
Kaum drei Tage hängen die Tafeln in Senden – sie haben zu sehr gestört. Ein Verdacht bleibt …


Kaum drei Tage hängen die Tafeln in Senden – sie haben zu sehr gestört. Ein Verdacht bleibt …

Das schönste Gemeinschaftsprojekt der 80er Jahre ist die Schaffung der Friedensallee. Viele, vor allem auch junge Leute waren daran beteiligt, und es hat richtig Freude gemacht. Alle waren glücklich, so etwas Schönes mit großem Zeitaufwand geschaffen zu haben. Das tolle Geschenk an die Sendener Bürgerinnen und Bürger war eine Überraschungsaktion, nie und nimmer hätte es bei der politischen Konstellation 1985 in Senden dafür eine Genehmigung gegeben.



Wir fordern:

WN (LZ), 13. März 1985

Wege zum Frieden gibt es viele.
1985 gibt es immerhin Dialogbereitschaft.

Panzerknacker in Senden

Schweigekreis an der Laurentiuskirche nach dem Festgottesdienst zum Jubiläum des Kriegerdenkmals.
Es fällt auf, dass nicht nur alte Leute dort stehen. Auffallend ist auch das Datum der Berichterstattung. Warum gehen 2020 nicht mehr Klimaaktivisten auf die Straße? Die Ordnunsämter verbieten es nicht, wenn Corona-Auflagen eingehalten werden. Die zierliche Greta war auch nur ein Schmetterlingsflügelschlag …



Der Friedenskreis beteiligt sich an der Gedenkfeier zum 75-jährigen Bestehen des Kriegerdenkmals.
Nach der Besprechung mit der Johanni-Bruderschaft gibt es am Abend des Gedenktages schließlich zwei Parallelveranstaltungen, den Schweigekreis des Friedenskreises und den von zwei Musikkapellen begleiteten Zug der Vereine zur Gedenkfeier am Kriegerdenkmal. Man toleriert sich gegenseitig, aber zu einem gemeinsamen Bekenntnis zum Frieden kommt es nicht. Aus der Mahnung zum Frieden die Forderung nach einem Rüstungsstopp in Ost und West abzuleiten, kommt nur den sog. Friedensbewegten in den Sinn. Man bewegt sich friedlich aneinander vorbei, nicht aufeinander zu. Schließlich gehen wir auch noch zum Ehrenmal. Zur Feierstunde im Fackelschein spricht Bürgermeister Franz Böckenholt, es folgen die Kranzniederlegung und das Singen der Nationalhymne. Zwei Welten.

Zwei Berichte – jedem den Seinen.


Friedenskreis am „Kriegerdenkmal“?
Das Kriegerdenkmal ist bislang in unseren Köpfen wenig präsent. Der Kontakt zu den Schützen gestaltet sich „schwierig“. Sie sagen uns tatsächlich: „Die älteste Friedensbewegung sind wir, die Schützenvereine!“ Mit dem von uns möglicherweise falsch interpretierten Unterton, dass wir Randalierer und Störer völlig überflüssig seien. Da aber alle ihren Friedenwillen bekunden, kommen wir auf einen kleinen gemeinsamen Nenner. Fortsetzung nötig.


LZ 4.9.1984
Schweigekreise wirken damals provozierend, manche Leute reagieren feindselig:
„Geht doch in die Ostzone – geht doch in die DDR!“ Schon erstaunlich, dass der Einsatz für Abrüstung und Frieden knapp 40 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Senden diese Reaktionen zur Folge hat.