Archiv der Kategorie: Friedenskreis Senden

Senden hat einen Friedensbürgermeister – Sebastian Täger ist jetzt Mayor vor Peace

Wir freuen uns! Herzlichen Glückwunsch, Sebastian!

Anregung der Agenda 21 auf Beitritt der Gemeinde Senden / des Bürgermeisters zum Bündnis „Mayors for Peace“

 

Guten Tag Herr Lieneweg,

stellvertretend für die Mitglieder der Agenda 21 Senden teile ich Ihnen mit, dass der Rat der Gemeinde Senden in seiner Sitzung am 21.03.2019 einstimmig Ihrer Anregung gefolgt ist und den Beitritt der Gemeinde Senden bzw. des Bürgermeisters Sebastian Täger zum Bündnis „Mayors for Peace“ beschlossen hat. Hiermit verbunden ist die Anerkennung des Bündnisses für seinen Einsatz und Bemühen zum Erhalt des Weltfriedens und des Abschaffens aller Atomwaffen.

Gleichzeitig mit dem Versand der Beitrittserklärung an die deutsche Zentralstelle bei der Stadt Hannover habe ich heute auch eine Hißflagge bestellt.

Ich lade Sie bereits jetzt herzlich zum erstmaligen Aufziehen der Fahne am Montag, 08.07.2019 ein.

Wegen der genauen Uhrzeit werden wir uns noch bei Ihnen melden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

K

laus Gilleßen

Fachbereichsleiter Zentrale Dienste

 

Gemeinde Senden

Der Bürgermeister

Münsterstraße 30

48308 Senden

 

Tel.  02597 699-205

Fax. 02597 699-222

 

k.gillessen@senden-westfalen.de

www.senden-westfalen.de

Bewerbungsfoto Sebastian Täger, das ist schon ein paar Tage her.

 

 

„Keine neuen atomaren Mittelstreckenraketen in Europa!“

„Atomwaffenverzicht muss ins Grundgesetz!“

Andreas Zumach referierte im vollbesetzten Kaminzimmer der Alten
Amtmannei in Nottuln über die Situation nach dem INF-Vertrags-Aus.

Das Thema elektrisierte die Friedensaktivisten im Kreis
Coesfeld. Knapp 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte am
Mittwochabend die Friedensinitiative Nottuln (FI) bei einem Vortrags-
und Diskussionsabend mit Andreas Zumach. Der Journalist skizzierte die
Situation Europas nach dem Aus des INF-Vertrags und warnte von einem
neuen Wettrüsten mit atomaren Mittelstreckenraketen – für viele der
anwesenden Mitglieder der Friedensgruppen aus dem Kreis Coesfeld ein
Déjà-vus-Erlebnis. Viele der Gäste waren schon Anfang der 1980er
Jahre im Kreis Coesfeld aktiv, als mit dem „Nato-Doppelbeschluss“ neue
Pershing-II-Raketen aufgestellt werden sollten. Und so erläuterte
Zumach auch zunächst die damalige brisante Situation, als wegen der
Atomraketen Hunderttausende in Deutschland auf die Straße gingen.
Zumach: „Die Situation ist heute ähnlich, jedoch weit gefährlicher als
damals!“ Das endgütige Ende des INF-Vertrages werde zu einem neuen
gefährlichen atomaren Rüstungswettlauf der USA und Russlands in Europa
führen. Die Friedensbewegung müsse einfordern, dass Russland und die
USA noch einen ernsthaften Versuch zur Rettung des INF-Vertrags
unternehmen oder im Rahmen eines multilateralen Abkommens auch andere
Staaten mit atomaren Mittelstreckenraketen (z.B. China) in so einen
Vertrag mit einbeziehen würden. Ein endgültiges Ende des
INF-Vertrages ohne multilaterale Nachfolge hätte weitreichende Folgen.
Zumach: „Dann gibt es wieder Mittelstreckenraketen in Europa auf
beiden Seiten, schneller und treffsicherer als in den 1980er Jahren, so
dass eine Abwehr nicht mehr möglich ist. Ein technischer Fehler wird
sofort weltkriegsgefährlich.“ Im zweiten Teil des Referates ging der
UNO-Experte auf die Rolle Deutschlands genauer ein. In Militär- und
Politikkreisen würde diskutiert, dass auch Deutschland eine Verfügung
über Atomwaffen anstreben sollte. Zumindest solle sich Deutschland an
die Kosten für Atomwaffen und dann auch an Einsatzentscheidungen
beteiligen. Ausführlich nannte Zumach Details und Quellen für diese
These. Die Friedensbewegung rief er dazu auf, diese neuen Bestrebungen
öffentlich zu machen und sich dagegen zu engagieren. Andreas Zumach:
„Eine umfassende Verzichtserklärung Deutschland bezüglich der
Beteiligung an atomare Strategien gehört ins Grundgesetz.“ Die
Friedensgruppen im Kreis Coesfeld nehmen die neuen Herausforderungen an.
Das wurde am Ende des Abends deutlich. Die Pax-Christi-Gruppen aus
Lüdinghausen, Billerbeck und Coesfeld und die Friedensgruppen aus
Nottuln, Havixbeck, Senden und Dülmen laden zu zwei weiteren
Veranstaltungen ein, die sich mit einem möglichen atomaren Wettrüsten
in Europa beschäftigen. Am 25. 3. 2019 wird Winfried Nachtwei,
ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und Mitglied der
Friedensbewegung, in Nottuln referieren. Am 16. Mai 2019 wird aus Berlin
Wolfgang Richter, Oberst a.D., Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und
Politik und der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik, nach Dülmen kommen
und die aktuelle Situation analysieren und Vorschläge machen, wie ein
neues atomares Wettrüsten verhindert werden kann. Zu Ostermontag rufen
die Friedensgruppen im Kreis Coesfeld zu einem Ostermarsch nach Dülmen
auf.

