Fährt Nordkirchen voran? Reallabor in der Nachbarschaft.

„Reallabor für Mobilität im ländlichen Raum“

Fr., 03.08.2018

Nordkirchen fährt voran

Bodo Middeldorf (M.), verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, schaute sich zusammen mit Bürgermeister Dietmar Bergmann (l.) und Klaus Ehling vom Münsterland e.V. in Nordkirchen um.

Wir müssen Mobilität im ländlichen Raum neu denken – das klingt wie eine etwas abgedroschene Floskel. Doch sie umschreibt eine wichtige Herausforderung: Für die Menschen in Gebieten wie dem Münsterland sind funktionierende Konzepte für ein passendes Verkehrssystem immens wichtig.

Wird Nordkirchen Vorbild?

Wegen der Mitfahrerbänke suchen wir nach vorbildlichen Modellen und nach Erfahrungen.

Und der Lastenfahrradverleih steht auch auf dem Programm.

Protokoll der Sitzung vom 8. August 2018

Protokoll der Agenda-Sitzung  am 08.08.18

1. Mobilität

Leihräder

– Herr Bothur betont die große Bedeutung eines möglichen Leihradsystems besonders für die Integration von Flüchtlingen, aber auch für eine bessere Mobilität aller Sendener. Er weist aber auch darauf hin, dass das Konzept politisch abgesegnet werden muß, insbesondere wenn finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde benötigt wird.
– Erste Schritte: Kontaktaufnahme zur Flüchtlingshilfe, Nachfrage in Emsdetten zu deren Erfahrungen mit dem bereits bestehenden System, Erstellung eines Konzeptes (Bedarf an Rädern, einheitliche Kennzeichnung, Raum/Werkstatt, geschätzte Kosten, mögliche Sponsoren/Fördermittel…)
– Ansprechpartner: Gemeinde: Herr Bothur, Agenda: Wolfgang

Mitfahrerbänke

– Die Bänke sollten Mitfahrgelegenheit über Senden hinaus bieten.
– nötige Vorarbeiten: Festlegung erster Standorte und daraus resultierend Bestimmung der Anzahl von Bänken und Schildern
– Petra fragt nach ersten Erfahrungen mit dem System in Nordkirchen
– Herr Bothur bittet Herrn Säckl, bei der RVM die versicherungstechnischen Fragen abzuklären
– Ansprechpartner in der Agenda wird noch gesucht!!!

Elektrotraktor

– Bernd und Sven versuchen, zum nächsten Maifest einen Elektrotraktor auszuleihen und vorzustellen.
– Eventuell kann auch ein Kurzfilm (und eine Vorführmaschine) zum automatisierten Hacken von Feldfrüchten gezeigt werden (über Herrn Halsbenning).

2. Frieden

– Für den Herbst planen wir Vorträge mit W. Nachtwei und J. Grässlin.

3. Landwirtschaft

– Eine Zusammenfassung unseres Besuches des Biolandhofes Spliethofe am 06.08.18 findet sich unter www.agenda21senden.de.
– Wir wollen gern auch noch andere Höfe in Senden besuchen.
– Außerdem wollen wir dem Thema Landwirtschaft auf dem Maifest möglichst mehr Raum geben.


N
eue Termine:

Agenda gesamt:            12.09.18 um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses
Wirtschaft mit Kultur19.09.18 um 19.30 Uhr in der Friedenskapelle Senden

 

Sommerfest08.09.18 ab 14.30 Uhr im Garten von Robert (KGA Senden)

 

Friedenskreis Senden trauert um Gertraud Lütkemeyer.

Die Künstlerin Gertraud Lütkemeyer starb im Juli im Alter von 81 Jahren.

Seit den 1980er Jahren war Gertraud eine engagierte Friedensaktivistin, die sich immer wieder mit Texten bei den damals veranstalteten Schweigekreisen einbrachte. Ihre Friedenssehnsucht und ihr soziales Engagement für Flüchtlinge ließen nie nach. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Mehrere große Kunstwerke aus der Werkstatt Lütkemeyer zieren unser Haus.

Seit Jahrzehnten steht die kleine Sarah von Gertraud, von mir leicht verfremdet, in meinem Arbeitszimmer. Eine Arche und eine Krippe erfreuen uns immer wieder aufs Neue. Ihre Kunstwerke zeigen Humor, aber auch Gesellschaftskritik. Ihre unzähligen Krippen wurden ausgestellt und prämiert. Große Kunstwerke zieren einen Zen-Park in der Eifel.

