Archiv der Kategorie: Ökologie und Vegetationen

BI Billerbeck interessiert sich für die Pestizid-Ausstellung

Interesse an der Ausstellung zum Thema Pestizide im Sendener Rathaus hat der Bericht auf der Westfalen-Seite der WN geweckt. Eine Delegation einer Billerbecker Bürgerinitiative verabredete sich mit Vertretern der Agenda21Senden, um sich die Ausstellung anzusehen und und sich über die Reaktion der Sendener Landwirte informieren zu lassen. Die Informationstafeln über den Irrweg Pestizide sollen demnächst auch in Billerbeck gezeigt werden.

Wie das Arten- und Insektensterben stoppen? – Biotopverbundlinien überall in der Landschaft sind dringend erforderlich!

Eine Zusammernstellung von Jürgen Kruse:

„Heckenpflege“ in Legden-Münsterland, Überhälter weg, Gehölze zerfleddert .

Klimakatastrophe und Artensterben sind die Probleme, die rasches und konsequentes Handeln erfordern.Die chemieorientierte Industrie-Landwirtschaft ist nicht nur bedeutender Faktor bei der Klimaerwärmung, Feinstaub- und Keimproduzent, sondern auch Hauptursache für das dramatische Sterben von Pflanzen- undTierarten, u.a. der Wildbienen, die zu den wichtigsten Bestäubern gehören. Mit giftiger Gülle, tödlichenPestiziden und Kunstdünger werden die Lebensgrundlagen (Boden, Wasser und Luft) zerstört. Auch dieGesundheit der Menschen ist bedroht (Feinstaub, multiresistente Keime, Giftnebel, Bioaerosole…).Erst eine Agrarwende hin zu ökologischer Landwirtschaft kann diesen Niedergang aufhalten. Daher mussdringend über die Pestizidlüge aufgeklärt werden, die nur den Chemie- und Agrarkonzernen nutzt (das leistetu.a. die Ausstellung „Irrweg Pestizide“. 1)

Vandana Shiva hofft auf eine Welt ohne Pestizide bis 2030 und ruft zum „weltweiten zivilen Ungehorsam“ auf, verbunden mit 100 Prozent Bio-Landbau. 2)

Naturschützer versuchen mit kleinen Oasen die Vielfalt zu erhalten bzw. neu zu schaffen, u.a. mit Wildbienenprojekten (siehe u.a.: UN-Dekade „Biologische Vielfalt“-Projekt 3)

.Eine wesentliche Ursache für das bedrohliche Artensterben ist neben der flächendeckenden Dauerberieselungder Feldflur mit belasteter Gülle bzw. Kunstdünger und mit tödlichen Giften das Verschwinden bzw. dieVerstümmelung der Biotopverbundlinien, vor allem der Hecken und Wallhecken.Stattdessen brauchen wir für Klima- und Artenschutz viele km mit neuen Heckenlinien und mit Säumen und Rainen sowie überall Uferrandbepflanzungen. Der ökologische Wert der Hecken (mit Kernzone, Mantel undbeidseitigem Krautsaum) ist vielfach beschrieben und dokumentiert. 4)

Die Broschüre“Biotopverbundplanung“des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (1989) belegt,dass manschon damals klar die Notwendigkeit für neue Heckenlinien,Uferrandbepflanzungen etc. zur Sicherung der Artenvielfalt in der sogenannten „Kulturlandschaft“ sah!Stattdessen wurde die zuständige Stelle („Koordinationsstelle Umweltschutz“) aufgelöst, die Broschüreverschwand in der Versenkung und die Naturzerstörung, die Massaker an Hecken und Bäumen gingen weiterund haben mit der heutigen radikalen Ausräumung der Landschaft hoffentlich ihren Endpunkt erreicht.Was hierzulande als „Pflege“ des „Straßenbegleitgrüns“ praktiziert wird, kann man aus Sicht der Tiere (derInsekten/Bestäuber) und der Pflanzen nur noch Hecken- und Baummassaker nennen. Oft entspricht dieserMissstand faktisch einer Beschädigung öffentlichen Eigentums oder einer „gemeinschädlichenSachbeschädigung“ (§ 304 StGB). 5)

Betrug mit Kompensationsmaßnahmen – Ahaus kein Einzelfall …

In der Stadt Ahaus ist ein skandalöser Fall von Betrug mit Ausgleichsmaßnahmen für Versiegelungen,Baumaßnahmen, Gewerbegebieten etc. aufgedeckt worden, der auf Lücken im Naturschutz- und Baurechthinweist! Die als Kompensationen vorgesehenen Pflanzungen von Bäumen, Hecken usw. sind systematischunter den Augen der zuständigen Behörden nicht getätigt oder wieder beseitigt worden. 6)

