Ohne Frieden ist alles nichts!
Frieden kommt nicht von allein, Frieden muss geschaffen sein!
Sprüche, die gerade jetzt wieder volle Gültigkeit bekommen. Aus der Agenda-Arbeit heraus wurde der Friedenskreis Senden – sehr aktiv in den 1980ern – neu gedacht und inzwischen als eigenständige Gruppe neu gegründet. Es gab auch schon einige Aktivitäten, nämlich zwei Vorträge vom ITP, dem Institur für Theologie und Politik, desweiteren über einen Film engeren Kontakt zu CIR, der Christlichen Initiative Romero.

Benedikt Kern (*1988), kath. Theologe, studierte Kath. Theologie in Münster und Lyon. Jetzt Mitarbeiter am Institut für Theologie und Politik, Münster
Leben statt nur überleben
Krieg und Aufrüstung, Klimaveränderung, Abschottung der Grenzen … Wir leben in einer katastrophischen Zeit, in der eine Perspektive eines guten Lebens für die Menschheit immer unrealistischer erscheint. Einem Katastrophismus zu verfallen kann aus einer christlichen Perspektive aber keine Lösung sein. Wie können wir an einer Hoffnung festhalten, die nicht auf ein Jenseits vertröstet oder nur naiv ist, sondern daran festhält, dass ein biblischer Auszug aus der Sklaverei möglich ist? Was würde es bedeuten zu leben, statt nur zu überleben?
„Lieber Benedikt, der Gedanke an das Leben statt zu überleben lässt mich nicht mehr los. Mein und unser aller Leben war eigentlich ein permanenter Überlebenskampf, wirkliches Leben muss irgendwie radikal anders sein, ohne bisher zu wissen wie. Wachstum bedeutet immer Kampf und Ausbeutung immer auf Kosten anderer. Apokalypse im positiven Sinn wäre dann so etwas wie eine radikale Befreiung. Ich weiß überhaupt nicht wie, aber auf jeden Fall nicht weiter so. Ohne radikale Nächstenliebe wird es nicht funktionieren. Leben auf Kosten anderer ist auf jeden Fall nur Überleben. Einen Weg zum Ziel ahne ich noch nicht.“ gez. Bernd
Jan Henrik Röttgers
„Ich bin 35 Jahre alt – also einer von sehr wenigen jungen Priestern im Bistum Münster – und die Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit in der Nachfolge des Messias liegt mir sehr am Herzen.“
Hier meine Quintessenz und eine Reaktion, die mich zu einem Dilemma gebracht hat, über das ich reden möchte. Ich würde vorschlagen, dass wir uns zur planmäßigen Agendasitzung am 9. Juni treffen mit dem einzigen Tagesordnungspunkt: Wiederbelebung einer Friedensinitiative in Senden zum Austausch und zum Planen weiterer Aktionen.
Drohnen und andere digitalisierte Waffensysteme arbeiten mit Algorithmen. Kriegführung mit Algorithmen kann nicht zwischen Soldaten und Zivilisten unterscheiden. Sie ist schnell und umso effektiver, je höher man die Kollateralschäden einstellt. Das nennt man dann den totalen Krieg. Gerecht ist er dann prinzipiell nicht, also völkerrechtswidrig, das Töten wird zum Morden an den Zivilisten. Menschen müssen das wissen, Christen können sich dafür nicht entscheiden.
gez. Bernd Lieneweg
