Waldschäden – Wir müssen handeln – Windräder sind Teil der Lösung

Diese Meinung setzt sich momentan mit großer Geschwindigkeit überall durch. Dass der Klimawandel passiert, wird nun erfreulicherweise kaum noch diskutiert.

Wenn seit 41 Jahren die globale Durchschnittstemeperatur ständig steigt, ist das keine Wetterkapriole, das ist der Anfang einer drohenden Klimakatastrophe. Kommunalpolitiker sind da immer noch falsch beraten. Es geht auch uns nur noch darum, unsere „Münsterländische Parklandschaft“ zu erhalten. Da sollte man sich über jedes Windrad, das man hier sieht, freuen. Diese Freude kommt in Senden leider nicht auf, jede Initiative wurde bislang ausgebremst. Von Gemeinwohl haben hier manche Politiker offenbar eine andere Auffassung. Also hinschauen und abwählen!

Leserbrief in den WN

 

 

Die neue Seidenstraße, Teil 2 – Chinas Eroberungszug durch Wirtschaft und Militär

Im Rahmen der Reihe „ Ist die jetzige Wirtschaftspolitik alternativlos“ veranstaltete die Gruppe Agenda21Senden einen Vortrag zum Thema „die neue Seidenstraße“ in den Räumen der KuKiS in Senden. Der Vortrag des Ökonomen Joachim F. Gogoll war der zweite zu dem Thema. Im Sommer 2019 wurde nach dem ersten Vortrag zum gleichen Thema von den damaligen Zuhörern ein weiterer ergänzender Vortrag zu diesem Thema gewünscht. Schwerpunkt: die Auswirkungen des Geldsegens, am Beispiel einzelner Länder dargestellt. Die „ neue Seidenstraße“ behandelt Chinas Weg zur ökonomischen und militärischen Macht. Ihren Namen hat sie von der Seidenstraße, über die schon zu Zeiten Marco Polos im 12. Jahrhundert Waren von China über Mittel- und Nahost bis nach Europa gelangten.
Das heutige chinesische Programm „die neue Seidenstraße“ hat allerdings kaum noch was mit der damaligen Seidenstraße zu tun. Seit 2014 hat China in einzelnen Ländern Afrikas , Asiens und Europas durch Kredite im Wert von insgesamt 111 Mrd. Dollar Geld investiert, um Bauprojekte vor Ort zu realisieren. Die Länder mussten sich bereit erklären, dass die Bauvorhaben durch chinesische Firmen und Ingenieure vorgenommen werden sollten. Gelockt wurden die Empfängerländer auch mit der Zusage Chinas, vor Ort heimische Arbeitskräfte einzustellen. In diesen Ländern, die weitgehend Entwicklungsländer sind, war das eine erfreuliche und verlockende Aussicht, die aber nicht immer eingehalten wurde, da häufig qualifizierte Arbeitskräfte vor Ort nicht zu finden waren. In insgesamt 67 Ländern, die an dem Infrastrukturprogramm teilnehmen, wurden, soweit bekannt, ca. 200000 Arbeitsplätze geschaffen.
Gleichzeitig sichert sich China die Zugriffe auf Bodenschätze und Häfen in den jeweiligen finanziell unterstützten Ländern. Häfen wie Piräus und hunderte weitere gehören schon heute mehrheitlich chinesischen Unternehmen. Der Duisburger Hafen steht ebenfalls auf der Interessenliste der chinesischen Regierung.
Dass diese Investitionen nicht nur dem Vorteil der Länder dienen, wurde deutlich, als China in Dschibuti, einem der ärmsten Länder der Welt am Horn von Afrika, mit Erlaubnis der dschibutischen Regierung vor Ort einen militärischen Stützpunkt für die chinesische Volksarmee erbaut hatte. Bis heute ist es außerhalb Chinas der erste und einzige Stützpunkt. China betreibt seit vielen Jahren eine extreme Aufrüstung seiner Armee und ist bestrebt, militärisch in einigen Jahren mit den US-Streitkräften auf gleicher Augenhöhe zu sein . Ökonomie als Voraussetzung für eine militärische Option. China praktiziert jetzt genau das gleiche Prinzip, wie die USA und Russland heute schon. Ökonomen gehen davon aus, dass China bis 2049 sein Ziel, die größte Supermacht, ökonomisch und auch militärisch zu werden, auch erreichen wird. Die chinesische Regierung hat es jedenfalls in ihrem Seidenstraßenprogramm so geplant.
In der anschließenden Diskussion ging es vor allem um die Frage, ob Politiker in Deutschland und Europa den Ernst der Lage erkannt haben und Maßnahmen bereit halten, sich gegen die Dominanz der Chinesen zu wehren.