Wir brauchen die Absicherung und Kontrolle einer naturnahen und die ökologischen Funktionensicherstellenden Pflege aller die Artenvielfalt fördernden Landschaftselemente und Naturräume!Die desaströse Situation des Arten- und Insektensterbens spricht eine deutliche Sprache: DieSummationswirkungen aller Eingriffe, die wir vermeintlich legitim in die Natur vornehmen, ist für unsereNatur nicht tragbar! Eine realistische Analyse der Situation zeigt: Wir stehen auf einem Kartenhaus, das imBegriff ist einzustürzen.Wir brauchen eine Neudefinition des Begriffs „Übergeordnetes öffentliches Interesse“ vor dem Hintergrunddes aktuellen Artensterbens! Unter dem Deckmantel dieses Begriffes werden viele, erheblich naturschädlicheMaßnahmen vermeintlich legitimiert, zum Nachteil der nach uns folgenden Generationen! Erhalt und Schutzfunktionierender Ökosysteme für die folgenden Generationen sind unser tatsächliches „Übergeordnetesöffentliches Interesse“.„Summationswirkungen“ und „Erhebliche Beeinträchtigungen“ laut FFH -Richtlinie werden nichtausreichend realistisch erfasst. Daher sind sie kein ausreichendes Mittel, um Arten- und Insektensterben lokalaufzuhalten.Auch unsere sogenannten „Ausgleichsmaßnahmen“ gewährleisten nicht den ausreichenden Schutz derletzten verbliebenen, unzerschnittenen Naturräume und sind kein geeignetes Mittel, um Arten- undInsektensterben lokal und global aufzuhalten. 7)

FAZIT: Unsere Naturschutzgesetze reichen einfach nicht aus!

Blühstreifen als Propagandatrick?

„Es ist pervers. Verglichen mit intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen sind unsere Städte, jasogar viele Randstreifen von Autobahnen mittlerweile geradezu ein Hort der Biodiversität“, so SusanneDohrn in ihrem neuen Buch „Das Ende der Natur. Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unsererHaustür“. 8)

Das Bundesnaturschutzgesetz fordert Biotopvernetzung. Insbesondere in landwirtschaftlichen Gebieten sind „zur Vernetzung von Biotopen erforderliche lineare und punktförmige Elemente, insbesondere Hecken undFeldraine sowie Trittsteinbiotope, zu erhalten und dort wo sie nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind,zu schaffen“ (§ 21 (6)) Fachleute fordern schon lange überall Biotopvernetzungen zu schaffen. 9)

Die nun überall propagierten Blühstreifen sind ja nur der Versuch, einen kleinen Ausgleich für dieverschwundenen Hecken, Krautsäume und Feldraine zu schaffen.Mit großem PR- und Propagandaaufwand versuchen Chemie- und Agrarindustrie und Bauernfunktionäre mitBlühstreifen von den Ursachen des Artensterbens abzulenken. Oft in einjährigen Blühstreifen entlang vonMonokulturen (wie Mais) werden verschiedenste Blühmischungen eingesät. Nach wenigen Monaten werdendiese Standorte wieder „bearbeitet“ (gemäht, verdichtet, mit Pestiziden behandelt etc.). Damit werden dieseFlächen zu Todesfallen für die Tiere, denen man vermeintlich helfen will. in diese Streifen gelockten Tiereund ihre Lebensgrundlage werden wieder vernichtet (das möglicherweise noch mit Steuergeldern gefördert!).

Propaganda-Blühstreifen an Maisfeld/Legden 2019 (für wenige Wochen).

Ohnehin sind die Kommunen im Rahmen der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ 10) verpflichtet,die kommunalen Wegränder zurückzuholen für neue Biotopverbundlinien in Form vonökologisch bedeutsamen Hecken (mit Kernzone, Mantel und Saum) bzw. Dauerblühstreifen mit heimischenWildkräutern. Hier sindpositiv die Bemühungen in der Stadt Vreden, zumal hier auch ein Heckenkataster sowie ein Pflegekonzeptvorgesehen sind. 11) Im Münsterland wurde dazu ein Muster-Antrag entwickelt, der in jeder Kommune als Bürgerantrag oder über eine Fraktion gestellt werden könnte. 12)

