Klimaschützer zeigen Politik rote Karte – Sendener dabei

Rund 450 Teilnehmer bei Demonstrationszug durch die Innenstadt

AZ, Coesfeld. Es geht um ein ernstes Thema – aber die Stimmung im Demonstrationszug, der sich um kurz nach 14 Uhr vom Bahnhof aus in Bewegung setzt, ist fröhlich. Rund 450 Menschen aller Altersstufen sind dabei. Sie tanzen, singen und lachen bei mehreren Stopps. So macht der von der Polizei begleitete Zug zweimal mitten auf großen Straßenkreuzungen halt – am Gerichtsring bei der Kreishandwerkerschaft und an der Holtwicker Straße bei der Bürgerhalle. „Hejo, macht die Straße frei, mit dem Rad bin ich sofort dabei“, singen sie „Vorsängerin“ Eliza Diekmann, einer der Organisatoren der Coesfelder „Parents for Future“, nach. Die Autofahrer, die mehrere Minuten lang nicht weiterkommen, bleiben gelassen. „Find ich gut, dass die das machen“, sagt ein älterer Herr, der interessiert die Scheibe herunterkurbelt. „Unsere Generation hat da wirklich einen Scherbenhaufen angerichtet.“

Von Detlef Scherle, Samstag, 30.11.2019

Rund 450 Teilnehmer bei Demonstrationszug durch die Innenstadt: Klimaschützer zeigen Politik rote Karte
Mit fantasievoll gestalteten Plakaten beteiligen sich auch ganze Familien an dem Demonstrationszug. Foto: az

Schon zum Auftakt am Bahnhof gehen die Teilnehmer zum ersten Mal in die Hocke (zum Hinsetzen ist es definitiv zu kalt), um rote Karten in die Höhe zu halten. Die sind an die Politik adressiert, wie mehrere Redner unmissverständlich deutlich machen. Der Dülmener Tim Schreiber, der gerade zum dritten Mal Vater geworden ist, rechnet vor, dass die CO2-Dichte in der Atmosphäre bei seiner eigenen Geburt noch bei 338 ppm lag, bei seinem jüngsten Spross nun bei 410. „Wir fordern entschlossenes Handeln“, ruft er, kritisiert das „Klimapaketchen der Bundesregierung“ als „lächerlich“ und verspricht den Politikern, „dass sie später einmal daran gemessen werden, was sie getan haben“. Der 17-jährige Pascal Sträter aus Dülmen bezeichnet die Antwort der Großen Koalition auf die Klima-Frage sogar als „Schlag ins Gesicht und eine Beleidigung für jeden von uns.“ Die 16-jährige Alketa Rafshi aus Dülmen analysiert, dass „solange die Gier über die Vernunft regiert“ wohl nichts passiert: „Eure Gier ist so groß, dass sogar die Kinder mehr Vernunft haben und ihre Bildung vernachlässigen, um dem Problem in die Augen sehen zu können“, hält sie der Gesellschaft den Spiegel vor.

Eliza Diekmann erzählt, dass man lange überlegt habe, ob man Schweigeminuten fürs Klima abhält – dann habe man sich aber anders entschieden. „Coesfeld hat schon zu lange geschwiegen, ab heute sind wir laut“, ruft sie den Teilnehmern zu, die laut applaudieren, Pfeifen und Trommeln ertönen lassen.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, rufen die Demonstranten, während sie durch die Stadt bis zum Marktplatz ziehen.

Den ganzen Artikel in der AZ lest hier.

Noch ein paar schöne Fotos aus der AZ:

Demonstration parents for future Coesfeld – FFF Senden in action

Sie führten den Demonstrationszug an, flankiert von freundlichen Polizisten.

Noch einmal die jungen Leute aus Senden im Demostrationszug. R. beklagt das Insektensterben: RIP, Requiescat in Pace; K. zeigt der Politik die rote Klimakarte.

Und irgendwo bei der Abschlusskundgebung stehen auch eine Mutter und ein Großvater fF aus Senden.

 

 

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