Sachdienliche Informationen über Glyphosat-Anwendung in Deutschland, speziell in Senden

Lintel-Höping setzt auf schonende Bodenbehandlung. Das erlaubt ihm der mäßige Einsatz von Glyphosat.

Zu einem sachlichen, harmonischen Gedankenaustausch kam es nach dem Erfahrungsbericht über den Glyphosat-Einsatz auf dem Hof Lintel-Höping.

Nach den Begrüßungen gab es zunächst einen Filmausschnitt über die Fusion von Bayer und Monsanto, der auch über den Glyphosat-Gebrauch in Amerika berichtete.

Danach zeigte Franz-Josef Lintel-Höping die Unterschiede bei seiner Glyphosat-Anwendung auf. Glyphosat ist in Deutschland in geringerer Menge als in Amerika zugelassen, da es nach den hier gültigen Untersuchungen in dieser Konzentration als nicht gesundheitsschädlich gilt.

Das Ausbringen (Menge, Häufigkeit, Abstände zu Vorflutern) ist in Deutschland genau vorgeschrieben und wird auch regelmäßig unangekündigt kontrolliert. Der Landwirt muss die Zulassung als zertifizierter Glyphosat-Anwender auf dem Acker ständig bei sich haben. Die hier in Senden angewendete Menge von Lintel-Höping beträgt nur ca. ein Zehntel der in Deutschland zugelassenen Menge, was im Moment völlig ausreicht. Das Vernichten der störenden Beikräuter findet vor der Aussaat statt, so dass das Saatgut auf den nicht oder kaum mechanisch bearbeiteten Boden ausgebracht werden kann. Auf Pflügen wird gänzlich verzichtet. Acker- und Bodenlebewesen wie Vögel und  Regenwürmer werden geschont, der Boden bleibt durchlüftet und durchlässig. Da gepflügter Boden durch den eingebrachten Sauerstoff Kohlenstoffdioxid freisetzt und der Dieselverbrauch bei der Bodenbearbeitung ebenso zu CO2-Ausstoß führt, ist die Arbeitsweise gut klimaverträglich. Da die aufkeimenden Pflanzen keinen Kontakt zu Glyphosat bekommen, sind sie giftfrei, es muss kein gentechnisch resistent gemachtes Saatgut verwendet werden, was in Europa nicht zulässig ist und was die deutschen Landwirte auch keinesfalls wollen.

Informationen zum Hof: 02_Lintel_Hoeping

Präsentation zum Vortrag: Lintel-Hoeping_ Agenda21

In der Diskussion, an der sich konstruktiv die studierten Jung-Landwirte Sebastian Ermann und Ralf Große Scharmann beteiligten, wurden Fragen beantwortet und Kritik diskutiert. Da Glyphosat in wenigen Jahren wegen der möglicherweise krebsschädigenden Wirkung nach EU-Verordnung vom Markt genommen wird, muss man sich Gedanken um zukünftige Methoden machen. Der Einsatz von elektrisch angetriebenen Treckern zur CO2-Reduktion – ein Vorschlag aus der Agenda-Gruppe – könnte eine Methode zur Verbesserung mechanischer Unkrautvernichtung sein. Ein Pestizid durch ein anderes zu ersetzen, wurde nicht als konstruktive Lösung angesehen.

Herr Lintel Höping reichte noch folgende Studie über Bodenlebewesen bei konservierender Bodenbearbeitung nach: StudieBodenbiologie

Das Thema und die Art des Gedankenaustauschs führten zu dem Vorhaben, die Reihe fortzusetzen und mit Exkursionen vor Ort zu bereichern.

Themen könnten sein: Kritische Sichtweisen von Naturschutzverbänden und Alternativen durch Bio-Landbau.

Zur Vertiefung werden vom AK Vegetationen folgende Links empfohlen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat

https://de.wikipedia.org/wiki/Roundup

https://de.wikipedia.org/wiki/Monsanto

 

 

 

12 Gedanken zu „Sachdienliche Informationen über Glyphosat-Anwendung in Deutschland, speziell in Senden

  1. Pingback: Einladung zum planmäßigen Treffen am 11. Juli 2018 - agenda21senden +++ agenda21senden mobil

  2. Jürgen Kruse

    Wir können nur empfehlen, diesen Artikel zu lesen. Wie kann man nur glauben, dass man mit Gift gesunde Lebensmittel erzeugen kann?
    http://www.nabu-borken.de/wp-content/uploads/2017/01/Naturzeit-27-1-2017.pdf
    Artikel: Schleichende und akute Vergiftung durch Pestizide. Chemische Keule gegen Umwelt und Natur, S. 7 – 9.
    Gerade Glyphosat ist erwiesenermaßen besonders schädlich für Bodenleben, Menschen und Tiere (Krebsgefahr ist nur einer von vielen Aspekten!) und nur am Markt, weil die Lobbymacht der Konzerne sich über alle kritiuschen Studien hinwegsetzt und die Politik furchtbar versagt hat!

    1. Jürgen Kruse

      Schleichende und akute Vergiftung durch Pestizide

      Pestizide sind Oberbegriff einer Zusammenfassung von Substanzen, die landwirtschaftlich nicht erwünschte, den Produktionsprozess hemmende Organismen beseitigen oder schwächen, stets mit dem Ziel, Nutzpflanzen ein ungestörtes Wachstum zu ermöglichen. Je nach Einsatzrichtung der Stoffe, gegen Wildkräuter, Insekten oder Pilze, spricht man von Herbiziden, Insektiziden oder Fungiziden. Teils hochtoxischen Wirkstoffen, entwickelt und angewendet zum Töten von Organismen, wird durch die Bezeichnung Pflanzenschutzmittel (PSM) ein ungefährlich scheinendes Bild zugewiesen.
      Bestimmend in der Landwirtschaft ist heute eine chemiegestützte Wirtschaftsweise. Zwangsweise werden viele Kulturen immer häufiger mit Wirkstoffmischungen gespritzt, um eine Resistenzbildung der Zielobjekte zu vermeiden, z. B. in Apfelplantagen bis über 20mal pro Saison – häufig mit mehreren Giften gleichzeitig.*1

      Chemische Keule gegen die Umwelt
      Nach Aussage des Pestizid Aktions-Netzwerks PAN hat die Menge der landwirtschaftlich genutzten Pestizide in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. In der EU wird etwa ein Viertel der weltweit produzierten Pestizide ausgebracht, davon jährlich ca. 46.000 Tonnen allein in Deutschland (2014). Von der städtischen Bevölkerung wird der Pestizideinsatz überwiegend im Kontext mit belastetem Obst und Gemüse wahrgenommen. Pestizidrückstände werden hier als besonders gefährdend für die eigene Gesundheit eingestuft, während die massiven Auswirkungen des Pestizideinsatzes auf die biologische Vielfalt des Anwendungsgebietes weitestgehend unbekannt sind. Zahlreiche Lebewesen oder Organismen werden, neben den eigentlichen Zielobjekten, durch die toxische Wirkung der Pestizide gefährdet oder getötet. Pestizide schränken zumindest die Nahrungsangebote ein oder zerstören die gesamte Nahrungsgrundlage der Nichtzielobjekte. Nicht nur die behandelten Flächen selbst sind mit Gift belastet, auch angrenzende Biotope, wie z.B. Gewässer, Feuchtwiesen und Moore, werden durch Pestizidabdrift oder Einleitung pestizidhaltiger Erosionen geschädigt. Gefährliche PSM waren 2016 im Halterner Stausee, ein Trinkwasserreservoir, nachzuweisen. Derzeit vorgegebene Schutzzonen um Gewässer und Biotope, mit dem Verbot eines Pestizideinsatzes, sind generell unzureichend. Auch Pestizideinsätze in Gärten und auf kommunalen Flächen bedrohen potentielle Rückzugsräume bedrohter Arten. Werden selbst die vorgeschriebenen Spritzmittelmindestabstände zu Hecken, Wegen, Gräben und Gewässern nicht eingehalten, sind die Umweltschäden enorm und kaum abschätzbar, teils irreversibel.

      Glyphosat-Spritzungen flächendeckend, bis in die Gewässerböschung (Legden, Frühjahr 2016; Privat-Foto)

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      Gift wird bis auf den Wegseitenrand gespritzt, kann verwehen und ausgasen (Foto: privat).