Der Bauernverband hat auf Landes- und Kreisebene Rahmenvereinbarungen zur Biodiversität mitunterzeichnet. Dennoch sieht man davon in den ausgeräumtenZonen mit grünen Wüsten eher nichts,stattdessen werden Propagandafeldzüge geführt mit Hinweistafeln an fragwürdig aufgestellten undbestückten Insektennistwänden, in Alibi-Blühstreifen usw.. Eine sogenannte „Nachhaltigkeitsstrategie“ desWLV produziert Sprechblasen und Scheindiskussionen. Selbst eine Beratung durch dieLandwirtschaftskammer in Sachen „Blühstreifen“ hat hier im Kreis Borken z.B. anscheinend nicht zu einernaturfreundlicheren Einstellung von Landwirten geführt.Weiterhin wird Gülle-Entsorgung und Giftspritzerei betrieben bis auf/über Graben- undGewässerböschungen. Auch die Wasserrahmenrichtlinie wird nicht umgesetzt.Landwirte und Bauhöfe der Kommunen, des Kreises, des Landes richten an Hecken und Bäumen weiterhinMassaker an.Eine naturnahe Pflege im Einklang mit dem Naturschutzrecht (abschnittweises „Auf-den-Stock-setzen“ etwaalle zehn Jahre) muss zuerst einmal gewollt und durchgesetzt werden. Dabei sind Hecken ein eigenerHabitattyp mit mehr Gehölzarten als in Wäldern und vielen Lebensmöglichkeiten auf eng begrenztem Raum,wenn man sie in Ruhe lässt unddie ökologischen Funktionen beachtet (u.a.: breiter Krautsaum). 13)

Angesichts des sich beschleunigenden Klimawandels und des dramatischen Anstiegs der „Treibhausgase“können wir uns ein „Weiter so!“ nicht mehr leisten. Die Kommunen müssen alle klimafreundlich werden und„aufblühen“, die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ und die UN-Agenda 2030 (für „nachhaltigeEntwicklung“) wird sonst zu einer Karikatur! 14)

Wenn man nur die in der Flurbereinigung vorgesehenen Heckenlinien aktivieren, die in denLandschaftsplänen vorgeschlagenen Biotopverbundlinien endlich schaffen und alle Ausgleichsmaßnahmenumsetzen und kontrollieren würde, wäre eine ausreichende Basis für die Schaffung der vielen km mit neuenBiotopverbundlinien – besonders in Form von Hecken und Wallhecken -schon vorhanden. Siehe dazu den„Anwalt der Wallhecken“ Georg Müller (www.wallhecke.de) und den Arbeitskreis Heckenschutz(www.hecke.wg.vu)!

Bild 4: Dauerblühstreifen mit heimischem Saatgut (Münsterland) in Legden-Asbeck im 2. Jahr

Anmerkungen/Literatur:

1 ) Austellung „Irrweg Pesizide“, Übersicht/Beschreibung hier:http://www.izn-friedrichsdorf.de/Aktuelles/Current-Topics/und:https://my.hidrive.com/share/y-0akjb1ueund (Themenübersicht):http://nabu-leverkusen.de/nabubund-leverkusen/themen/pestizide/Bestellung/Ausleihe:mail-an-irrweg@web.de

2 ) Interview mit V. Shiva „Ohne Pestizide bis 2030“, Schrot&Korn, H. 08-2019, S. 25-27 (und:https://schrotundkorn.de/lebenumwelt/lesen/interview-ohne-pestizide-bis-2030.html?fbclid=IwAR1Jh4TtW0RZtuKidz0mnKj-x628fp9E_NUZXpAGiZ3sAQH-IWrJftRmQvI)Gefahren durch die Pestizide:“Unser täglich Gift. Die unterschätzte Gefahr“ von Prof. J. Zaller Deuticke Verlag, Wien 2018; und:Andre‘ Leu: „Die Pestizidlüge. Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt“,oekom Verlag, München 2018

3) https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/aktuelle-projekte-beitraege/detail/projekt-details/show/Wettbewerb/1857/und:http://www.gut-fuer-das-westmuensterland.de/projects/55423UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung bis 2030, u.a.:https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/un_agenda_f_r_nachhaltige_entwicklung_bis_2030_2036.htm

4) Hecken fördern Artenvielfalt bei Feldvögeln stärker als ökologischer Landbau,http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?archive=true&archive_source=presse&archive_id=3713Siehe auch: Hermann Benjes, Die Vernetzung von Lebensräumen mit Benjeshecken,Natur&Umwelt Verlag, Bonn 1998.

