausgesuchte Filme zum vergünstigten Eintrittpreis von 5,00 € !

Die Filme werden in regelmäßigen Abständen von einem kommunalen Arbeitskreis ausgewählt.

06.11. + 11.11. – Welcome to Sodom

Arbeitskreis Frieden gibt Orientierungshilfen

Zivile Friedenssicherung ist eine Pflanze, die regelmäßig Pflege braucht.

Der AK Frieden in der Agenda21Senden möchte Ziele zur politischen Programmbildung erarbeiten. Das soll im Frühjahr 2019 konkret werden. Jeder Interessierte kann sich schon einmal einlesen.

Orientierung kann man an anderen Gruppen finden, ein altes Publik-Forum-Dossier kann hier hilfreich sein:

Winfried Nachtwei gab Anstoß für eine neue Friedensinitiative in Senden

Wurzeln gewaltsamer Konflikte

Konkreteres an Beispielen wollte man wissen, Handlungsanweisungen für die eigene friedenspolitische Arbeit wollte man haben, so das Fazit des Vortrags von Winfried Nachtwei in Senden. Winfried Nachtwei hat gezeigt, was schon geht und was noch schwer anläuft. Er hat aufgezeigt, welche Bedeutungszunahme in den letzten Jahren zivile Krisenprävention erfahren hat. Leider erfährt man davon in den Medien wenig. Die Vereinten Nationen müssen in ihrer Friedensarbeit bestärkt werden. Wie man das politisch umsetzen kann, möchte die Sendener Gruppe erarbeiten. Denn im Rahmen sich neu orientierender Parteien sieht man hier ein Handlungsfeld für eine sich neu etablierende Friedensgruppe, die im Rahmen der Agenda-Arbeit politisch Einfluss nehmen möchte.

Ein Workshop könnte mit folgenden Publikationen anfangen zu arbeiten:

Die Vereinten Nationen und ihre zukünftige Rolle: VN-Entwicklung

Beitrag von Winfried Nachtwei in den Arbeitshilfen der deutschen Bischofskonfrenz (S. 17 ff.): DBK_5291.pd (1)

Wetterdaten Oktober 2018 für Senden

Private Messstation in Senden an der Wilhelm-Haverkamp-Straße.

Tabelle für Feinstaub, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck März bis Oktober.

Temperaturdaten ab 2010

Änderungen ab Oktober 2018

In den Dateien habe ich den Link für die Sensebox im Internet aufgenommen.

Auf der Internetseite der Box den Hinweis auf die Seite der Agenda.

gez. W.P.

 

 

Krieg verhindern, Frieden fördern – Vortrag von Winfried Nachtwei am 31. Oktober 2018 im Sendener Rathaus

Winfried Nachtwei                                                          Foto: Stephan Röhl, Creative Commons

Ziemlich genau vor einem Jahr war in Berlin der Tag des Peacekeepers. Eingeladen hatten die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und der damalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. 350 Gäste waren der Einladung gefolgt.  Die meisten waren Teilnehmerinnen und Teilnehmer an internationalen Friedensmissionen – Soldaten, Polizisten und Zivilexperten, außerdem viele Repräsentanten der Ressorts, der Politik und Gesellschaft. Dabei war auch Winfried Nachtwei aus Münster, ehemaliger Bundestagsabgeordneter (1994 bis 2009) und sicherheitspolitischer Sprecher der GRÜNEN. Seit 1980 war er in der Friedensbewegung aktiv. Vorher war er Leutnant der Reserve und Gymnasiallehrer für Geschichte und Sozialwissenschaften in Dülmen. Während seiner Zeit im Parlament war er Mitglied des Verteidigungsausschusses. 2010 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag  arbeitet er als Berater für Friedens- und Konfliktforschung und gilt als Afghanistan-Experte. Zudem ist er Ko-Vorsitzender des Beirats Zivile Krisenprävention des Auswärtigen Amtes und Vorstandsmitglied  der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen. Zur Verleihung des DGVN-Jugend-Friedenspreises 2017 schreibt er: „Die Präsentationen der jungen Frauen und Männer überzeugten und begeisterten mit ihrem menschlichen Engagement und ihrer frohen Professionalität. Lauter junge HoffnungsmacherInnen!“  In seinem Bericht zum Tag des Peacekeepers 2017 bemerkt er: „Wieder kamen bei der Feier zum Tag des Peacekeepers  so viele Friedenspraktiker in verschiedenen Uniformen und Zivil zusammen wie bei keiner anderen Gelegenheit in Deutschland. Es war wieder ein friedens- und sicherheitspolitisches Großereignis. … In den Tagesmedien erreichte die schlechte Tradition der Minimalberichterstattung beim 5. Tag des Peacekeepers aber ihren Tiefpunkt: Es erschien KEIN EINZIGER BERICHT!“

Wegen dieses Defizits ist es ihm jetzt ein Anliegen, über das weite Feld des „Peacekeeping“ zu berichten und aufzuklären. Denn es ist äußerst  interessant und spannend mitzubekommen, was im Bereich der UN-Friedenssicherung alles passiert, und wie erfolgreich dabei unsere zivilen Friedenskämpfer neben der Bundeswehr an vielen Brennpunkten der Welt agieren.

Sein Thema in Senden lautet: „Krieg verhindern, Frieden fördern – Stand und Perspektiven ziviler Konfliktbearbeitung und Peacekeeping.“ Der Vortrag findet am Mittwoch, den 31.10.2018 um 19.30 Uhr im Sendener Rathaus statt.