gez. Robert Hülsbusch, FI-Nottuln

Der Friedenskreis in der Agenda21Senden plant im Laufe des Jahres ebenfalls einen Vortrag mit Andreas Zumach.

Die neue Sehnsucht nach Frieden

Die Bereitschaft zu aktiver Friedensarbeit wird in der Politik immer geringer, stattdessen werden Säbel gerasselt, es wird aufgerüstet, also werden Geld und Ressourcen vergeudet, ohne dass jemand ernsthaft glauben kann, dass das dem Frieden dient.

Robert Hülsbusch erinnert an die Aktivitäten der Friedensbewegung im Kreis Coesfeld in den 80er Jahren. Die Friedensgruppen müssen wieder aktiv werden, neue Bewegungen kommen dazu, im Münsterland gibt es wieder Ostermärsche und Veranstaltungen, die zum Frieden mahnen.

In den 80er Jahren war auch der Friedenskreis Senden sehr aktiv, hier ein altes Bild von 1986 mit Berthold und Katharina.

„Jetzt, fast 40 Jahre später, ist die Angst vor erneutem Wettrüsten wieder größer geworden. „Ich hätte das nie für möglich gehalten, dass es wieder so weit kommt“, sagt Hülsbusch. „Ein Rückschlag.“ Die Friedensgruppen gibt es immer noch und rufen – auf ein Neues – zum Ostermarsch auf. Er findet in diesem Jahr in Dülmen statt, vom Marktplatz aus führt er nach Dülmen-Visbeck, wo es früher ein von amerikanischen Soldaten bewachtes Nuklearwaffenlager gab.“

Lest selbst weiter in den WN:

file:///C:/Users/Lieneweg/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/IE/UEBUZM38/WN-Kreis-OM-2019.pdf

Jürgen Grässlin – ausgezeichneter Rüstungsexperte am 6.3. in Senden

Grimme-Preisträger in Senden

Vortrags- und Diskussionsabend mit Jürgen Grässlin

Täglich erreichen uns erschreckende Bilder aus Kriegsgebieten auf der ganzen Welt. Doch welchen Anteil hat Deutschland an diesen unmenschlichen Zuständen? Der wohl bekannteste deutsche Rüstungsgegner Jürgen Grässlin ist dieser Frage in umfangreicher und weltweiter Recherche nachgegangen. In seinen Büchern legt er offen, wer an diesen Kriegen verdient, welchen Anteil die Politik daran hat, dass Deutschland zu den führenden Waffenexporteuren gehört und wie selbst terroristische Systeme in den Besitz deutscher Waffen gelangen.

Am 06.03.19 folgt der Grimme-Preisträger einer Einladung der Agenda21Senden und attac Coesfeld und hält im Rathaus Senden einen Vortrag mit dem Titel „Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden“.

Als Mitglied und Sprecher zahlreicher Initiativen für Frieden und gegen Waffenexporte ist er ein ausgesprochener Kenner der Szene und beantwortet im Anschluss gern und fundiert die Fragen des Publikums. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.