5) Speziell zur Baumverstümmelung siehe:http://www.arboristik.de/baumpflege_offener_brief_23042018.html?fbclid=IwAR3urxFvQWjpFy27Sm8brY3Y7LCM2b3ikO3GAdmzg3vGeQNzs23zhrM_D0ozurnaturfeindlichen „Heckenpflege“ siehe:www.hecke.wg.vuund auf facebook:https://www.facebook.com/Heckenschutz.de/(auch: „Notizen“)

6) Wie in Niedersachsen (https://www.ndr.de/nachrichten/Mangelnde-Kontrolle-bei-Ausgleichsflaechen,ausgleichsflaechen100.html) wurde auch im Münsterland ein systematisches Unterlaufen der Ausgleichsmaßnahmen aufgedeckt:https://www.muensterlandzeitung.de/ahaus/fehlende-ausgleichsmassnahmen-armin-siemes-behoerden-1423809.html

7) „Legitimierte Zerstörung von Biodiversität“, Heinrich Böll Stiftung 11/2018 (https://www.boell.de/de/2018/11/29/legitimierte-zerstoerung-von-biodiversitaet)

8) Links Verlag, Berlin 2017, S. 10

9) Siehe u.a. die Projekte mit Prof. Berthold:https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/aktuelle-projekte-beitraege/detail/projekt-details/show/Wettbewerb/1172/und die Initiativen: NaturGarten e.V.:https://www.naturgarten.org/und: Netzwerk BlühendeLandschaft:http://bluehende-landschaft.de/

10) https://www.bfn.de/themen/biologische-vielfalt/nationale-strategie.html

11) https://www.google.com/maps/d/edit?mid=zHqu4_VmqlMQ.kJ_JjubRRI6E&usp=sharing

12) http://hecke.wg.vu/neue_hecken_und_biotopverbundlinien_und_krauts__ume/

13 ) http://hecke.wg.vu/naturnahe_heckenpflege/

14) UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung bis 2030, u.a.:https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/un_agenda_f_r_nachhaltige_entwicklung_bis_2030_2036.htm

WN: 2000 Tüten mit Wildblumen-Samen – Pflanzaktion keimt erfolgreich auf

Senden – Die Sendener werden für die Artenvielfalt und den Insektenschutz aktiv: Im Rahmen der Aktion „Senden blüht auf“ sind mittlerweile 2000 Tüten mit Wildblumen-Samen für die Gärten und Vorgärten in der Bevölkerung verteilt worden. Von Sigmar Syffus Mittwoch, 15.05.2019, 14:45 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 18:08 Uhr


Gemeinsam mit seiner Frau Anne sowie den Söhnen Henrik und Jarne (r.) hat Bürgermeister Sebastian Täger in seinem Vorgarten Wildblumen als „Bienen-Landeplätze“ gepflanzt. Foto: privat

Maifest als Spiegel der realen Elektromobilität. Schutz der Artenvielfalt ist hoch aktuell.

Zwei Schwerpunkte wird der traditionelle Stand der Agenda21Senden beim diesjährigen Maifest haben: Elektroautos und Artenvielfalt. Neben den eigenen Fahrzeugen in der Agenda-Gruppe und der Gemeindeverwaltung sollen Sendener Bürgerinnen und Bürger und Enthusiasten aus der Region die Möglichkeit haben, ihre E-Autos vorzustellen. Als kleinen Anreiz gibt es nach dem kurzen Interview am Stand an der Herrenstraße einen Pfannekuchen aus heimischen Zutaten, die von Sendener Landwirten gestiftet wurden.

Voll elektrischer Radlader von Kramer.

Zwei Hingucker besonderer Art kommen dazu, ein elektrischer Radlader aus Nottuln und ein Elektro-Kastenwagen von Mercedes aus Bösensell. Der Radlader der Firma Kramer aus Pfullendorf dürfte vor allem für Landwirte mit PV-Anlagen interessant sein, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Der Vito ist ein Auto für gewerbliche Transportkunden, die Wert auf abgasfreies Liefern legen.  Ein neuer Elektro-PKW, den es auf unseren Straßen noch nicht gibt, ist ein KIA aus Selm. Leider nur als Plakat wird der Sono Sion gezeigt, den einige der Gruppe schon bestellt haben. Das Besondere an diesem Fahrzeug sind die integrierten Solarzellen und die Software zum  Power- und Carsharing. Jeder, der sich als Besteller outet, bekommt ebenfalls einen Pfannekuchen (Bestellnummer bereit halten).