      Chemische Pflanzengifte, wie zum Beispiel glyphosathaltige Produkte, werden in der konventionellen Landwirtschaft nicht nur zur Unkrautbekämpfung eingesetzt, sondern oft verbotenerweise angewendet, um den Reifeprozess des Getreides zu beschleunigen, zur Sikkation. So werden heute Dreschtermine geplant. Die vorgeschriebene Wartezeit bis zur Abernte wird oft nicht eingehalten, mit dem Ergebnis glyphosathaltiger Nahrungs- und Futtermittel. Durch den Einsatz von Pestiziden werden Anbauweisen gefördert, die ohne Pestizidunterstützung nicht funktionierten: Monokulturen, kurze Fruchtfolgen oder der Anbau überzüchteter Hybridsorten.
      Pestizide lagern sich im Boden ab und nicht alle werden innerhalb der Fruchtfolgezyklen abgebaut. Jeder erneute Eintrag lässt die Wirkstoffkonzentration im Boden steigen. Pestizidwirkstoffe haben stets eine Breitbandwirkung, sie schädigen Bodenorganismen und die Mikrobiologie des Bodens. Eine geschädigte Mikrobiologie verhindert oder verzögert den Abbau vieler der Pestizidwirkstoffe. Ein Teufelskreis! Nicht abgebaute Pestizidwirkstoffe gelangen somit in tiefere Bodenschichten und schließlich in das Grundwasser. Die Bodenfruchtbarkeit wird beeinträchtigt, angereicherte, systemisch wirkende Giftstoffe gelangen über das Wurzelwerk in die Folgefrüchte. Nachfolgend angebaute Lebens- und Futtermittel sind daher vielfach zusätzlich mit Wirkstoffen belastet, die im Anbauzyklus der Vorfrucht ausgebracht wurden. Tierische Produkte enthalten folglich Pestizidrückstände, wenn die Tiere mit pestizidbelasteten Futtermitteln versorgt werden. Auf unserer Speisekarte finden wir somit pestizidbelastete pflanzliche und tierische Produkte. Stauberosionen aus Ackerflächen sowie Sprühmittelaerosole verfrachten anhaftende Pestizide in weit entfernte Gebiete. Die Stoffe gelangen in Gewässer, sind sogar festzustellen im Obst, im Gemüse und in Beerenfrüchten biologisch bewirtschafteter Flächen. Pestizide gefährden die gesamte Umwelt sowie unsere Gesundheit. In diesem Zusammenhang interessant, in der Bundesrepublik Deutschland existiert keine einzige öffentlich zugängliche Messstelle, in der die Verschmutzung der Luft mit landwirtschaftlich angewendeten Pestizidwirkstoffen festgehalten wird. Es herrscht amtliches Schweigen.

      Bis auf Wege und in alle Randbereiche hinein: Glyphosat vernichtet Leben (Foto: privat).

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      Pestizide wirken breitbandig und über weite Entfernungen. Wirkstoffmischungen können, in Relation zu den einzelnen Wirkstoffen, ihre Toxizität um ein Vielfaches erhöhen. Einzelne, als bienenungefährlich eingestufte Wirkstoffe wirken in Kombination mit gleichartig bienenungefährlich eingestuften Stoffen hoch bienentoxisch. Bienentoxisch ist weitestgehend gleichzusetzen mit einer allgemein insektentoxischen Wirkung. Diese Kombinations- oder Wechselwirkungen von Pestizidwirkstoffen auf die Umwelt werden bisher als Zulassungskriterium nicht in die Forschungen einbezogen. Absichtlich, um die Zulassung nicht zu gefährden?

      Tiefes Pflügen und ggf. über Winter zur Erosion freigegeben: zerstörtes Bodenleben und Auswaschungen wahrscheinlich (Legden-Asbeck, 2016; Privat-Foto)

      Pestizide wirken also (mit ihren Giften und Nebenstoffen) über Boden, Wasser und Luft (Verwehungen und Einträge über viele Kilometer) schädlich und krankheitsverursachend bzw. tödlich auf Umwelt und Menschen. In der Studie „Pestizide nein danke“ bewertet der Autor Haalck den derzeitigen rechtlichen Rahmen „als Lizenz zum Töten“ und macht für die lebenslangen täglichen „Zwangsexpositionen“ u.a. über vergiftete Felder alle Menschen verantwortlich, die wissentlich oder unwissentlich Pestizide anwenden.*2 
      Recherchen zu Giftanwendungen und -folgen weisen auf fehlende Kontrollen und Meldungen von Pestizidschädigungen und ein Versagen der Landwirtschaftskammer hin. 

      Gefährliche Grenzwert-Bestimmungen
      Die Zulassungspraxis für die Gifte ist mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar. Sogenannte Grenzwerte werden rein politisch und durch den massiven Lobbyeinfluss der Chemieindustrie nach Profitgesichtspunkten festgelegt. Beteiligte Stellen sind daher in der Kritik. Der Toxikologe Otmar Wassermann hat schon 1990 in seiner Schrift „Die schleichende Vergiftung. Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht“ auf die gezielt schlechte Ausstattung unabhängiger toxikologischer Forschung hingewiesen, die eine erforderliche Gefährdungsabschätzung im Sinne einer Gesundheitsvorsorge erst ermöglicht. Konzerne wie Monsanto, Bayer und Syngenta setzen ihre Profitansprüche mit Verkauf von Umweltgiften durch, obwohl ihnen die epigenetische Wirksamkeit von Glyphosat und anderen Pestiziden und damit die erwiesenen Voraussetzungen für Verbote von Pestiziden bekannt sein dürften. Sie riskieren ohne Skrupel einen Zusammenbruch des Ökosystems und einen Anstieg der physischen und psychischen Erkrankungen der Bevölkerung.
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      Kombinationswirkungen bewusst vernachlässigt
      Gesundheitsschäden können durch Chemikalien bereits in niedrigsten Konzentrationen verursacht werden, die weit unter der jeweiligen Nachweisgrenze liegen. Die Wirkungen der Einzelsubstanzen (Die Pestizide sind Gemische mit Beistoffen, die ebenfalls toxisch=tödlich und langlebig sein können.) addieren sich nicht nur, „in der Regel potenzieren sie sich im mehrdimensionalen Netzwerk biologischer Zusammenhänge“.*3
      Eine Arbeitsgruppe der Biochemikerin  Dr. Irene Witte (Oldenburg)*4 hat nachgewiesen, dass harmlose Konzentrationen von Umweltgiften in der Kombination mit anderen Stoffen giftig wirken können und
      fordert die grundlegende Einbeziehung dieser „Synergismen“ in die toxikologische Bewertung von Schadstoffen.
      Nachgewiesen wurden für etliche Pestizide Wirkungen wie „endokrine Disruptoren“, d.h. sie wirken beim Prozess der Zellteilung schädigend (nicht umkehrbar und ggf. vererbbar) auf die Zellen ein und das schon in Piko- und Nanogramm Mengen, also weit unterhalb der akut toxischen Menge.

      Giftige Brühe von einem Giftspritzen-Unfall auf einem Hof in Vreden-Ellewick (Privat-Foto)

      „Mehr Blühstreifen!
      Auch der herrschenden Agrarlobby kommt das sehr entgegen. Sie würde die Bienen ebenfalls gern aus den chemiegestützten Bauernhöfen woandershin verfrachten und verweist gern auf die „Eh da“-Flächen: Wegböschungen, Straßenränder, Autobahn- oder Bahndämme. Woraus sonst kaum Profit zu schlagen ist, kann immer noch als Reservat für die Bienen dienen. Vorteil: Die Agrobranche wäre ihren Ruf als Bienenkiller los und könnte dennoch weiter hemmungslos Chemie versprühen.“*5
      So werden zwar in einer Studie der DWA* ungenutzte Gewässerrandstreifen gefordert und eine Verhinderung direkter Ableitungen von Oberflächenwasser aus Ackerflächen und Grünland, bei gleichzeitiger strenger Gewässerüberwachung durch zuständige Behörden. Doch die zur Rettung der Arten ausgedachten Dauerblühstreifen auf öffentlichem Grund sind bereits in Gefahr, zum Alibi für weitere Giftpraxis zu verkommen. So kümmert sich u.a. die Lobby-Organisation „Forum Moderne Landwirtschaft e.V.“ (Chemieindustrie, Bauernverband…) um die ökologische Aufwertung von „Eh da-Flächen“ z.B. mit Blühstreifen, damit die Chemie-Landwirtschaft so weitermachen kann, wie bisher. In Rheinland-Pfalz sind gar das Land, das gemeinsam mit der BASF betriebene „Institut für Agrarökologie“ und Hochschulen dabei.
      Dennoch sind neue Biotopverbundlinien besonders auf zurückgeholten kommunalen Wegseitenrändern in Form von ökologisch bedeutsamen Hecken und Dauerblühstreifen für die Biodiversitätssicherung enorm wichtig (www.hecke.wg.vu).

      Viele Jahre nach Veröffentlichung des Buches „Stummer Frühling“, in dem die amerikanische Autorin Rachel Carson das von Agrarchemikalien ausgelöste Vogelsterben beschreibt, ist der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft immer noch viel zu hoch.
      Immer mehr Menschen fällt das Verschwinden der Insekten und Vögel sowie Blühpflanzen auf. Mittlerweile scheint die Artenvielfalt in manchen städtischen Regionen größer zu sein als in -5-
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      landwirtschaftlich geprägten Regionen. Pestizide haben -auch nach Umweltbundesamt- einen „erheblichen negativen Einfluss auf die biologische Vielfalt“.
      Raffinierte PR-Aktion der Agrochemie-Industrie mit dem Bauernverband: „Pflanzenschützer“ erzählen Märchen über Gift!

      Da die mit Steuergeldern geförderte industrialisierte Landwirtschaft ohne Giftcocktail nicht möglich ist, brauchen wir eine Agrarwende, weg von synthetischen Pestiziden und Düngern, die natürliche Prozesse und Systeme zerstören, hin zur umweltschonenden Alternative, dem Landbau nach streng ökologischen Richtlinien, mit nachhaltiger Bewirtschaftung, unter Einhaltung mehrjähriger Fruchtfolgen und ohne Einsatz chemisch-synthetischer Wirkstoffe. Bio-Lebensmittel für alle sind angesagt, regional und sozial.

      Herbert Moritz (Heek) und Jürgen Kruse (Legden)
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      Anmerkungen:
      *1 Fünf-Punkte-Programm für einen nachhaltigen Pflanzenschutz, Umweltbundesamt 2016.