Erhalt bäuerlicher Landwirtschaft ist das Ziel, so nachhaltig wie möglich.

Anliegen der Agenda21Senden war inhaltliche Aufklärung zum Thema Pestizide. Darum wurde die NABU-Ausstellung zur Klimaschutzwoche empfohlen. Eine Diffamierung von Landwirten war nicht beabsichtigt, schon gar nicht der Sendener Landwirte, deren Lauterkeit bei der Anwendung von Pestiziden nicht angezweifelt wird. Wenn demnächst Glyphosat nicht mehr angewendet werden darf, muss sich die Landwirtschaft einen anderen Weg überlegen, dazu bedarf es eines konstruktiven Dialogs, den wir weiterführen werden, denn der Erhalt bäuerlicher Landwirtschaft ist das erklärte Ziel der Agenda21Senden. Dass eine verfehlte Politik in den letzten Jahren manche kleineren Bauern an den Rand des Ruins getrieben hat, bedauern wir ausdrücklich. Wenn die Sendener GRÜNEN unsere Ziele unterstützen, ist das zwar erfreulich, es widerspricht jedoch nicht unserem überparteilichen Ansatz. Uns geht es um die Sache, jeder darf sich unsere Meinung zu eigen machen, das ist doch der ureigentliche Sinn von Bürgerinitiativen. Und wer eine andere Meinung vertritt, darf selbstverständlich mit uns darüber diskutieren, nur gegen einen unfreundlichen Umgang wehren wir uns. Nur Argumente zählen, nicht Lautstärke!

WN, 17.10.2019

1000 Eichen für 100 Fichten – neue Bäume für Senden

Fünf Leute der Agenda-Gruppe und eine junge Dame von FFF entnehmen dem Wald am Venner Moor kleine Flugfichten, die im Rahmen der Aktion durch Eichen ersetzt werden sollen. Die Fichten sollen symbolisch an Spender weitergegeben werden.

Goldener Oktober. Nach warmem Herbstregen war der Moorboden feucht, und es machte viel Freude, zusammen mit Kaiken von FFF Senden ca. 100 kleine Fichten aus dem Forst am Venner Moor zu holen. Der von Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer von großen Fichten leer gefegte Fichtenforst soll nun ein Mischwald werden. Stiel- oder Traubeneichen sind nach Förster Hook vom Forstamt Münster widerstandsfähiger gegen die Unbill des Klimawandels.  In natürlicher Sukzession soll sich der neue Eichenwald in einen an den Klimawandel angepassten Mischwald verwandeln. Die Eichen kosten Geld und Sendener wollen für den neuen Wald spenden. Die initiative „Neue Bäume für Sendens Wald“ möchte am 2. Adventsmarkt (7. Dezember) Geld sammeln. Wer für 10 Eichen spendet, bekommt symbolisch eine kleine Fichte. Die kleinen Flug-Fichten wurden für diese Aktion aus dem ansonsten praktisch leer gefegten Forst geholt. Zusammen mit Kaiken von FFF pflanzten wir die winzigen Bäumchen in Tontöpfe und pflegen sie nun bis zum Adventsmarkt in den eigenen Gärten. Nach der Anstrengung gönnten wir uns noch ein Eis und begründeten so die neue Freundschaft zu den jungen Leuten von FFF. Wir hoffen, dass deren Klima-Streik endlich zum Erfolg führt und der Klimawandel in erträglichen Grenzen bleibt.

Ein Spendenkonto für gemeinnützige Spenden wird bei der Sparkasse Westmünsterland eingerichtet, so dass auch größere Spenden möglich sind.

Die kleinen Fichtenbäumchen sollen – emotional positiv besetzt – die Spendenfreudigkeit beim Adventsmarkt unterstützen.

Wirtschaftsseminar: Die neue Seidenstraße, Teil 2 mit Joachim F. Gogoll am 16. Oktober bei KuKiS

Das kleine Sendener Wirtschaftsseminar mit dem Ökonom Joachim F. Gogoll aus Nottuln findet wieder statt am Mittwoch, den 16. Oktober 2019, in den Räumen der KuKiS am Grünen Grund 5 (alte Friedenskapelle). Ab 19.30 Uhr wird der Volks- und Betriebswirt in der Reihe “Wirtschaft mit Kultur” zum Thema “Die neue Seidenstraße, Teil 2” sprechen. Diesmal werden Chinas ökonomischen und  militärischen Optionen erörtert. Der Eintritt ist frei, inhaltliche Voraussetzungen gibt es nicht.