Neu um die Blütenpracht in Senden kümmert sich die Bürgerinitiative „Senden blüht auf“, die Tütchen mit Wildblumensamen an interessierte Bürgerinnen und Bürger verteilen wird. Gezeigt wird auch der erste neu entwickelte Blumenkübel aus Paletten, der demnächst den Sendener Ortskern mit blühenden Blumen bereichern wird. Schirmherr der Aktion ist Bürgermeister Sebastian Täger. Die Gemeinde und die Sendener Landwirte kümmern sich schon seit einigen Jahren um Blühstreifen im Außenbereich, nun soll auch das Sendener Zentrum erblühen.  Über das brisante Thema Pestizide möchte die Agenda-Gruppe informieren und ins Gespräch kommen. Maifest-Gäste können über ausgelegte Meinungskärtchen kundtun, was sie von Glyphosat und Ähnlichem halten. Die Agenda-Gruppe ist gespannt auf die Reaktionen.

Wie schon in früheren Jahren wird die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie darüber informieren, wie man durch Sonnentechnologie selbst etwas gegen die Klimakrise tun kann. Für fetzige Musik ist auch wieder gesorgt. Das Sendener Rock- und Blues-Trio wird die Besucher mit seinen flotten Rhythmen erfreuen.

Senden blüht auf – Bürgermeister Schirmherr

Unsere Gemeinde im Grünen soll noch grüner werden

Klaus Feils und Sebastian Täger wollen Senden aufblühen lassen.

Das Aufstellen des Maibaums nutzten Sebastian Täger und Klaus Feils. In seiner Eigenschaft als Schirmherr rief Sebastian Täger die BürgerInnen auf, in Senden mehr Blumen blühen zu lassen und somit den Bienen und anderen Insekten wieder mehr Lebensraum zu bieten. Schon etliche Gruppen und Verbände seien seit Jahren aktiv, der Sendener Bevölkerung blühende Landschaften zu bescheren. Auch die Gemeinde Senden geht auf einigen ausgewählten Flächen mit gutem Beispiel voran und legt mit dem Bauhof Blumenwiesen an. Die Agenda21Senden verteilt seit längerer Zeit Blumensamen beim Maifest. Nun übernimmt das auf Initiative von Klaus Feils, der sein Projekt beim Maibaumaufstellen vorstellte, die Gruppe Senden blüht auf. Außerdem hat sie Blumenkübel aus Paletten entwickeln lassen, die den Sendener Orskern bereichern könnten. Sponsoren werden gesucht. Wildblumensamen gibt es demnächst beim Maifest noch einmal.

Maibaumaufstellen am Laurentiusbrunnen

WN: Tradition auf „neue Beine“ gestellt

WN, Senden – Im vergangenen Jahr musste das Maibaumaufstellen wegen der laufenden Bauarbeiten am Brunnen und an der Eintrachtstraße ausfallen. In diesem Jahr soll die traditionelle Feier auf „neue Beine“ gestellt werden. WN, Mittwoch, 24.04.2019

Der Maibaum wird am kommenden Dienstag aufgestellt. Beim Maifest am 11. und 12. Mai ist er Dreh- und Angelpunkt.
Der Maibaum wird am kommenden Dienstag aufgestellt. Beim Maifest am 11. und 12. Mai ist er Dreh- und Angelpunkt. Foto: Gemeinde Senden

Der Platz am Laurentiusbrunnen erstrahlt nach der Umgestaltung seit einigen Wochen in neuem Glanze. Ein guter Anlass für die Gemeinde Senden und den Gewerbeverein Senden, auch das traditionelle Maibaumaufstellen auf „neue Beine“ zu stellen. Weiter in den WN.

Die neue Gruppe „Senden blüht auf“ wird gegen eine Schutzgebühr von 1 € Wildblumensamen an die BürgerInnen abgeben. Petra Volmerg und der Verwaltung ist es ein Anliegen, dass die Sendener Umweltschutz-Gruppen sich gegenseitig unterstützen. Mitglieder der Agenda-Gruppe sind also gebeten, sich an der Aktion beim Maibaumaufstellen zu beteiligen.

WN: Gemeinde Senden zeichnet engagierten Einsatz für Flora und Fauna aus – Umweltschutz auf Beinen und Pfoten

Senden – Die Gemeinde Senden hat den Umweltpreis an fünf Einzelpersonen und Gruppen vergeben. Mit einem Sonderpreis wurde die Weimaraner-Hündin Cheila ausgezeichnet.