      *2 Klaus Friedrich Haalck, Pestizide nein danke, Berlin 2013 (u.a.: S. 14, 24/25 und 140-143). – Auf die erwiesene Gefährlichkeit des Totalherbizids Glyphosat weist Monika Krüger hin: http://www.zivilcourage.ro/pdf/Risiko-Glyphosat.pdf

      *3 Otmar Wassermann u.a., Die schleichende Vergiftung. Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht,
      Frankfurt/M. 1990, S. 9.

      *4 Witte, I. (2012). Kombinationswirkungen von Umweltgiften. In: Steinmetz, Bernd &Trautmann, Sandra (Hrsg.): Vergiftet und allein gelassen. Arbeitsmedizin und Umweltmedizin im Schatten wirtschaftlicher Interessen. Weimar: Bertuch Verlag. – So fordert auch Anita Schwaier, dass experimentelle Untersuchungen
      so angelegt werden, dass sie epigenetische Effekte wie die der endokrinen Disruptoren erfassen, und zwar auch bei Misch- und Fertigpräparaten (https://www.agrarkoordination.de/fileadmin/dateiupload/Roundup___Co/151124_Epigenetische_Wirkung_von_Glyphosat_Anita_Schwaier_Kurzfassung.pdf )
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      *5 Quelle: Hans-Ulrich Grimm, Die Fleischlüge, Wie uns die Tierindustrie krank macht, Droemer-Knaur-Verlag, München 2016, Seite 152 – 154.

      *DWA=Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V., Hennef
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      Hinweise – Siehe auch:
      http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/20111201-Hintergrund-Umweltfolgen-der-Landwirtschaft.pdf

      Wie die industrialisierte Landwirtschaft die Umwelt zerstört, http://www.nachdenkseiten.de/?p=29219

      Wie industriehörig mit krankmachenden und umweltschädigenden Pestiziden und den Genehmigungs-verfahren in Deutschland umgegangen wird, zeigt das Umweltinstitut München auf:
      http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide.html
      http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide/pestizidrueckstaende.html
      So ist das Zulassungsverfahren für Glyphosat unverantwortlich für Mensch und Umwelt:
      http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide/glyphosat.html

      Informationen zur weiteren Vergiftung mit Pestiziden siehe auch: https://umweltvinschgau.files.wordpress.com/2011/11/links-zum-thema-pestizide-in-lebensmitteln-texte.pdf und: https://umweltvinschgau.files.wordpress.com/2011/11/links-zum-thema-pestizide-in-lebensmitteln-filme.pdf und: https://netzfrauen.org/2015/06/30/17-gruende-warum-glyphosat-verboten-werden-muss-seventeen-reasons-to-ban-glyphosate/

      Gefahren durch Pestizide in Lebensmitteln: https://www.youtube.com/watch?v=YdrbrMAtNos

      „Gekaufte Forschung – Wie Konzerne an deutschen Hochschulen forschen lassen“
      http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/gekaufte-forschung-100.html

      Ohne Pestizide wäre es besser: http://www.spektrum.de/wissen/geht-landwirtschaft-auch-ohne-pestizide/1429861
      Schmetterlinge – Artensterben-Art. – BUND Freiburg:
      http://www.bund-rvso.de/downloads/Schmetterlingssterben%20Flyer%202016-min.pdf
      http://www.bund-rvso.de/schmetterlingssterben.html

      http://www.pan-germany.org/deu/~news-1436.html
      Artensterben im Agrarland und auf unseren Äckern

  3. Jürgen Kruse

    Bundesweit häufen sich die Berichte über Pestizid-Verwehungen, die anscheinend gar nicht verhindert werden können. Siehe diesen Fall im Wendland!: http://www.taz.de/Pestizidverseuchung-auf-dem-Biohof/!5508661/
    Über die Gefahren der Pestizide (und notwendige Alternativen!) informieren wir mit unserer Ausstellung „Irrweg Pestizide“:
    Diese Ausstellung bitte anfordern und überall zeigen!
    Als kleines Gegengewicht gegen die massive Propaganda der Chemie- und Agrarindustrie bzw. des
    Bauernverbandes sollte für diese Ausstellung beim NABU-Landesverband Brandenburg rasch
    Bedarf angemeldet werden!
    https://brandenburg.nabu.de/wir-ueber-uns/infothek/23584.html
    Oder auch im Münsterland/NRW Vermittlung der Ausstellung über NABU-Kreis Borken: herbert-moritz@gmx.de — T: 02568-2817
    So präsentiert NABU-Kornwestheim die Ausstellung „Irrweg Pestizide“ !!!:
    https://www.nabu-kornwestheim.de/projekte/ausstellung-irrweg-pestizide/

  4. Jürgen Kruse

    Liebe Freundinnen und Freunde,

    diese Ausstellung bitte anfordern und überall zeigen!
    Als kleines Gegengewicht gegen die massive Propaganda der Chemie- und Agrarindustrie bzw. des
    Bauernverbandes sollte für diese Ausstellung beim NABU-Landesverband Brandenburg rasch
    Bedarf angemeldet werden!
    https://brandenburg.nabu.de/wir-ueber-uns/infothek/23584.html

    Oder auch im Münsterland/NRW Vermittlung der Ausstellung über NABU-Kreis Borken: herbert-moritz@gmx.de
    T: 02568-2817

    Freundliche Grüße

    Jürgen Kruse
    Arbeitskreis Heckenschutz
    http://www.hecke.wg.vu
    info@heckenschutz.de

    2.2.2018
    So präsentiert NABU-Kornwestheim die Ausstellung „Irrweg Pestizide“ !!!:
    https://www.nabu-kornwestheim.de/projekte/ausstellung-irrweg-pestizide/

  5. Jürgen Kruse

    1
    Weiterer Wirkungsmechanismus für Glyphosat nachgewiesen:
    Epigenetische Wirksamkeit erklärt Effekte bei niedrigsten Dosen
    Anita Schwaier
    Es gibt in der Toxikologie einen blinden Fleck: die Epigenetik. Das ist der Vorgang der Übertragung der Erbinformation von der DNA auf die RNA, die Transkription. Die RNA stellt die Schablone dar für die Synthese der Proteine einer Zelle. Die Transkription verläuft nach einem bestimmten Programm, denn nur ein Teil der DNA wird abgelesen. Alle übrigen Bereiche sind durch Methylgruppen inaktiviert, sozusagen als Reserve verpackt. Dieses Programm wird bei der Zellteilung identisch auf die Tochterzellen übertragen. Dadurch werden aus einer Leberzelle wieder zwei identische Leberzellen, aus einer Hautzelle wieder zwei Hautzellen und so weiter. Dieser Prozess der Verdoppelung des Programms, nach dem die Transkription abläuft, ist hoch kompliziert und daher störanfällig. Bis vor Kurzem konnte man solche Störungen nicht nachweisen. Nun gibt es neue Erkenntnisse: In einer Publikation Ende August diesen Jahres hat ein Team von Molekularbiologen aus England, Frankreich und Italien nachgewiesen, dass Glyphosat genau auf dieser Ebene eingreift (Mesnage et al. 2015).
    Man kann heute die Gesamtheit der abgelesenen RNA und das Muster der Ribonuklide bestimmen, ähnlich wie es auch bei der DNA-Analyse erfolgt. Dies bezeichnet man als Transkriptomanalyse. Die Forscher, die langjährige Erfahrung mit diesen biochemischen Methoden haben und anerkannte Spezialisten auf ihrem Gebiet sind, haben Leber- und Nierenzellen von Ratten untersucht, die 2 Jahre lang Roundup im Trinkwasser erhielten, und zwar in einer Konzentration, die der Hälfte der in der EU zugelassenen Menge von 0,1 μg pro Liter Trinkwasser entspricht (=100 ng/l). Die Glyphosatmenge, die von den Ratten täglich aufgenommen wurde, war 125.000 – fach geringer, als was das BfR zuletzt als täglich maximal zulässige Aufnahme mit der Nahrung empfohlen hatte, nämlich
    4 Nanogramm/kg (ng/kg) Körpergewicht (KG) im Vergleich zu 0,5 mg/kg (=500.000 ng/kg) KG für den Menschen.
    Die Untersuchungen an Leber und Nieren ergaben, dass sich die abgelesene (transkribierte) RNA bei den Glyphosat-Tieren in über 4000 Gen-Einheiten unterschied von der RNA derjenigen Ratten, die reines Trinkwasser erhielten. Gleichzeitig wurden in den Leber- und Nierenzellen elektronenmikroskopische Veränderungen nachgewiesen. Veränderte Blut- und Elektrolytwerte im Urin sind typische Anzeichen für gestörte Nierenfunktion. Zudem waren die Hormonspiegel von Testosteron, Östradiol und Hypophysenhormonen verändert. Alle Unterschiede zu den Kontrolltieren waren sehr deutlich und statistisch signifikant.
    Epigenetische Veränderungen treten in den Organen zunächst nur punktuell in einzelnen Zellen auf, denn Glyphosat wirkt auf die Zellen, die sich gerade teilen.
    Bei fortgesetzter Einwirkung von Glyphosat häufen sich die epigenetisch veränderten Zellen im Laufe der Zeit. Die Veränderungen sind nicht umkehrbar, die epigenetisch geschädigten Zellen häufen sich. Erkrankungen treten daher meist zeitverzögert auf.
    Dieser Wirkungsmechanismus ist eine mögliche Erklärung für die Vielzahl der unklaren Erkrankungen, die beim Menschen beschrieben wurden, einschließlich Missbildungen und Krebs. Bei Einwirkung auf die Urgeschlechtszellen während der frühen Embryonalentwicklung können die epigenetischen Veränderungen auf nachfolgende Generationen vererbt werden.
    Dieser Wirkungsmechanismus ist vergleichbar zu dem der endokrinen Disruptoren, den hormonartig wirkenden Chemikalien. Auch deren epigenetische Schäden werden vererbt. Ein Verbot dieser Substanzen wird seit vielen Jahren
    2
    gefordert, aber von der chemischen Industrie aus wirtschaftlichen Gründen
    verhindert.
    Es ist an der Zeit, dass diese globalen Bedrohungen von der Politik anerkannt und
    ausgeschaltet werden. Wir fordern, dass sich die Risikobewertung an den realen
    Expositionen orientiert. Das bedeutet, dass die Stoffe, die den Fertigpräparaten
    zugesetzt werden, um das Eindringen der Wirksubstanz in die Pflanzen zu erleichtern,
    auch in ihrer Wirkung als „Türöffner“ für das Eindringen der Wirksubstanz in die
    empfindlichen Strukturen tierischer Zellen anerkannt werden. Experimentelle
    Untersuchungen müssen so angelegt werden, dass sie epigenetische Effekte wie die
    der endokrinen Disruptoren erfassen, und zwar auch bei den Fertigpräparaten
    (Verkaufsprodukten) der Hersteller. Wir fordern darüber hinaus die Offenlegung aller
    firmeninternen Studien. „Betriebsgeheimnisse“ dürfen keinen höheren Stellenwert
    haben als die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt.
    Eine ausführliche Diskussion mit Quellenangaben finden Sie unter
    http://www.agrarkoordination.de/fileadmin/dateiupload/Roundup___Co/151112_An
    ita_Schwaier_epigenetische_Wirkung_von_Glyphosat.pdf
    14.10. 2015 Anita Schwaier
    Literatur:
    Mesnage R, Defarge N, Spiroux de Vendômois J, Séralini GE. Potential toxic effects of
    glyphosate and its commercial formulations below regulatory limits. Food and
    Chemical Toxicology 2015, 84:133-153.