Ortslandwirt kritisiert „falsche Darstellung“ der Klimaschutzwoche

Landwirte protestieren am Rathaus Foto: WN

Ortslandwirt kritisiert „falsche Darstellung“ der Klimaschutzwoche
„Ein ganzer Berufsstand wird diffamiert“

Senden – Aus Sicht der Sendener Landwirte habe die Klimaschutzwoche und insbesondere die Ausstellung „Irrweg Pestizide“ ihren gesamten Berufsstand diffamiert, beklagte Ortslandwirt Bernd Aundrup im Gemeinderat. In diesem Zusammenhang kritisierte er Verwaltung und Organisatoren. 

Von Siegmar Syffus

WN, Donnerstag, 10.10.2019, Lest hier weiter.
Kritik ist erlaubt,  man muss sie zulassen, aber nicht annehmen. Sich inhaltlich auseinanderzusetzen, ist demokratisch. Verschiedene Meinungen bleiben bestehen, damit muss man leben können. Niemand wollte einen geachteten Berufsstand diffamieren.
In einem demokratischen Prozess ist das Verbot von Glyphosat beschlossene Sache. Es bleibt jedem unbenommen, das nicht gut zu finden oder es zu begrüßen. Insofern sind demokratische Prozesse normal, in einem Rathaus werden sie vollzogen. Neutral kann man da nicht sein.
Also macht euch schlau, bildet euch eine eigene Meinung und haltet Demokratie lebendig. Man kann wählen und abwählen. Und das ist gut so.
Andere Meinungen:

Hatten nicht mit so heftigen Reaktionen gerechnet: Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg (3.v.l.) sowie Karina Mildner, Wolfgang Dropmann und Sven Hoffman von der Agenda 21-Gruppe. Foto: Hannah Harhues

Blumen als Zeichen des Anerkennens einer anderen Meinung? Diese Frage bleibt offen.

 

Protokoll der öffentlichen Sitzung der Agenda-Gruppe (Info-Veranstaltung zum Baumsterben in Senden und zur Initiative „Neue Bäume für Sendens Wald“)

Protokoll der Agenda-Sonder-Sitzung  am 09.10.19


„Neue Bäume für Sendens Wald“

1. Übersicht über die klimabedingten Probleme für den Wald durch Herrn Hook, Leiter des Forstbezirkes Westliches Münsterland
* Klimaveränderungen auf der Erde sind normal, laufen jetzt aber zu schnell ab, mit der Folge, dass sich die Bäume nicht anpassen können
* besonders problematisch sind die erhöhten Temperaturen, die geringen Niederschläge, die Verlängerung der Vegetationszeit sowie das Auftreten von mehr Wetterextremen
* es gibt Baumarten, die mit diesen Veränderungen nicht oder nur schlecht zurechtkommen wie die Fichte, und welche, die das besser können, wie z.B. die Traubeneiche; diese Beobachtungen fließen in das sogenannte Waldbaukonzept NRW ein (siehe auch https://www.waldinfo.nrw.de/), welches eine Empfehlung für nachhaltige Waldbewirtschaftung darstellt (angestrebt werden Mischbestände mit einem hohen Anteil an einheimischen Arten, die dem Klimawandel gegenüber möglichst stabil sind)

2. Überblick über die Lage speziell in Senden durch Herrn Klostermann-Schräder, Leiter des Forstbezirkes Senden
* 90% Laub-, 10% Nadelbäume (50% Eiche)
* besonders Fichten und Buchen haben sehr unter der Trockenheit der letzten beiden Jahre gelitten (Boden bis auf eine Tiefe von 1,80m zu trocken!), Fichte zusätzlich unter dem Borkenkäfer
* Wiederaufforstung v.a. mit Stiel- und Traubeneiche, Douglasie und Edelkastanie empfohlen; möglichst viele verschiedene Baumarten

3. Bericht über den Zustand von Sendens Straßenbegleitbäumen durch Herrn Spiekers, Baumkontrolleur in Senden
* auffällig ist das sehr schnelle Absterben vieler Birken im Ortsgebiet
* übrige Bäume wirken noch relativ gesund
* großes Problem ist der Eichenprozessionsspinner, dessen Vermehrung durch die warmen und feuchten Frühjahre stark begünstigt wurde