Von Hannah Harhues, WN, Dienstag, 18.12.2018 

Für ihren Einsatz wurde Anne Schulze Everding (vorne) mit dem ersten Platz des Umweltpreises belohnt. Ihre Weimaraner-Hündin Cheila erhielt als „Helferin auf vier Pfoten“ einen Sonderpreis. Foto: hha

Auf leisen Pfoten schleicht Cheila durch das Gebüsch, ihr hellgraues Fell verschmilzt mit den Schatten, ihre Beute hat sie fest im Blick, und gegen ihre gebleckten Lefzen hat niemand eine Chance: Die Weimaraner-Hündin erledigt in ihrem Stammrevier in der Venne alles, was ihr zwischen die Pfoten kommt – vor allem Müll. Denn als vierbeinige „Umweltpolizistin“ holt sie statt Stöckchen in der Natur zurückgelassenen Abfall und säubert so mit Frauchen Anne Schulze Everding die Wälder Sendens.Geehrt wurde die Spürnase darum am Montagabend mit einem Sonderpreis im Rahmen des Sendener Umweltpreises. Mit dieser Auszeichnung ehrt die Gemeinde außergewöhnliches und vorbildhaftes Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. „Wir wollen besondere Vorbilder ehren, von denen man sich das ein oder andere abgucken kann“, lobte Bürgermeister Sebastian Täger den Einsatz der Umweltschützer.

Ihr Engagement fängt für viele der insgesamt fünf Preisträger schon direkt vor der Haustür an: Den heimischen Garten hegt und pflegt Cheilas Frauchen Anne Schulze Everding mit Liebe und Einsatz – und ganz ohne Chemie und Düngemittel. Dafür aber mit Unterstützung von vier fleißigen Schafen, die als natürliche Landschaftspfleger helfen, das 7,6 Quadratkilometer große Grundstück in Schuss zu halten. So finden Kleintiere und Insekten in einer Wildblumen- und Streuobstwiese und heimischen Sträuchern ein sicheres Zuhause. Belohnt wurde die leidenschaftliche Gärtnerin für diesen Beitrag zu Bewahrung der Artenvielfalt mit dem ersten Platz des Umweltpreises.

Ein Refugium für heimische Arten errichtete auch Karina Mildner in ihrem Garten im Herzen Sendens und verwandelte diesen nach und nach von einem reinen Ziergarten in ein naturnahes Paradies für heimische Arten. „Der hohe Grad an Engagement der Gartenbesitzerin ist hervorzuheben. Es handelt sich um einen nachahmenswerten Einzelbeitrag“, resümierte die Jury, bestehend aus Rolf Wiederkehr, Vorsitzender des Umweltausschusses, Agnes Wiesker, Werner Welslau und Eugen Kölker von den drei Heimatvereinen in der Gemeinde sowie Sendens Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg. Ihren Treppchenplatz teilte sich Karina Mildner bei der Verleihung des Umweltpreises mit Anne Schulze Everding.

Auch jugendliches Engagement wurde bei der Preisverleihung im DRK-Heim ganz groß geschrieben: Für ihre Unterstützung der Vogelwelt durch das Bauen von Nistkästen aus Holzresten wurde der „Schülergruppe Schloss der Edith-Stein-Schule“ der dritte Preis verliehen. Abgeräumt hat auch die Geschwister-Scholl-Schule, die seit 25 Jahren mit der Fahrradtour „Bike Up“ beweist, dass Klassenfahrten auch fast CO-neutral Spaß bringen. Dafür wurde die Sendener Realschule mit einem Sonderpreis belohnt.

Den Gedanken der Nachhaltigkeit lebt außerdem die Sendener Familie Schmidt, die seit vielen Jahren im Ortskern mit Nistkästen einen Zufluchtsort für Schwalben bietet und dafür mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde. hha, WN

Die Agenda21Senden gratuliert Karina zu ihrem Preis und ist stolz, dass die Agenda-Gruppe so ein tatkräftiges Mitglied in ihren Reihen hat. Lokale Agenda bedeutet: vor Ort etwas anpacken und umsetzen. Karina tut das! 

Bauleitplanung mit mehr Bürgerbeteiligung

Pressemitteilung

Sendener Erweiterungsgebiete: Wienkamp (Dreieck hinten rechts am Kanal), Huxburg (ganz hinten links)                    Foto: Dirk Frerichmann, Senden

Bauleitplanung „Huxburg“ und „Wienkamp“ nicht zukunftsfähig – neue Wohnbauflächen in Senden brauchen neue Ideen

Angesichts der vielfältigen gravierenden Probleme unserer Zeit, die wir auch in Senden haben, wie:

– großer Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Rentner und Normalverdiener und vor allem Familien mit Kindern

– die immer stärkeren  Auswirkungen des Klimawandels

– die fortschreitende Bodenversiegelung und Flächenzersiedlung

– das massive Arten- und Insektensterben

– der immer noch zunehmende fossile Individualverkehr mit all seine Nebenwirkungen

müssen wir  feststellen, dass sie  bei den bisherigen Planungen nur sehr mangelhaft berücksichtigt wurden.