  6. Jürgen Kruse

    Schleichende und akute Vergiftung durch Pestizide

    Pestizide sind Oberbegriff einer Zusammenfassung von Substanzen, die landwirtschaftlich nicht erwünschte, den Produktionsprozess hemmende Organismen beseitigen oder schwächen, stets mit dem Ziel, Nutzpflanzen ein ungestörtes Wachstum zu ermöglichen. Je nach Einsatzrichtung der Stoffe, gegen Wildkräuter, Insekten oder Pilze, spricht man von Herbiziden, Insektiziden oder Fungiziden. Teils hochtoxischen Wirkstoffen, entwickelt und angewendet zum Töten von Organismen, wird durch die Bezeichnung Pflanzenschutzmittel (PSM) ein ungefährlich scheinendes Bild zugewiesen.
    Bestimmend in der Landwirtschaft ist heute eine chemiegestützte Wirtschaftsweise. Zwangsweise werden viele Kulturen immer häufiger mit Wirkstoffmischungen gespritzt, um eine Resistenzbildung der Zielobjekte zu vermeiden, z. B. in Apfelplantagen bis über 20mal pro Saison – häufig mit mehreren Giften gleichzeitig.*1

    Chemische Keule gegen die Umwelt
    Nach Aussage des Pestizid Aktions-Netzwerks PAN hat die Menge der landwirtschaftlich genutzten Pestizide in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. In der EU wird etwa ein Viertel der weltweit produzierten Pestizide ausgebracht, davon jährlich ca. 46.000 Tonnen allein in Deutschland (2014). Von der städtischen Bevölkerung wird der Pestizideinsatz überwiegend im Kontext mit belastetem Obst und Gemüse wahrgenommen. Pestizidrückstände werden hier als besonders gefährdend für die eigene Gesundheit eingestuft, während die massiven Auswirkungen des Pestizideinsatzes auf die biologische Vielfalt des Anwendungsgebietes weitestgehend unbekannt sind. Zahlreiche Lebewesen oder Organismen werden, neben den eigentlichen Zielobjekten, durch die toxische Wirkung der Pestizide gefährdet oder getötet. Pestizide schränken zumindest die Nahrungsangebote ein oder zerstören die gesamte Nahrungsgrundlage der Nichtzielobjekte. Nicht nur die behandelten Flächen selbst sind mit Gift belastet, auch angrenzende Biotope, wie z.B. Gewässer, Feuchtwiesen und Moore, werden durch Pestizidabdrift oder Einleitung pestizidhaltiger Erosionen geschädigt. Gefährliche PSM waren 2016 im Halterner Stausee, ein Trinkwasserreservoir, nachzuweisen. Derzeit vorgegebene Schutzzonen um Gewässer und Biotope, mit dem Verbot eines Pestizideinsatzes, sind generell unzureichend. Auch Pestizideinsätze in Gärten und auf kommunalen Flächen bedrohen potentielle Rückzugsräume bedrohter Arten. Werden selbst die vorgeschriebenen Spritzmittelmindestabstände zu Hecken, Wegen, Gräben und Gewässern nicht eingehalten, sind die Umweltschäden enorm und kaum abschätzbar, teils irreversibel.

    Glyphosat-Spritzungen flächendeckend, bis in die Gewässerböschung (Legden, Frühjahr 2016; Privat-Foto)

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    Gift wird bis auf den Wegseitenrand gespritzt, kann verwehen und ausgasen (Foto: privat).

    Chemische Pflanzengifte, wie zum Beispiel glyphosathaltige Produkte, werden in der konventionellen Landwirtschaft nicht nur zur Unkrautbekämpfung eingesetzt, sondern oft verbotenerweise angewendet, um den Reifeprozess des Getreides zu beschleunigen, zur Sikkation. So werden heute Dreschtermine geplant. Die vorgeschriebene Wartezeit bis zur Abernte wird oft nicht eingehalten, mit dem Ergebnis glyphosathaltiger Nahrungs- und Futtermittel. Durch den Einsatz von Pestiziden werden Anbauweisen gefördert, die ohne Pestizidunterstützung nicht funktionierten: Monokulturen, kurze Fruchtfolgen oder der Anbau überzüchteter Hybridsorten.
    Pestizide lagern sich im Boden ab und nicht alle werden innerhalb der Fruchtfolgezyklen abgebaut. Jeder erneute Eintrag lässt die Wirkstoffkonzentration im Boden steigen. Pestizidwirkstoffe haben stets eine Breitbandwirkung, sie schädigen Bodenorganismen und die Mikrobiologie des Bodens. Eine geschädigte Mikrobiologie verhindert oder verzögert den Abbau vieler der Pestizidwirkstoffe. Ein Teufelskreis! Nicht abgebaute Pestizidwirkstoffe gelangen somit in tiefere Bodenschichten und schließlich in das Grundwasser. Die Bodenfruchtbarkeit wird beeinträchtigt, angereicherte, systemisch wirkende Giftstoffe gelangen über das Wurzelwerk in die Folgefrüchte. Nachfolgend angebaute Lebens- und Futtermittel sind daher vielfach zusätzlich mit Wirkstoffen belastet, die im Anbauzyklus der Vorfrucht ausgebracht wurden. Tierische Produkte enthalten folglich Pestizidrückstände, wenn die Tiere mit pestizidbelasteten Futtermitteln versorgt werden. Auf unserer Speisekarte finden wir somit pestizidbelastete pflanzliche und tierische Produkte. Stauberosionen aus Ackerflächen sowie Sprühmittelaerosole verfrachten anhaftende Pestizide in weit entfernte Gebiete. Die Stoffe gelangen in Gewässer, sind sogar festzustellen im Obst, im Gemüse und in Beerenfrüchten biologisch bewirtschafteter Flächen. Pestizide gefährden die gesamte Umwelt sowie unsere Gesundheit. In diesem Zusammenhang interessant, in der Bundesrepublik Deutschland existiert keine einzige öffentlich zugängliche Messstelle, in der die Verschmutzung der Luft mit landwirtschaftlich angewendeten Pestizidwirkstoffen festgehalten wird. Es herrscht amtliches Schweigen.

    Bis auf Wege und in alle Randbereiche hinein: Glyphosat vernichtet Leben (Foto: privat).

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    Pestizide wirken breitbandig und über weite Entfernungen. Wirkstoffmischungen können, in Relation zu den einzelnen Wirkstoffen, ihre Toxizität um ein Vielfaches erhöhen. Einzelne, als bienenungefährlich eingestufte Wirkstoffe wirken in Kombination mit gleichartig bienenungefährlich eingestuften Stoffen hoch bienentoxisch. Bienentoxisch ist weitestgehend gleichzusetzen mit einer allgemein insektentoxischen Wirkung. Diese Kombinations- oder Wechselwirkungen von Pestizidwirkstoffen auf die Umwelt werden bisher als Zulassungskriterium nicht in die Forschungen einbezogen. Absichtlich, um die Zulassung nicht zu gefährden?