Unkrautregulieren mit E-Traktor und Jätroboter – alle reden vom Striegeln, aber bitte umweltfreundlich

Bisher kannte ich Striegeln nur von der Pferdepflege, doch wenn Landwirte über Beikrautverdrängung reden, dann geht es um Glyphosat oder Striegeln. Wir von der Agenda-Gruppe legen Wert auf eine möglichst umweltverträgliche Unkrautvernichtungsmethode. Da schaut man natürlich mal, was so geht.

Striegeln, aber möglichst Resssourcen-schonend!

 

Initiativthemen der Agenda21Senden zur umweltfreundlichen Mobilität ins Rathaus geschickt

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Um ein Gespräch im Rathaus mit den zuständigen Fachbereichsleitern hat jetzt die Agenda-Gruppe gebeten:

Aktionen und Projekte für eine soziale und umweltfreundliche Mobilität in Senden

– kostenloser Fahrradverleih am Bahnhof für eine Verbindung zur S90

 – gebührenpflichtiger Verleih von Spezialrädern (Lastenrad, Tandem, Gruppenrad)

 – Einrichtung eines Fahrradkurierdienstes für ganz Senden 

– Schaffung von Mitfahrerbänken an den Ausfahrtstrassen nach Appelhülsen, Otti, Venne, Hiddingsel und  Buldern (ausgestattet mit Namensschildern der nächsten 2-3 Orte) 

– Anschaffung eines Elektrowagens als Carsharing-Auto 

– Werbeaktionen zur Nutzung von Fahrrad und ÖPNV

Die Gruppe Agenda21Senden ist bereit, sich an der Realisierung dieser Projekte aktiv zu beteiligen und überlegt, hierzu einen e.V.  (ökomobil senden e.V.) zu gründen. Wir würden gerne mit Vertretern der Gemeinde über die Rangfolge der Aktionen und die nötige und mögliche Unterstützung sprechen.

 

 

Einladung zum August-Treffen der Agenda-Gruppe am 8.8.18

Die Agenda-Gruppe trifft sich auch in den Sommerferien regelmäßig am 2. Mittwoch im Monat, das Wirtschaftsseminar an jedem 3. Mittwoch macht allerdings Sommerpause.
Am 8. August wird es ab 18.30 Uhr oben im Rathausnebengebäude schwerpunktmäßig um Mobilität und Landwirtschaft gehen. Elektromobilität beim Carsharing und in der alternativen Landwirtschaft, Leihfahrräder sowie Mitfahrerbänke stehen zur Diskussion. Erörtert wird die Arbeitsweise des am Montag besichtigten Bio-Hofes Spliethofe. Zum Thema Frieden sind zwei Veranstaltungen in Planung, bei denen es um zivile Friedenssicherung und Abrüstung gehen wird. Im Kreis der für jeden offenen Bürger-Initiativgruppe kann wie immer jeder auch ihm auf den Nägeln brennende Probleme zur Sprache bringen.

Lichter-Aktion zum Hiroshima-Gedenktag in Nottuln

Über 60 Menschen aus Nottuln, Havixbeck und Senden waren der Einladung zum Gedenken gefolgt.

Nottuln. Zum gestrigen Gedenktag hatten abends  ab 21.30 Uhr die Gemeinde Nottuln und die Friedensinitiative Nottuln alle Bürgerinnen und Bürger zu einer kleinen symbolischen Aktion am Brunnen im Nottulner Ortskern eingeladen.

Auf dem Wasser schwimmende Lichter symbolisieren die Seelen der Verstorbenen.

Mit Kerzen auf dem Wasser sollte nach guter japanischer Tradition der Seelen der Kriegstoten gedacht werden und so erinnert werden an die Atombombenabwürfe vor 73 Jahren auf die beiden japanischen Städte Hiroshima (6.8.1945) und Nagasaki (9.8.1945).

Die Stimmung am Brunnen vor St. Martin tut gut beim Andenken an die Kriegstoten.

Nach dem Glockenläuten von St. Martin und Begrüßung und Gedenkrede von Heinz Böer hielt Bürgermeisterin Manuela Mahnke die Ansprache.

Bürgermeisterin Mahnke, Mayor for Peace in Nottuln, mahnte zum Frieden und zur Abschaffung von Atombomben.

Gedanken und Erinnerungen von Überlebenden der Katastrophen wurden von einem jungen Nottulner zu Gehör gebracht.  Den musikalischen Rahmen gestaltete der Saxophonist Manfred Wordtmann aus Havixbeck. www.fi-nottuln.de

Am Saxophon versuchte Heinz Wordtmann die schrecklichen Erinnerungen an die Atom-Katastrophen in eine musikalische Fassung zu bringen.

 

Alternative Bio-Landwirtschaft – Glyphosat ade

Muttersau und Ferkelchen liegen auf Stroh im Freien, eine Heizung gibt es nicht, dafür jede Menge Schweinemaul-gerechte Wasserhähne. Und im inneren Bereich einen Futterbrei-Automaten.