Andere Gemeinden weisen Bauprojekte auf, die in Senden offenbar unbekannt oder politisch nicht gewollt sind:

Alternative Wohnformen, z.B. genossenschaftlicher Wohnraum wie in Roxel https://www.gruener-weiler.de/ , Mehrgenerationenhäuser wie in Mecklenbeck, regenerative Wohn- und Gartenanlagen für Alt und Jung wie in der Klimakommune Saerbeck.

Der Einsatz „alternativer Energien“ und „regenerativer Grünkraft für Leib und Seele“, also Gestaltungen, die den belebenden Austausch“ zwischen den Generationen beim Gärtnern fördern, spielen in einer nachhaltigen Stadtentwicklung eine zunehmend gewichtige Rolle. Dazu werden von vorn herein andere Stadtentwicklungen benötigt, um diejenigen, welche in dem entwickelten Raum später leben werden, bereits von Anfang an in den Entwicklungsprozess einzubinden.

Das Institut für partizipative Stadtentwicklung (IPG) trifft diesbezüglich beispielsweise den Nerv des Zeitgeistes https://www.partizipativ-gestalten.de/beratung-von-bau-und-wohngemeinschaften/   und hat z. B. auch die Gemeinde Saerbeck dahin begleitet, wo sie jetzt steht – über 100% regenerativ.

Von der gesamten zu bebauenden Wohnfläche von ca. 16 ha sind im Baugebiet Huxburg nur 5% für Grünflächen und nur 10% für Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Das wird dem Bedarf in keiner Weise gerecht und trägt zur weiteren Bodenversiegelung bei. Im Wienkamp sind nach dem neuen Bebauungsplan nur noch zwei Mehrfamilienhäuser vorgesehen.

In ehemaligen Baugebieten wie Busskamp und Waslkamp hat man kleine Bereiche als Klimaschutzsiedlung ausgewiesen, in der Huxburg ist das bisher nicht vorgesehen. Auch wenn die zur Zeit geltenden Bauvorschriften verschärft worden sind, haben die Vorgaben bei den geförderten Klimaschutzsiedlungen noch eine signifikant höhere Klimaschutzwirkung, da auch die Nutzung von erneuerbaren Energien vorgeschrieben wird. Hier sollte man auch zusätzlich in Betracht ziehen, dass Klimaschutzmaßnamen  bei Mehrfamilienhausbebauung sich wirklich gut rechnen lassen. Verantwortliches, zukunftsfähiges  Bauen würde heute bedeuten, das ganze Baugebiet zur Klimaschutzsiedlung zu machen.

Größere Bereiche des Baugebiets waren bisher Flächen einer Baumschule. Da auch die Gemeinde Senden in Zukunft mehr tun muss, um die nach wie vor steigenden Klimagase wieder einzufangen, werden wir tausende von Bäumen pflanzen müssen. Da stellt sich doch die Frage, ob für eine Ersatzfläche der Baumschule gesorgt worden ist.

Die moderne Gartengestaltung zeichnet sich heute durch viel Steine und Kies aus. Für die Ökologie und den Artenschutz ist das aber völlig kontraproduktiv. Hier sollten den Bauherren klare Vorgaben gemacht werden. Und auch die Gestaltung der Grünanlagen sollte naturnah, standortgerecht und insektenfreundlich durchgeführt  werden.

Bei allen Neubaugebieten ist immer eine der wichtigsten Fragen, wie die Straßenanbindung ist und ob es genug Stellplätze und Parkplätze gibt. Angesichts der Notwendigkeit einer umweltfreundlichen Mobilität müssten hier die Schwerpunkte mal anders gesetzt werden:

– wie schaffen wir gute und schnelle direkte Verbindungen für Radfahrer in den Ortskern und zu den  Bahnhöfen Mecklenbeck, Albachten und Bösensell?

– kann ein elektrisch betriebener Kleinbus regelmäßig in den Ortskern und zum Bahnhof Bösensell  fahren?

– werden öffentliche Ladesäulen für E-Autos geplant?

– gibt es eine Park- und Ladeanlage mit PV Bedachung als Stellfläche für Elektroautos im Carsharing?

– wird mit Rücksicht auf die Gesundheit an ausreichenden Lärmschutz gedacht? Lärm ist Stressor Nr. 1 und führt nachweislich zu Folgeerkrankungen wie Herz-, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie Angststörungen und Depressionen.