    Tiefes Pflügen und ggf. über Winter zur Erosion freigegeben: zerstörtes Bodenleben und Auswaschungen wahrscheinlich (Legden-Asbeck, 2016; Privat-Foto)

    Pestizide wirken also (mit ihren Giften und Nebenstoffen) über Boden, Wasser und Luft (Verwehungen und Einträge über viele Kilometer) schädlich und krankheitsverursachend bzw. tödlich auf Umwelt und Menschen. In der Studie „Pestizide nein danke“ bewertet der Autor Haalck den derzeitigen rechtlichen Rahmen „als Lizenz zum Töten“ und macht für die lebenslangen täglichen „Zwangsexpositionen“ u.a. über vergiftete Felder alle Menschen verantwortlich, die wissentlich oder unwissentlich Pestizide anwenden.*2 
    Recherchen zu Giftanwendungen und -folgen weisen auf fehlende Kontrollen und Meldungen von Pestizidschädigungen und ein Versagen der Landwirtschaftskammer hin. 

    Gefährliche Grenzwert-Bestimmungen
    Die Zulassungspraxis für die Gifte ist mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar. Sogenannte Grenzwerte werden rein politisch und durch den massiven Lobbyeinfluss der Chemieindustrie nach Profitgesichtspunkten festgelegt. Beteiligte Stellen sind daher in der Kritik. Der Toxikologe Otmar Wassermann hat schon 1990 in seiner Schrift „Die schleichende Vergiftung. Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht“ auf die gezielt schlechte Ausstattung unabhängiger toxikologischer Forschung hingewiesen, die eine erforderliche Gefährdungsabschätzung im Sinne einer Gesundheitsvorsorge erst ermöglicht. Konzerne wie Monsanto, Bayer und Syngenta setzen ihre Profitansprüche mit Verkauf von Umweltgiften durch, obwohl ihnen die epigenetische Wirksamkeit von Glyphosat und anderen Pestiziden und damit die erwiesenen Voraussetzungen für Verbote von Pestiziden bekannt sein dürften. Sie riskieren ohne Skrupel einen Zusammenbruch des Ökosystems und einen Anstieg der physischen und psychischen Erkrankungen der Bevölkerung.
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    Kombinationswirkungen bewusst vernachlässigt
    Gesundheitsschäden können durch Chemikalien bereits in niedrigsten Konzentrationen verursacht werden, die weit unter der jeweiligen Nachweisgrenze liegen. Die Wirkungen der Einzelsubstanzen (Die Pestizide sind Gemische mit Beistoffen, die ebenfalls toxisch=tödlich und langlebig sein können.) addieren sich nicht nur, „in der Regel potenzieren sie sich im mehrdimensionalen Netzwerk biologischer Zusammenhänge“.*3
    Eine Arbeitsgruppe der Biochemikerin  Dr. Irene Witte (Oldenburg)*4 hat nachgewiesen, dass harmlose Konzentrationen von Umweltgiften in der Kombination mit anderen Stoffen giftig wirken können und
    fordert die grundlegende Einbeziehung dieser „Synergismen“ in die toxikologische Bewertung von Schadstoffen.
    Nachgewiesen wurden für etliche Pestizide Wirkungen wie „endokrine Disruptoren“, d.h. sie wirken beim Prozess der Zellteilung schädigend (nicht umkehrbar und ggf. vererbbar) auf die Zellen ein und das schon in Piko- und Nanogramm Mengen, also weit unterhalb der akut toxischen Menge.

    Giftige Brühe von einem Giftspritzen-Unfall auf einem Hof in Vreden-Ellewick (Privat-Foto)

    „Mehr Blühstreifen!
    Auch der herrschenden Agrarlobby kommt das sehr entgegen. Sie würde die Bienen ebenfalls gern aus den chemiegestützten Bauernhöfen woandershin verfrachten und verweist gern auf die „Eh da“-Flächen: Wegböschungen, Straßenränder, Autobahn- oder Bahndämme. Woraus sonst kaum Profit zu schlagen ist, kann immer noch als Reservat für die Bienen dienen. Vorteil: Die Agrobranche wäre ihren Ruf als Bienenkiller los und könnte dennoch weiter hemmungslos Chemie versprühen.“*5
    So werden zwar in einer Studie der DWA* ungenutzte Gewässerrandstreifen gefordert und eine Verhinderung direkter Ableitungen von Oberflächenwasser aus Ackerflächen und Grünland, bei gleichzeitiger strenger Gewässerüberwachung durch zuständige Behörden. Doch die zur Rettung der Arten ausgedachten Dauerblühstreifen auf öffentlichem Grund sind bereits in Gefahr, zum Alibi für weitere Giftpraxis zu verkommen. So kümmert sich u.a. die Lobby-Organisation „Forum Moderne Landwirtschaft e.V.“ (Chemieindustrie, Bauernverband…) um die ökologische Aufwertung von „Eh da-Flächen“ z.B. mit Blühstreifen, damit die Chemie-Landwirtschaft so weitermachen kann, wie bisher. In Rheinland-Pfalz sind gar das Land, das gemeinsam mit der BASF betriebene „Institut für Agrarökologie“ und Hochschulen dabei.
    Dennoch sind neue Biotopverbundlinien besonders auf zurückgeholten kommunalen Wegseitenrändern in Form von ökologisch bedeutsamen Hecken und Dauerblühstreifen für die Biodiversitätssicherung enorm wichtig (www.hecke.wg.vu).

    Viele Jahre nach Veröffentlichung des Buches „Stummer Frühling“, in dem die amerikanische Autorin Rachel Carson das von Agrarchemikalien ausgelöste Vogelsterben beschreibt, ist der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft immer noch viel zu hoch.
    Immer mehr Menschen fällt das Verschwinden der Insekten und Vögel sowie Blühpflanzen auf. Mittlerweile scheint die Artenvielfalt in manchen städtischen Regionen größer zu sein als in -5-
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    landwirtschaftlich geprägten Regionen. Pestizide haben -auch nach Umweltbundesamt- einen „erheblichen negativen Einfluss auf die biologische Vielfalt“.
    Raffinierte PR-Aktion der Agrochemie-Industrie mit dem Bauernverband: „Pflanzenschützer“ erzählen Märchen über Gift!

    Da die mit Steuergeldern geförderte industrialisierte Landwirtschaft ohne Giftcocktail nicht möglich ist, brauchen wir eine Agrarwende, weg von synthetischen Pestiziden und Düngern, die natürliche Prozesse und Systeme zerstören, hin zur umweltschonenden Alternative, dem Landbau nach streng ökologischen Richtlinien, mit nachhaltiger Bewirtschaftung, unter Einhaltung mehrjähriger Fruchtfolgen und ohne Einsatz chemisch-synthetischer Wirkstoffe. Bio-Lebensmittel für alle sind angesagt, regional und sozial.

    Herbert Moritz (Heek) und Jürgen Kruse (Legden)
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    Anmerkungen:
    *1 Fünf-Punkte-Programm für einen nachhaltigen Pflanzenschutz, Umweltbundesamt 2016.

    *2 Klaus Friedrich Haalck, Pestizide nein danke, Berlin 2013 (u.a.: S. 14, 24/25 und 140-143). – Auf die erwiesene Gefährlichkeit des Totalherbizids Glyphosat weist Monika Krüger hin: http://www.zivilcourage.ro/pdf/Risiko-Glyphosat.pdf

    *3 Otmar Wassermann u.a., Die schleichende Vergiftung. Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht,
    Frankfurt/M. 1990, S. 9.

    *4 Witte, I. (2012). Kombinationswirkungen von Umweltgiften. In: Steinmetz, Bernd &Trautmann, Sandra (Hrsg.): Vergiftet und allein gelassen. Arbeitsmedizin und Umweltmedizin im Schatten wirtschaftlicher Interessen. Weimar: Bertuch Verlag. – So fordert auch Anita Schwaier, dass experimentelle Untersuchungen
    so angelegt werden, dass sie epigenetische Effekte wie die der endokrinen Disruptoren erfassen, und zwar auch bei Misch- und Fertigpräparaten (https://www.agrarkoordination.de/fileadmin/dateiupload/Roundup___Co/151124_Epigenetische_Wirkung_von_Glyphosat_Anita_Schwaier_Kurzfassung.pdf )
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    *5 Quelle: Hans-Ulrich Grimm, Die Fleischlüge, Wie uns die Tierindustrie krank macht, Droemer-Knaur-Verlag, München 2016, Seite 152 – 154.