„Wer einmal eine Horde Schweine live erlebt hat, weiß, wie agil diese Tiere sind. Bioland-Schweine haben deshalb immer genug Stroh zum Spielen und Wühlen im Stall. Dazu gibt es getrennte Liege- und Kotplätze und einen Auslauf – denn wann immer es geht, dürfen die Schweine ins Freie: Dort können sie schnuppern und spielen, Sonne tanken oder im Schlamm wühlen.“ So Bioland im Netz.

Eine Gruppe der Kreis-GRÜNEN und der Agenda21Senden besuchte am 6.8. den Biohof von Jan Spliethofe.

Jan begrüßt seine Gäste, erzählt von der Umstellung und beantwortet geduldig die Fragen der interessierten Zuhörer.

Direkt vor Ort in der sommerlichen Sonne zeigt Jan, wie seine Schweine leben.

Mit 75 Zuchtsauen, dem Mästen des Nachwuchses und der anschließenden Vermarktung des Biofleisches unter Einbeziehung der diversen Fördermöglichkeiten ernährt Jan seine 5-köpfige Familie. Auch die anfangs skeptischen Eltern leben auf dem Hof.  Sichtlich Freude an der Arbeit haben Vater und Sohn. Und ihr Auskommen. Millionäre wollen sie nicht werden. Einen Azubi  leisten sie sich auch noch, die Nachfrage nach einer ökologisierten Ausbildung ist groß. Die Landwirtschaftsschulen bieten dazu ganz wenig. Den frischen Wind der Jugend und ihre quirlige Kreativität weiß Jan zu schätzen. Mit Krankheiten oder gar Todesfällen seiner relativ frei lebenden Tiere hat er kaum Probleme. Auffallend wenige Fliegen gibt es auf dem Hof. Die konzentrieren sich auf dem riesigen Misthaufen, wo sich auch die Schwalben scharen. Der Mist und die vom Regen ablaufende Gülle kommen zu passender Zeit wieder auf den Acker.

Was macht ein Biobauer grundlegend anders? Er spritzt nicht, die Beikräuter bekommt er durch eine 10-fache Fruchtfolge und regelmäßiges Striegeln der Ackerfläche in den Griff. Die Schweineställe sehen ganz anders aus. Einen Kredit  von einer Dreiviertel Million für den Neubau zu bekommen, war unproblematisch. Eigene Ideen des praktisch veranlagten Jung-Landwirts konnten realisiert werden. Das Dieselproblem für das deutlich vermehrte Ackern eines Biobauern ist Jan bereit, durch einen elektrisch angetriebenen Traktor zu lösen. Strom von der eigenen PV-Anlage gibt es reichlich. Und Speicher für die Schnellladung in den Arbeitspausen werden immer preiswerter. Die Zusammenarbeit mit unserem Energie-Experten ist vorprogrammiert.

Für den Erfolg eines Biohofes ist das Käufer-Verhalten grundlegend. Aber da tut sich was. Großketten wie Edeka, aber auch die Discounter sind Abnehmer. Warum Edeka in Senden kein Biolandfleisch verkauft, wäre zu ergründen. Die Macht des Kunden sollte Abhilfe schaffen, da sind wir gefragt! Man kann bei Jan natürlich auch direkt einkaufen. Wie und wann das geht, steht im Internet.

Seit 1975 wurde unser Hof auf konventionelle Art mit Schweinehaltung und Ackerbau bewirtschaftet. Mit der Hofübernahme im Jahr 2013 entschieden wir, Jan und Simona Spliethofe, die Führung des in dritter Generation geführten Betriebs auf ökologische Bewirtschaftung umzustellen.

Seit 2016 arbeiten wir nun mit unseren 75 Sauen und 69 ha Ackerland auf ökologische Art und Weise, nach den Richtlinien von Bioland. Unsere Familien und Freunde, viele Bekannte und Interessenten haben uns durch die Umbauphase und die Umstellung mit ihrer Hilfe, Unterstützung und positiven Feedbacks hindurch gestärkt und in unserem Handeln bestätigt. Auch unsere Tiere zeigen uns täglich durch ihr Wohlbefinden und ihre zufriedene Art die Bedeutsamkeit unserer Entscheidung.

Das tägliche Arbeiten mit unseren Tieren und der Natur hat nunmehr die Natürlichkeit und dessen Nachhaltigkeit auf unseren Hof geholt. Wir stehen am Anfang unseres Projektes und freuen uns sehr auf die kommenden Jahre mit dem natürlichen Genuss von unserem Bio-Schweinefleisch.