Dies alles sollten die Verwaltung und auch die politischen Gremien bei ihrer Planung Huxburg und Wienkamp berücksichtigen. Die Agenda21Senden als Bürgerinitiative bittet Bürgerinnen und Bürger, denen eine Einflussnahme in diesem Sinne am Herzen liegt, um Stellungnahmen und weitere Anregungen in ihrem blog (als Antwort auf den Beitrag):

https://agenda21senden.de/2018/12/14/bauleitplanung-mit-buergerbeteiligung/

Nach einer gewissen Diskussionsphase soll dann Anfang des nächsten Jahres eine offizielle Anregung (Bürgerantrag) beim Rat der Gemeinde Senden eingereicht werden.

Langfassung

Lärm ist Stressor Nr. 1, führt zu Stress und Stressfolgeerkrankungen. Lärm geht auch bei „Gewöhnung“ ins Blut (die Werte für die Stresshormone Adrenalin und Cortisol steigen dauerhaft an) und führt z. B. zu Herz-, Kreislauf-, sowie Stoffwechselerkrankungen, Angststörungen und Depressionen. Wir haben mit 2700 Toten pro Jahr bereits annähernd so viele Lärmtote in Deutschland zu beklagen wie Verkehrstote. Die Zahlen und Auswirkungen sind höchst alarmierend. Die Europäische Union hat daher mit Recht eine Umgebungslärmverordnung erlassen und fordert die Länder auf, Lärmaktionspläne aufzustellen. Auch wenn sich Deutschland diesbezüglich in einem Rechtsverletzungsverfahren befindet, tut es dringend Not, darauf an allen Orten zu reagieren – gerade auch in Orten, in denen eine Bundesstraße den Ort teilt (wie in Senden die B 235) und der Gartenlärm durch schwere benzingetriebene Rasenmäher, Heckenscheren, Motorsägen, Laubbläser, etc. enorm ansteigt.

 

 

Alleinunterhalter für eine gelingende Energiewende

Er ist gut informiert und redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist: humorvoll, überzeugend und dem Leben zugewandt. Frank Farenski. Ohne ihn selbst wären seine Filme nicht halb so gut.                              Fotos: MilKa

Frank Farenski ist Journalist, Filmemacher und Entertainer für die gute Sache.

Was er an die Frau und den Mann bringen will, sind Klimaschutz und ein nachhaltiges Leben: energieautark und ernährungsbewusst; selbst bestimmt und selbst handelnd.

Gut 60 Zuhörer und Zuschauer waren in den Sendener Bürgersaal gekommen, um sich für ein unabhängigeres Leben motivieren zu lassen.

In seinem Film „Autark“ zeigt er viele gelingende Beispiele, nichts Neues für die, die seit Jahren an diesen Themen arbeiten, aber doch schön zu sehen, dass es inzwischen viele gibt, die ein anderes, ein vom Konsum und von den großen Konzernen etwas unabhängigeres Leben leben möchten, ohne auf die schönen Dinge des Lebens zu verzichten. Natürlich muss man einsparen, wenn man dreimal oder viermal mehr an Ressourcen verbraucht, als die Erde auf Dauer her gibt. Es kann nicht mehr lange gelingen, auf Kosten anderer Völker und der eigenen Kinder und Enkel zu leben. Was man machen kann und muss, zeigt Farenski in seinen vier Filmen „Leben mit der Energiewende“. Und was er besonders überzeugend zeigt und vorlebt, ist, dass dieses andere, nachhaltige Leben auch noch Freude, oder sogar mehr Freude bereitet, weil man das schlechte Gewissen überwindet und mit anderen zusammen neue Werte schafft oder alte Werte wiederentdeckt.

Rausgehen verboten, an der Tür sitzt Hund Bell und wartet auf sein Herrchen. Nur wenn er pullern muss, wird er ungeduldig. Der ständige Dialog mit seinem kleinen Hund bildet eine witzige Rahmenhandlung. Auch das schafft Aufmerksamkeit.

Begeistert bedankt sich auch Martin aus Otti, der nachhaltiges Leben schon lange in die Tat umzusetzen versucht. Als Gärtner im Ruhestand hat er spontan seine Hilfe für eine regenerative und partizipative Gartenanlage in Senden angesagt. Ob die Politiker in Senden dafür ein offenes Ohr haben werden, zeigt sich bei der Anhörung am Montag ab 18 Uhr im Rathaus.

Technisch total überholt ist der alte City-EL vom Cani. Aber einen besseren Hingucker für eine alternative Mobilität gibt es nicht. Draußen standen ein Opel Ampera von enomo/Rüschkamp und ein Opel Ampera-e. Die beiden Autos stehen für die beiden letzten Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Individualmobilität.