Klimaschützer kritisieren die Massentierhaltung – Sendener Bauern fühlen sich angeprangert

Empörte Reaktion im Rathaus – Bauern wehren sich gegen Diffamierung

Landwirte aus Senden protestieren am Rathaus – sie wollen nicht am Pranger stehen und kamen zum Rathaus zur Eröffnung der Ausstellung, „die für sie ein Fass zum Überlaufen gebracht hat“. Foto: Hannah Harhues

Senden – „An den Pranger gestellt“ seien die Landwirte, erklärt Bernd Aundrup im Brustton der Überzeugung. Und diese „Diffamierung ihres Berufstandes“ lassen er und seine Kollegen in Senden nicht auf sich sitzen – auch sie wollen informieren, Verfehlungen anmahnen und ihr eigenes Bild von der Problematik zeichnen. Denn das Bild, das die Ausstellung „Irrweg Pestizide“ im Sendener Rathaus von Landwirtschaft zeichne, ist laut den Landwirten vor allem eins: einseitig. Ihre Meinung taten sie darum mit einer Demo in Senden lautstark kund und brüllten im Rathaus sogar die Verantwortlichen an. Von Hannah Harhues, WN-online

Hatten nicht mit so heftigen Reaktionen gerechnet: Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg (3.v.l.) sowie Karina Mildner, Wolfgang Dropmann und Sven Hoffman von der Agenda 21-Gruppe. Foto: Hannah Harhues

Wir wollen mit den Landwirten im Gespräch bleiben und den Dialog weiterführen.“              Petra Vollmerg, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Senden

Hier findet ihr den kompletten Artikel von Hannah Harhues

Bericht auf der Westfalen-Seite. Hoffentlich entsteht in der Folge nicht nur ein konstruktiver Dialog, sondern auch eine individuelle und politische Umsetzung. Für das Erreichen der Klimaschutzziele rennt uns die Zeit davon. Wenn erst weitere Kipppunkte überschritten sind, haben wir kaum noch eine Möglichkeit, die Zukunft zu gestalten.

2 Gedanken zu „Klimaschützer kritisieren die Massentierhaltung – Sendener Bauern fühlen sich angeprangert

  1. Jürgen Kruse

    Der Artikel deutet ja leider darauf hin, dass man sich mit den Fakten zu den Pestiziden nicht auseinandersetzen will. Auch die Alternativen, die ja mit der Ausstellung „Irrweg Pestizide“ aufgezeigt werden, will man gar nicht erst diskutieren?
    Ob die Landwirte überhaupt registriert haben, dass die Macht der Chemie- und Agrarindustrie gemeint ist und nicht der einzelne Landwirt vor Ort?
    Jürgen Kruse, Arbeitskreis Heckenschutz, http://www.hecke.wg.vu

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  2. Jürgen Kruse

    Aus einem Schreiben zur Ausstellung!: ————————————————————————————————-
    „….es ist bitter, dass diese Ausstellung so missverstanden wird. Nehmen die Bauern nicht zur Kenntnis, dass wir immer mehr Pestizide in der Nahrung haben? Dass immer mehr Trinkwasserbrunnen nicht mehr genutzt werden können, wegen zu hoher Nitrat-Werte? Überlegen sie nicht, dass in einem trockenen Boden der Abbau der Schadstoffe stark verlangsamt ist und sich die Schadstoffe daher anreichern und immer mehr Kleinlebewesen und Mikroorganismen – vom Regenwurm bis zu den Bakterien und Wurzelpilzen – absterben? Dass ein gesunder humusreicher Boden mit einer hohen Biodiversität Wasser speichert, Mineralien aus dem Gestein bioverfügbar macht, Erosion verhindert und die Grundlage ertragreicher Ernten ist?
    Die Ausstellung richtet sich nicht gegen die Bauern, sondern gegen das System, das durch die Öffnung für den Weltmarkt Wachstum erzwingt, gerade die kleinen und mittleren Höfe unter Druck setzt und zunehmend zur Aufgabe zwingt. Der Preisdruck durch den internationalen Handel ist es, der verhindert, dass die Bauern für ihre Produkte zu wenig Geld erwirtschaften, dass sie Hilfskräfte nicht bekommen, weil sie sie nicht angemessen bezahlen können. Die Ausstellung zeigt, wer die Profiteure des Systems sind und wie wir uns daraus befreien können. Für dieses Verständnis in der Öffentlichkeit will die Ausstellung werben.
    Anita Schwaier
    Toxikologin i.R.

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