„Sag NEIN!“ Banner mit Zitaten von Wolfgang Borchert

Zum 100. Geburtstag von Wolfgang Borchert

Friedenskreis Havixbeck und Friedensinitiative Nottuln
erinnern an den 100. Geburtstag des Pazifisten

Havixbeck/Nottuln. „Ihr Mütter in allen Erdteilen der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, dann gibt es nur eins: sagt Nein!“ Der deutsche Nachkriegsdichter Wolfgang Borchert schrieb mit seinem letzten Text „Dann gibt es nur eins!“ ein flammendes Vermächtnis gegen den Krieg. Am 20. Mai (am Donnerstag) wäre Borchert 100 Jahre alt geworden. Der Friedenskreis Havixbeck (FK) und die Friedensinitiative Nottuln (FI) wollen mit einer besonderen Aktion an diesen Jahrestag und an Wolfgang Borchert erinnern. 13 Zitate aus dem Stück „Dann gibt es nur ein!“ ließen die beiden Friedensorganisationen auf Banner drucken. Diese werden – in Absprache mit den Bürgermeistern Jörn Möltgen und Dr. Dietmar Thönnes – in den nächsten Wochen in Havixbeck und Nottuln an „prominenter“ Stelle aufgehängt. Mit dieser Aktion plädieren die beiden Friedensorganisationen noch einmal leidenschaftlich: „Stoppt die Kriege! Stoppt die Gewalt!“
Die Banner sind mit einem QR-Code ausgestattet, der auf einen Text im Internet hinweist. Mit diesem stellt Dr. Christa Degemann-Lickes, Autorin und Vorsitzende des Friedenskreises in Havixbeck, den Dichter und Pazifisten vor:
„Am 20. Mai 1921 wird Wolfgang  Borchert in Hamburg-Eppendorf  als einziges Kind seiner Eltern geboren.In der Schule heißt es über den heranwachsenden Lehrersohn, er sei schwatzhaft und „nicht immer in ernsten Dingen ernst genug“. Borchert war 18, als der Zweite Weltkrieg begann, ist 20, als er an die Ostfront eingezogen wird. Beim Angriff auf die Sowjetunion ist er dabei. Er schreibt über den Irrsinn des Krieges nach Hause. Wegen vorgeblicher Selbstverstümmelung wird er zum Tode verurteilt, dann zur Frontbewährung begnadigt. Es werden kriegskritische Briefe gefunden, die die Gestapo als Angriff auf Staat und Partei wertet. Wochenlange Haft, dann wieder an die Front. Krieg und Kerker zerstören seine Gesundheit. Mit Erfrierungen, Gelbsucht und Verdacht auf Fleckfieber kommt er in ein Seuchenlazarett. Eine Goebbels-Parodie bringt eine Anklage wegen Wehrkraftzersetzung. Es folgt Strafaufschub zwecks Feindbewährung.

Völlig entkräftet und krank kommt er im Mai 1945 zurück, Heimkehr in sein grausam zerstörtes Hamburg. Wenige Male kann er noch als Schauspieler auftreten, dann lässt dies seine Gesundheit nicht mehr zu. Aber er schreibt, krank, meist fiebernd, meist liegend. Er schreibt wie ein Besessener, er formuliert für viele seiner Generation das Gefühl der verratenen Jugend, verraten von allen, den lieben Gott eingeschlossen, beeindruckend dargestellt in dem Drama „Draußen vor der Tür“.

Er ist ein entschiedener Pazifist, das ist im Nachkriegsdeutschland schon sehr viel und trotz des gerade zurückliegenden Krieges selten und auch nicht unbedingt erwünscht… Und er hat nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft vorausahnend im Blick. Die Hamburger Kammerspiele haben die Uraufführung von „Draußen vor der Tür“ für den Totensonntag vorgesehen. Er stirbt einen Tag vorher, am 20. November 1947 im St. Clara-Spital zu Basel, im Alter von 26 Jahren.“

Friedenskreis Havixbeck und Friedensinitiative Nottuln hoffen, dass die Borchert-Aktion gut angenommen wird: „Es ist gut, in diesen Tagen an Wolfgang Borcherts Mahnungen zu erinnern!“

Zwei der Transparente.

E1-Borchert-Druckvorlagen.pdf

Aktion in Nottuln und Havixbeck.

Am Do 20. Mai wäre Wolfgang Borchert 100 Jahre alt geworden.  Dazu haben wir Banner drucken lassen, die in Nottuln und Havixbeck ausgehängt werden. (Druckvorlagen siehe Anhang).  Der Nottulner BM hat schon sein Okay gegeben und wird diese Aktion – auch mit kulturellen Angeboten – unterstützen.  Auf das Okay vom BM in Havixbeck warten wir noch.  (Wenn das da ist, melde ich mich).

Ein Text über Wolfgang Borchert von Dr. Christa Degemann-Lickes wird im Internet erscheinen – Montag oder Dienstag.  Mit einem QR-Code auf dem Banner kommt man direkt zu diesem Text.  (siehe Text im Anhang.)

Mit freundlichem Gruß

Robert Hülsbusch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.