nach diesen drei kurzen Einführungen lebhafte Frage- und Diskussionsrunde

4. Maßnahmen
* Sensibilisierung der Bevölkerung hinsichtlich der Wichtigkeit der Bäume als CO2-Speicher aber auch hinsichtlich klimaschonenden Verhaltens
* Agenda21Senden hat zusammen mit dem Gewerbeverein die Initiative „Neue Bäume für Sendens Wald“ ins Leben gerufen, bei der Geld zur Wiederaufforstung einer Fläche beim Venner Moor gesammelt werden  soll (z.B. beim diesjährigen Adventsmarkt), bei der aber auch die breite Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam gemacht werden soll; Frage an die Vertreter der Sendener Fridays for Future-Gruppe, ob sie die Schirmherrschaft für die Aktion übernehmen wollen
* der Heimatverein weist darauf hin, dass auch er bereits eine Baumpflanzaktion für den 30.11.19 mit einem Sendener Forstwirt organisiert hat
* Ausweisung einer Sendener Jubelwiese oder -Allee scheitert bisher an nicht vorhandener Fläche
* weitere Ideen und Anregungen sind gefragt
Neue Termine:

Agenda gesamt:            13.11.19 um 18.30 Uhr im Rathaus-Nebengebäude
Wirtschaft mit Kultur 16.10.19    um 19.30 Uhr in der Friedenskapelle Senden
Vortrag Prof. Bontrup 07.11.19 um 19 Uhr im Rathaus

 

NABU-Ausstellung soll Augen öffnen für ungewollte Auswirkungen von Pestiziden

Natürlich brauchen wir unsere Sendener Landwirte, auch die konventionellen. Natürlich sollen sie auch für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden!

Aber sie sollen wissen, was uns an ihrer Art zu wirtschaften nicht gefällt. Die Leute vom NABU Angermünde, die die Ausstellung mit viel Herzblut erstellt haben, wundern sich wie wir, dass die Bauern mit so großem Entsetzen auf die Kritik reagieren. Alle Umweltschützer sind sich seit Jahrzehnten einig, dass wir eine andere Landwirtschaft brauchen. Aufgeschlossene Landwirte sollten in der Lage sein, das zu erkennen und einen anderen Weg einzuschlagen. Dazu wollen Naturschützer die Bauern ermutigen, mit Anprangern hat das nichts zu tun. Mit den meisten Landwirten in Senden kann man auch gut und kreativ über Alternativen reden. Die Ausstellung hat dazu einen wirksamen Anstoß gegeben. Wir sehen keinen Grund dafür, dass unser Bürgermeister sich für das Zeigen dieser Ausstellung bei den Sendener Bauern entschuldigt hat.

Es ist gut, dass uns die NABU-Gruppe aus Angermünde ihre Stellungnahme als Leserbrief geschickt hat. Auch das Medienecho und die Reaktion der Billerbecker Bürgerinitiative zeigen uns, dass es richtig war, den Organisatoren der Coesfelder Klimaschutzwoche diese Ausstellung zu empfehlen.

Leserbrief in den WN

Initiatorin der Ausstellung ist Dr. Anita Schwaier, Toxikologin und Mitglied im Vorstand des NABU Regionalverbandes Angermünde. Sie ist auch für die Inhalte verantwortlich. Sybilla Keitel, Künstlerin und Umweltaktivistin, hat die Ausstellung künstlerisch und didaktisch gestaltet, Milan Hänsel, Grafiker und zugleich Junglandwirt, hat die Texte und Bilder professionell auf die Tafeln gesetzt. Die Ausstellung entstand in über einem Jahr ehrenamtlicher Arbeit.

WN: „Klima wandelt Sendener Wald“ – Neue Bäume als Lösung?

Douglasie und Traubeneiche statt Fichte und Buche

Senden – Der Klimawandel macht dem Sendener Wald zu schaffen – nicht nur Fichten, sondern auch Buchen sind mittlerweile betroffen. Bei Nachforstungen werden Baumarten nachgepflanzt, die höhere Temperaturen und Wassermangel besser vertragen können.

Von Andreas Krüskemper, WN

Donnerstag, 10.10.2019
Die Förster Daniel Hook (5.v.l.) und Martin Klostermann-Schräder (6.v.l.) berichteten über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald im Sendener Gemeindegebiet.
Die Förster Daniel Hook (5.v.l.) und Martin Klostermann-Schräder (6.v.l.) berichteten über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald im Sendener Gemeindegebiet. Foto: Andreas Krüskemper, WN
Mit der Aktion „Neue Bäume für Sendens Wald“ möchte die Agenda21-Gruppe für das Thema sensibilisieren. Geplant ist, im Dezember einen Bereich beim Venner Moor wieder aufzuforsten. Dazu soll es beim Adventsmarkt eine Sammelaktion geben: Mit dem Kauf einer Flugfichte im Blumentopf für 25 Euro bezahlt man zehn neue Eichen im Wald. Bei der Pflanzaktion selbst kann jeder interessierte Sendener zum Spaten greifen und „seinen“ Baum pflanzen.