Umweltforum Münster appelliert für Rodungsstopp im Hambacher Forst

    Appell für einen Rodungsstopp im Hambacher Forst
Mit einem eindringlichen Appell haben sich das Umweltforum Münster, die Klima-Inititive Münster sowie verschiedene andere Gruppen und Initiativen der Eine-Welt- und der Umweltbewegung an die Öffentlichkeit gewandt. Sie fordern darin vom Energiekonzern RWE den Stopp der Rodungen im Hambacher Forst. Dort wolle RWE für seinen
Braunkohletagebau vollendete Tatsachen schaffen, obwohl derzeit die sog. Kohlekommission einen gesellschaftlichen Konsens für einen rascheren und sozialverträglichen
Kohleausstieg erzielen will. Die Unterzeichner verweisen auch darauf, dass „unsere Münsteraner Mitbürgerin und Bundesumweltministerin Svenja Schulze“ ebenfalls für ein
Rodungsmoratorium eintrete. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen würden ausweisen, „dass Deutschland mit einer Kohleverstromung nach den bisherigen Planungen
weder die Klimaziele 2030 erreichen noch seine internationalen Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllen kann“. Weiter heißt es in dem Appell:
„Wir rufen unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, ihren Protest gegen den ungebremsten Raubbau an Natur, Klima und Zukunft zu artikulieren und sich im Sinne der Zukunft
und Lebenschancen unserer Enkel am friedlichen und gewaltfreien Widerstand dagegen zu beteiligen.“ (Den gesamten Wortlaut unter www.umweltforum-muenster.de)
Mahnwache und Fahrt zum Hambacher Forst Die gegenwärtige Diskussion und Situation rund um den Hambacher Forst und den Kohleausstieg veranlassen die Klimainitiative Münster und das Umweltforum Münster zu einer Mahnwache in der Stadt und zu der Einladung zu einer
Fahrt zum umstrittenen Hambacher Forst.
Am Samstag, 8.9. soll es in der Zeit von 10 – 14 Uhr eine Mahnwache und einen Info-Tisch geben. Motto: „Die Schöpfung bewahren – das Klima schützen – den Hambacher Forst retten“. Gesucht werden noch Mitmenschen, die sich an der Mahnwache beteiligen und
sich z.B. für eine halbe oder ganze Stunde zur Verfügung stellen. Kontakt dafür: Klaus Kasimier; mobil 01711641321.
Für Sonntag, den 16.9. laden Klimainitiative und Umweltforum ein, den Hambacher Forst zu besuchen und sich entweder an einer geführten Wanderung durch einen der ökologisch wertvollsten Wälder Nordrhein-Westfalens oder an der Baumpflanzaktion „Aufbäumen“ zu beteiligen. Informationen dazu gibt es unter www.hambacherforst.org.
Hilfreich wäre es, die Teilnahme an der Fahrt vorher anzukündigen bei Michael Tillmann, möglichst per mail unter m-tillmann@muenster.de. Da die Fahrt mit der Bahn erfolgt,
muss man sich um 8.15h im Hbf. vor dem Reisezentrum
einfinden. Kosten ca. 10 bis 12 € pro Person.
Für eine „zeit-gerechte Klimapolitik“ Eine bemerkenswertee Studie hat der „Wissenschaftliche
Beirat der Bundesregierung GlobaleUmweltveränderungen“(WBGU) im August vorgestellt und auch der Bundesumweltministerin Svenja Schulze überreicht. „Zeitgerechte Klimapolitik: Vier Initiativen für Fairness“ ist das 48-seitige Papier übertitelt. In der Öffentlichkeit fand vor
allem der Vorschlag Beachtung, für Klimaflüchtlinge einen „Klimapass“ einzuführen, zumindest für diejenigen, deren Staat im Meer versinken wird und die damit im wahrsten Sinne des Wortes „staatenlos“ werden. Hochinteressant sind aber auch die Aussagen zur einer gerechten Ausgestaltung einer „Dekarbonisierungsstrategie“ und damit einer Kohleausstiegspolitik. Die Autoren machen klar, dass es hier nicht um Kompromisse mit den Anforderungen eines global
wirksamen Klimaschutzes gehen kann. Dekarbonisierung werde nicht durch die ökonomischen Marktmechanismen erzwungen, sondern sei ein politisches Ziel, das der Einsicht in die destruktiven Wirkungen gefährlichen Klimawandels folge. Zu wünschen ist, dass sich die Kohlekommission intensiv mit diesem sehr gut lesbaren Papier auseinander
setzt. Es kann unter www.wbgu.de kostenlos bestellt und als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Klimaschutzinfo Münster hier ganz lesen: Klima-Info 2018-09

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