    *DWA=Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V., Hennef
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    Hinweise – Siehe auch:
    http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/20111201-Hintergrund-Umweltfolgen-der-Landwirtschaft.pdf

    Wie die industrialisierte Landwirtschaft die Umwelt zerstört, http://www.nachdenkseiten.de/?p=29219

    Wie industriehörig mit krankmachenden und umweltschädigenden Pestiziden und den Genehmigungs-verfahren in Deutschland umgegangen wird, zeigt das Umweltinstitut München auf:
    http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide.html
    http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide/pestizidrueckstaende.html
    So ist das Zulassungsverfahren für Glyphosat unverantwortlich für Mensch und Umwelt:
    http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide/glyphosat.html

    Informationen zur weiteren Vergiftung mit Pestiziden siehe auch: https://umweltvinschgau.files.wordpress.com/2011/11/links-zum-thema-pestizide-in-lebensmitteln-texte.pdf und: https://umweltvinschgau.files.wordpress.com/2011/11/links-zum-thema-pestizide-in-lebensmitteln-filme.pdf und: https://netzfrauen.org/2015/06/30/17-gruende-warum-glyphosat-verboten-werden-muss-seventeen-reasons-to-ban-glyphosate/

    Gefahren durch Pestizide in Lebensmitteln: https://www.youtube.com/watch?v=YdrbrMAtNos

    „Gekaufte Forschung – Wie Konzerne an deutschen Hochschulen forschen lassen“
    http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/gekaufte-forschung-100.html

    Ohne Pestizide wäre es besser: http://www.spektrum.de/wissen/geht-landwirtschaft-auch-ohne-pestizide/1429861
    Schmetterlinge – Artensterben-Art. – BUND Freiburg:
    http://www.bund-rvso.de/downloads/Schmetterlingssterben%20Flyer%202016-min.pdf
    http://www.bund-rvso.de/schmetterlingssterben.html

    http://www.pan-germany.org/deu/~news-1436.html
    Artensterben im Agrarland und auf unseren Äckern

    1. Jürgen Kruse

      Der neue Moster-Konzern Bayer-Monsanto…..(Hintergründe und Material)

      Die BAYER-Papers
      Junk Science for better lies
      Die Multis können sogar die Wissenschaft ins Postfaktische überführen, wenn ihnen die von den ForscherInnen in Studien
      ermittelten Resultate nicht passen. Mit welchen Mitteln BAYER und SYNGENTA dies bei einer Untersuchung zur Bienengefährlichkeit
      von Pestiziden versucht haben, enthüllte jetzt die Initiative BUGLIFE, die sich über das britische Informationsfreiheitsgesetz Zugang
      zu konzern-internen Dokumenten verschafft hatte.
      http://cbgnetwork.org/7238.html

      CBG zu Glyphosat: http://www.cbgnetwork.org/6328.html
      und die Beilage zu „Stichwort Bayer“ Nr. 1/2018: „Die Akte Glyphosat“ (Offener Brief des Kinderarztes Dr. Gottfried Arnold
      an Politiker aller Parteien im Bundestag)

      „Die Bayer-Monsanto-Fusion und die Rolle von BlackRock. Hintergründe, Gefahren, weitere politische Zusammenhänge
      und …“: http://www.attac-koeln.de/fileadmin/user_upload/Gruppen/koeln/Texte/Bayer-Monsanto-Blackrock-Fusion.pdf

      Vermögensverwalter Blackrock Angst vor dem schwarzen Riesen
      Still und leise ist Blackrock zum weltgrößten Vermögensverwalter aufgestiegen. Doch mittlerweile wächst die Kritik an der
      Machtfülle des 4,7 Billionen Dollar schweren Finanzkolosses. Sogar am jüngsten Börsenabsturz soll er angeblich schuld sein.
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/blackrock-die-angst-vor-dem-schwarzen-riesen-a-1052320.html

      Bayer auch der neue Gen- und Patente-Superkonzern?: https://netzfrauen.org/2016/10/24/patente/
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      Zu der täglichen Vergiftung mit Pestiziden siehe auch:

      * „Unser täglich Gift“: https://www.nachdenkseiten.de/?p=26726
      * Ute Scheub: „Ackergifte? Nein danke!“ http://www.think-oya.de/buch/ackergifte_nein_danke.html
      * Johann Zaller: „Unser täglich Gift“ https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/unser-taeglich-gift/978-3-552-06367-9/
      * „Die Pestizid-Lüge“: https://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/die-pestizidluege.html
      * Ute Scheub/Stefan Schwarzer, „Die Humusrevolution. Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende
      schaffen“, oekom Verlag, München 2017. (www.humusrevolution.de).
      * Richard Rickelmann,“Tödliche Ernte. Wie uns das Agrar- und Lebensmittelkartell vergiftet“, Ullstein TB 37495, Berlin 2013.
      * Anita Idel, „Die Kuh ist kein Klima-Killer. Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können“,
      metropolis Verlag, Marburg 2010.
      Harald Lesch/Klaus Kamphausen, „Die Menschheit schafft sich ab“, Knaur, Münchern 2018.
      * und: Artikel in „Naturzeit im Münsterland“, H.27, 1. Hj. 2017, S. 7-9 : „Schleichende und akute Vergiftung durch Pestizide.
      Chemische Keule gegen Umwelt und Natur“ – http://www.nabu-borken.de/wp-content/uploads/2017/01/Naturzeit-27-1-2017.pdf
      Chemie im Wasser – Die unsichtbare Gefahr – Arte Doku: https://www.youtube.com/watch?v=4Sw3OykM9Yc&feature=share

  7. Jürgen Kruse

    Besonders aktuell: Pestizid-Verwehungen, die überall zu erwarten sind (siehe unten).

    Bücher:
    „Unser täglich Gift. Die unterschätzte Gefahr“ von Prof. J. Zaller (Deuticke Verlag)
    https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/unser-taeglich-gift/978-3-552-06367-9/

    Andre‘ Leu: „Die Pestizidlüge. Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt“ (oekom Verlag)
    https://www.oekom.de/buecher/sachbuch/buch/die-pestizidluege.html

    Scheub/Schwarzer: „Die Humusrevolution. Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen“ (oekom Verlag)
    http://www.humusrevolution.de

    Filme:
    „Das Wunder von Mals“ http://wundervonmals.com/

    „Oasen in der intensiven Agrarlandschaft“:
    https://www.youtube.com/watch?v=n4XoCMJYXd4

    „Der Bauer und sein Prinz“:
    http://derbauerundseinprinz.de/
    ————————————————————————————— Pestizidverwehungen:
    Pestizidverseuchung auf dem Biohof
    Vom Winde vergiftet
    http://www.taz.de/Pestizidverseuchung-auf-dem-Biohof/!5508661/
    Jost Maurin, taz 11.6.2018

    Drei Bauern gründen einen Biohof. Sie bestellen Beete, freuen sich auf die Ernte. Dann setzt auf dem Nachbarhof ein Großbauer Pestizide ein.
    http://www.taz.de/picture/2768945/948/20636920.jpeg
    Der Wind kennt keine Grenzen bei angrenzenden Äckern Foto: Timo Vogt
    MARLIN taz | Der Wind peitscht über Marlin, einem kleinen Dorf im Wendland. Er rüttelt an der trockenen Erde eines kahlen Felds. Es gibt weder Bäume noch Hecken, die ihn bremsen könnten. Böen wirbeln den Boden zu einer 20 Meter hohen, gelbweißen Staubwolke auf. Es ist Mittag, sie verdunkelt den Himmel. Ein Video zeigt, wie sie auf dem Feld des Biohofs niedergeht.

    „Es war eine richtige Weltuntergangsstimmung“, sagt Robert Hahn, der Biobauer, dem der Acker gehört. Als der Sturm aufzog, rannte er raus, um die Planen auf einem Teil seines Gemüseackers festzuzurren. Zuerst war er fasziniert von dem Naturschauspiel und filmte mit seinem Handy die Wolke. Er wusste nicht, dass dieser Tag im April seine berufliche Existenz bedrohen wird. Er ahnte nicht, dass die Wolke Gift enthielt: ein Pestizid, das der konventionell wirtschaftende Bauer von nebenan ein paar Tage zuvor auf die Erde gespritzt hatte.

    Das Gift hatte sich dort in der obersten Bodenschicht festgesetzt und sollte Unkraut zerstören. Doch dann kam der Sturm und blies die Erde auf Hahns Feld – wo nach den Regeln des ökologischen Landbaus solche chemisch-synthetischen Pestizide nicht eingesetzt werden dürfen.

    Erst eine Woche nach dem Sturm bemerkten Hahn und seine Kollegen, Judith Taschenmacher und Roman Best, dass mit vielen ihrer Radieschen, Rettichen und Rucolapflanzen etwas nicht stimmte: Sie bekamen erst gelbe, dann braune Blätter, schließlich wurden sie welk und gingen ein.

    „Ich habe mir erst eingeredet: Das sind Trocken­heits­symp­tome. Aber die Aufhellungen waren nur punktuell auf den Blättern, genau dort, wo der Staub war“, sagt Hahn. Die Pflanzen hatten nicht zu wenig Wasser bekommen, sondern zu viel Gift.
    „Abdrift“ heißt das Phänomen

    Die drei Bauern mussten Hunderte Pflanzen auf den Kompost werfen, weil sie zu stark geschädigt waren oder wahrscheinlich mehr Gift als zulässig enthielten. „Drei Viertel der für den Mai gedachten Ernte ist verlorengegangen“, sagt Hahn. Der Schaden wird wohl mehrere tausend Euro betragen. Viel Geld für so einen kleinen Betrieb. „Es gibt ein Beet, das jetzt gänzlich gelb ist. Das haben wir händisch geharkt. Wir haben die Rillen gezogen, jedes Korn da reingelegt. Das tut einfach weh“, sagt der Landwirt. „Für uns als überzeugte Biobauern ist das der Schock überhaupt“, sagt Taschen­macher.

    „Abdrift“ nennen Fachleute es, wenn Pestizide in Gewässer, Gärten oder auf das Nachbarfeld geweht werden. Jedes Jahr würden in Deutschland Hunderte Biobetriebe durch Pestizide von ihren konventionellen Nachbarn geschädigt, schätzt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Der BÖLW ist der Dachverband der Ökobranche. Auch die Bio­kon­troll­stelle „Gesellschaft für Ressourcenschutz“ rechnet mit dieser Größenordnung. Das Risiko durch Abdrift dürfte viele Bauern davon abhalten, auf Bio umzustellen, befürchtet der BÖLW. Denn fast alle Ökohöfe sind von herkömmlichen Betrieben umgeben.

    Aber das Abdriftproblem gibt es nicht nur in der kleinen Bionische. Auch konventionelle Betriebe werden immer wieder Opfer solcher Kontaminationen. Zuweilen fliegt so viel Gift vom Nachbarn hinüber, dass ihre Lebensmittel die Pestizidgrenzwerte überschreiten, die Behörden oder Supermarktketten vorgeben. Wie viele Höfe davon betroffen sind, dazu veröffentlichen weder Behörden noch Versicherer Statistiken.
    Robert Hahn, Biobauer

    „Drei Viertel der Ernte sind verloren“

    An einem Freitagvormittag, vier Wochen nach dem Sturm in Marlin, sitzen Hahn, Taschenmacher und Best in der Küche ihres Hofs. Robert Hahn ist ein von der Feldarbeit braungebrannter 37-Jähriger mit Vollbart, Cargohose und Sonnenbrille auf dem Basecap. Judith Taschenmacher, 32 Jahre, hat sich ihr elfmonatiges Kind in einer Babytrage auf den Rücken geschnallt. Roman Best ist fast zwei Meter groß und hat lange, nach hinten gebundene Haare. Der 34-Jährige hat wie die beiden anderen ökologische Agrar­wissenschaften studiert. Vor eineinhalb Jahren haben sie den kleinen Betrieb mit seinem etwa zwei Fußballfelder großen Acker übernommen.

    Die drei Existenzgründer stehen unter Druck. In ein paar Stunden werden rund 60 Menschen auf ihrem Hof stehen, um zum ersten Mal Gemüse abzuholen. Sie sind Mitglieder der „Solidarischen Landwirtschaft“, die die drei Bauern gegründet haben. Das „Solawi-Prinzip“ ist einfach: Jedes Mitglied zahlt den Landwirten einen festen Betrag im Monat, um die Produktionskosten zu decken. Dafür erhält es einen Anteil der Ernte. Der Hof ist dadurch unabhängig von schwankenden Marktpreisen, und die Verbraucher bekommen Lebensmittel von Bauern aus der Region – nicht von anonymen Agrarfabriken.

    Doch wegen der Pestizidwolke möchten die Bauern ihre Ernte nicht rausgeben. Sie trauen sich noch nicht einmal, sie selbst zu essen. Das Gemüse könnte zu viel Gift enthalten.
    taz am wochenende

    Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

    Die Mitglieder wissen noch nicht, dass sie heute mit leeren Händen nach Hause gehen werden. „Wir wollen ihnen persönlich erklären, was passiert ist“, sagt Taschenmacher, „damit sie unsere Not verstehen.“

    Die drei wollen den Mitgliedern freistellen, ihren Beitrag von im Schnitt 80 Euro pro Person wie geplant zu zahlen oder bis zur nächsten Ernte zu warten. Die Landwirte hoffen, dass alle schon jetzt überweisen. Denn die laufenden Kosten zahlt die Hofgemeinschaft bisher vor allem mit ihrem Ersparten. „Wir sind vollkommen abgebrannt“, sagt Taschenmacher. „Wir brauchen die Beiträge, um weiterzumachen.“ Wenn die Mitglieder ablehnen, dann könnte das Hof­projekt scheitern. „Das wird heute ein dramatischer Nachmittag“, warnt Hahn.
    Die Gutachterin kostet – 1.500 Euro

    Am Küchentisch der Bauern sitzt auch Annette Kleineke-Borchers. Sie ist Gutachterin für Gartenbau. Die Landwirte haben sie beauftragt; die Haftpflichtversicherung des Nachbarn hat nicht schnell genug einen Experten geschickt, um die Beweise zu sichern. Das soll jetzt die Gutachterin erledigen, aber das kostet 1.500 Euro, dazu kommen noch mehrere hundert Euro für die Auswertung der Proben im Labor.

    Kleineke-Borchers – Jahrgang 1953, dunkelblaue Cordhose, sehr akkurat gebügeltes Hemd – kommt seit gut 30 Jahren immer dann zu ihren Auftraggebern in der Landwirtschaft, wenn jemand einen Schaden angerichtet hat. Regelmäßig geht es um Abdrift. Ihre Gutachten können vor Gericht als Beweis dienen, weil sie von der Landwirtschaftskammer vereidigt ist. Kleineke-Borchers Wort kann Schadenersatzprozesse entscheiden.

    Die Rechtslage bei Pestizidabdrift ist klar: Der Verursacher muss den Schaden ersetzen. Die Haftpflichtversicherungen, sagt Kleineke-Borchers, würden aber bei Pestizidabdrift nicht mehr so leicht zahlen wie früher. Einfach, weil die Fälle zunehmen. Das liegt vor allem am Lebensmittelhandel: Supermarktketten wie Lidl verlangen von den Bauern heutzutage mehr Labor­analysen von Pestizidrückständen in den Nahrungsmitteln. So werden Probleme aufgedeckt, die früher niemand bemerkt hätte. Deshalb schauen die Versicherer jetzt genauer hin und fordern mehr Beweise.

    Die drei Biobauern gucken immer ernster, als sie das hören.
    http://www.taz.de/picture/2768945/948/20636921.jpeg
    Alles ist vergiftet: Dieses Gemüse kann niemand mehr essen. Foto: Timo Vogt

    Die Gutachterin rät ihnen davon ab, die Sache öffentlich zu machen. „Das könnte kontraproduktiv für das Zusammenleben mit den Nachbarn im Dorf sein“, sagt sie.

    Genau deshalb gibt es kaum Berichte über konkrete Fälle von Pestizidabdrift. Die Opfer fürchten, dass die Dorfgemeinschaft sie ächtet.

    Aber die Marliner sind kämpferisch. Best hat früher eigenhändig Äcker besetzt, auf denen Konzerne gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen wollten. Hahn sagt: „Wir wollen, dass das nicht unter den Tisch gekehrt wird wie bei vielen Sandstürmen, die derzeit in Deutschland passieren.“ Er will, dass politischer Druck entsteht, damit Ökobauern besser vor Pestizidabdrift geschützt werden.

    Kleineke-Borchers packt ihren Metallkoffer, ihre Digitalkamera und eine Rolle mit einem langen Maßband. Gemeinsam mit den Landwirten geht sie in den Garten hinter dem Wohnhaus. Bereits nach wenigen Metern stoppt sie. Sie fotografiert Kleegras und Brennnesseln. Ihre Blätter haben gelbe, manchmal braune Flecken. Ein typisches Zeichen für Vergiftung durch ein Unkrautvernichtungsmittel. „Das ist ja schon heftig hier“, sagt die Gutachterin. Denn diese Pflanzen stehen immerhin 150 Meter vom Feld des Nachbarn entfernt und sind dennoch erheblich verseucht.

    Noch schlimmer ist es im Gewächshaus 50 Meter neben dem Nachbaracker. „Der Staub ist durch alle Ritzen durchgekommen“, berichtet Hahn. Die Gutachterin nimmt ein Mangoldblatt mit gelben Punkten in die Hand, guckt sich die Unterseite an. Ihr Urteil: „Wenn Sie solche Symptome sehen, können Sie es keinem mehr geben.“ Der Schaden sei „massiv“. So ist es auch beim Blattstielgemüse, dem Asia­salat, dem Kohlrabi. Ähnlich ist das Bild auf dem Acker der Hofgemeinschaft neben dem Gewächshaus.
    Die Kunden sind solidarisch

    Um die Pestizidabdrift gerichtsfest zu beweisen, will Klei­ne­ke-­Borchers Proben des Bodens und der Pflanzen im Labor untersuchen lassen. Sie klappt ihren Koffer auf, stülpt sich weiße Einmalhandschuhe aus Gummi über, damit kein Stoff von ihren Händen die Proben verunreinigt. Sie schneidet jeweils 200 Gramm Blätter zum Beispiel von Wirsing-, Spitzkohl und Petersilie ab und steckt sie in 3-Liter-Gefrierbeutel. In eine doppelt so große Tüte schippt sie mit einer Handschaufel Acker­erde, von zehn verschiedenen Stellen pro Probe, damit sie möglichst repräsentativ ist. Schließlich misst sie aus, wie viele Quadratmeter der einzelnen Beete betroffen sind.

    Stundenlang untersucht Kleineke-Borchers den Acker; die Bauern müssen ihr dabei helfen. Es ist Nachmittag geworden. Sie haben keine Zeit mehr fürs Mittagessen. Die ersten Solawi-Mitglieder stehen schon auf dem Hof. Etwa 20 Leute setzen sich auf Bierbänke und ein paar Stühle im Kreis, die teils unter dem Schleppdach eines alten Hofgebäudes stehen. Auf einem Tisch liegt selbst gebackene Pizza, einige Mitglieder haben auch selbst gebackenes Brot mitgebracht.

    Hahn hat die Beine übereinandergeschlagen. Mit der einen Hand hält er die andere fest. Er wirkt angespannt. „Wir können erst einmal kein Gemüse liefern“, sagt er. Er erzählt den Solawi-Mitgliedern von der Wolke, den Pestiziden, erklärt ihnen, was eine Abdrift ist, und sagt, dass gerade eine Gutachterin da war, die den Schaden dokumentiert.

    Die Runde ist still geworden. Die Vögel zwitschern, ein Kind wirft einen Basketball in einen Korb auf dem Hof. Auf der Straße donnert ein schwerer Traktor vorbei.

    „Oh Mann, das ist ja wirklich …“, sagt Mareike Scharmer schließlich. Sie trägt eine extravagante Brille mit einem dicken, sehr bunten Kunststoffrahmen und eine türkisfarbene Hose, die mit Farbklecksen übersät ist. Die 55-jährige Künstlerin ist Mitglied in der Solawi geworden, weil sie näher dran sein möchte an der landwirtschaftlichen Produktion, weil sie so „ein ganz anderes Verständnis entwickeln kann, wie viel Arbeit das ist und was für Herzblut da drinsteckt“. Sie wollte unbedingt die jungen Leute unterstützen, die den Mut hatten, hier einen Hof zu bewirtschaften. „Das fand ich ganz großartig. Umso trauriger finde ich, was jetzt hier passiert.“ Sie schüttelt den Kopf.
    Ein Mann in rotem Shirt zeigt anderen etwas auf einem Acker
    http://www.taz.de/picture/2768945/948/20636901.jpeg
    Robert Hahn zeigt den Mitgliedern des Solidarischen Landwirtschaftsbetriebs die kontaminierten Flächen Foto: Timo Vogt

    Dann stellen sie und andere Mitglieder Fragen: Ob auch das Gewächshaus von der Verseuchung betroffen sei, ob das wieder passieren könne. Ob man das Pestizid im Essen schmecke.

    Ein Mann, der ganz in der Nähe wohnt, dankt der Hofgemeinschaft, dass sie gegen die Pestizidbelastung der Nachbarschaft durch die konventionellen Bauern vorgehen. „Wir haben das seit 20 Jahren hier.“

    „Wenn es euch hilft, könnt ihr weiter von meinem Konto abbuchen“, sagt einer. „Von meinem auch“, sagt Mareike Scharmer.

    Genau für solche Fälle gebe es das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft, sagt Oliver Kranik, der selbst Bauer in der Gegend ist. Die Verbraucher lassen die Landwirte nicht allein mit dem Risiko. „Das ist genau das, was uns ausmacht.“ Viele applaudieren. „Wir stehen hinter euch“, ruft Scharmer.

    Robert Hahn schießen die Tränen in die Augen: „Ich freue mich über jeden von euch, der …“ – seine Stimme stockt – „… solidarisch ist“, ergänzt eine Frau.
    Teil des Systems

    Es sieht so aus, als ob die Gemeinschaft zusammenhält.

    Doch Roman Best und die anderen wissen, dass ein Großteil der Landwirtschaft anders funktioniert, dass Höfe wie ihrer kleine Ausnahmen sind, die einer übermächtigen Industrie gegenüberstehen.

    „Solange es in Deutschland nur 200 Solawi-Betriebe und nicht 2 Millionen gibt, muss ich mich mit der konventionellen Landwirtschaft und ihren zerstörerischen Auswirkungen auseinandersetzen“, sagt Best. Dieses System, wie er die konventionelle Landwirtschaft nennt, werde von der Chemie­in­dus­trie propagiert. „Da steckt richtig viel Kohle drin.“

    Für Best ist auch der mutmaßlich für die Pestizidkontamination verantwortliche Bauer ein Teil dieses Systems. Man kann nicht mal schnell zu Fuß zu ihm rübergehen von Marlin aus. Denn der Landwirt wohnt ein paar Kilometer entfernt in einem anderen Dorf. Er kann nicht in der Nähe von all seinen Feldern sein. Schließlich bewirtschaftet er nicht wie die Marliner nur 2, sondern gleich 200 Hektar.

    Also anrufen. Seine Frau geht ans Telefon. Als sie ihn holt, hört man Kindergebrabbel. Er habe einen Familienbetrieb mit zwei Mitarbeitern, erzählt der Landwirt. Aber er kennt die Menschen nicht, die seine Nahrungsmittel essen. Schließlich liefert er „an die Industrie“, wie er sagt. Seine Petersilie zum Beispiel lande in Tütensuppen.

    Er bestreitet nicht, dass das Pestizid zusammen mit der Erde von seinem Acker auf das Feld der Marliner geflogen ist. Er weiß, dass das Labor inzwischen das Gift Aclonifen sowohl in den Boden- als auch den Pflanzenproben gefunden hat. Aclonifen ist der Wirkstoff seines Unkrautvernichtungsmittels, „Bandur“ vom Hersteller Bayer.

    In der Erde aus der Nähe seines Felds sind die Mengen größer als in weiter entfernt gezogenen Proben. Das ist die für Abdrift typische Verteilung. Auch deshalb ist es unwahrscheinlich, dass die Marliner selbst das Gift gespritzt haben. Abgesehen davon, dass das aus ihrer Sicht sinnlos gewesen wäre: Schließlich hat „Bandur“ ihre Ernte dezimiert, nicht vergrößert.
    Der Großbauer verteidigt sich

    Er habe alles richtig gemacht, sagt der Landwirt. „Es ist kein Anwendungsfehler“, beteuert er. Als er das Pestizid spritzte, sei das Mittel nicht abgedriftet. Erst der außergewöhnlich starke Sturm habe den Ackerboden her­über­geweht. „Das war nicht vorhersehbar.“ Seiner Meinung nach ist der Vorfall „höhere Gewalt“ – also nichts, wofür er etwas kann.

    Die Böen hätten wahrscheinlich nicht so viel Boden mitgerissen, wenn er beispielsweise von Kleegraswurzeln durchsetzt gewesen wäre. Mit so einer „Zwischenfrucht“ sichern gerade Biobauern ihre Äcker gegen Erosion. „Von der Sache her ist das richtig“, räumt der Landwirt ein. Aber auf der Fläche seien erst im November Zuckerrüben gerodet worden. Und dann sei es zu spät, um eine Zwischenfrucht zu säen.
    Robert Hahn, Biobauer

    „Wir wollen nicht, dass das unter den Tisch gekehrt wird“

    Über die Verseuchung des Nachbarhofs sagt er: „Das ist eine Katastrophe für alle Beteiligten.“ Aber er wirft der Hofgemeinschaft eine Mitschuld vor. „Die anderen sind auch ein bisschen in der Sorgfaltspflicht. Wenn ihr Gewächshaus nicht geschlossen ist bei so einem Sturmereignis, dann müssen sie sich darum kümmern.“ Die Schäden, das bestätigt die Gutachterin, sind jedoch auch außerhalb des Gewächshauses entstanden.

    Ohne Pestizide könne er seine Petersilienfelder nicht bestellen, sagt der Landwirt. Sie per Hand von Unkraut zu befreien, zum Beispiel mit Erntehelfern, ist ihm bei einem Mindestlohn von 9 Euro und den niedrigen Lebensmittelpreisen zu teuer.

    Der Bauer kritisiert, dass die Marliner ihren Fall in die Presse bringen. Er wolle nicht „in der Öffentlichkeit gebrandmarkt“ werden. „Das finde ich nicht ganz fair.“ Die Marliner würden „Stimmungen machen“. Auf keinen Fall will er mit Namen in der Zeitung genannt werden.

    Den Schaden hat er seiner Haftpflichtversicherung gemeldet, ob sie die Summe übernimmt, ist noch unklar: „Ich weiß nicht, wie das weitergeht.“ Das ist alles, was er dazu sagt.
    Gänsehautgefühl bei den Jungbauern

    An dem Abend nach dem Krisentreffen der Solawi-Mitglieder in Marlin stehen auf dem Biohof noch einige zusammen, sie trinken etwas und besprechen den Tag. Endlich kann Robert Hahn auch etwas essen.

    Sie haben sich geeinigt: Alle Mitglieder zahlen ihre Beiträge auch ohne Ernte. Viele spenden der Hofgemeinschaft Geld.

    Nicht auszudenken, wenn die Bauern nicht diese Gemeinschaft hätten, die sie unterstützt. Auch mehr als einen Monat nach dem Sturm hat die Versicherung über ihren Fall nicht entschieden und schon gar nicht gezahlt. Sie überlegen jetzt, ob sie eine Hecke pflanzen als Barriere zum konventionellen Nachbaracker. Viele Mitglieder wollen dabei helfen.

    „Diese Solidarität rührt mich, ich kriege ein Gänsehautgefühl, weil ich denke: Ja, das ist, weshalb ich mich seit so vielen Jahren mit Solawi auseinandersetze. Weil ich die Chance habe, eine völlig neue Art von Wirtschaft zu erfinden“, sagt Hahn. „Das ist genau das, wovon ich träume.“
    ————————————————————————————————————————————————————————————– Siehe auch:
    Pestizidtest: Blühstreifen
    Abdriftgefahr ist größer als gedacht: 71% der Proben mit Pestiziden belastet – Blühstreifen sind Gefahr für Schmetterlinge, Bienen & Co
    https://www.global2000.at/publikationen/ackerrandstreifen-test

    und:
    Brandenburg Glyphosat und Co. sorgen für giftgrüne Uckermark Initiative kämpft gegen Pestizid-Einsatz
    Glyphosat tötet alle Pflanzen ab, doch für den Menschen soll das Unkrautgift ungefährlich sein. Es mehrten sich jedoch Studien, wonach Glyphosat „erhebliche negative Effekte” für Umwelt und Gesundheit habe. In der Uckermark kämpft eine Bürgerinitiative gegen den Einsatz des umstrittenen Pestizids.
    http://www.maz-online.de/Brandenburg/Pestizide-Glyphosat

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