Archiv der Kategorie: Vegetationen

Der deutsche Wald im Klimawandel – Umdenken auch hier

Die hitze- und dürregetriebene Waldkrise in Deutschland erreichte ihren nationalen Gipfel, und
endlich ist wieder Herbst. Inzwischen gibt es viele Tage, an denen nicht in allen Medien über den Wald und seinen Zustand berichtet wird. Endlich erscheint es akzeptabel, dass sich das Laub der Bäume verfärbt und zu Boden fällt. Es beginnt die Pause für die Natur, aber auf den Waldflächen entfaltet sich allenthalben forstliche Aktion. Erst im nächsten Jahr wird dann offensichtlich sein, wie viele Bäume durch den Doppelschlag der Extremsommer 2018 und 2019 tatsächlich geschädigt wurden. Leider ist davon auszugehen, dass das Problem deutlich größer sein wird, als bis es bis vor kurzem absehbar war.
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file:///C:/Users/Lieneweg/Downloads/pierre-l-ibisch-joerg-sommer-der-wald-deutschlands-im-klimawandel%20(1).pdf

Erhalt bäuerlicher Landwirtschaft ist das Ziel, so nachhaltig wie möglich.

Anliegen der Agenda21Senden war inhaltliche Aufklärung zum Thema Pestizide. Darum wurde die NABU-Ausstellung zur Klimaschutzwoche empfohlen. Eine Diffamierung von Landwirten war nicht beabsichtigt, schon gar nicht der Sendener Landwirte, deren Lauterkeit bei der Anwendung von Pestiziden nicht angezweifelt wird. Wenn demnächst Glyphosat nicht mehr angewendet werden darf, muss sich die Landwirtschaft einen anderen Weg überlegen, dazu bedarf es eines konstruktiven Dialogs, den wir weiterführen werden, denn der Erhalt bäuerlicher Landwirtschaft ist das erklärte Ziel der Agenda21Senden. Dass eine verfehlte Politik in den letzten Jahren manche kleineren Bauern an den Rand des Ruins getrieben hat, bedauern wir ausdrücklich. Wenn die Sendener GRÜNEN unsere Ziele unterstützen, ist das zwar erfreulich, es widerspricht jedoch nicht unserem überparteilichen Ansatz. Uns geht es um die Sache, jeder darf sich unsere Meinung zu eigen machen, das ist doch der ureigentliche Sinn von Bürgerinitiativen. Und wer eine andere Meinung vertritt, darf selbstverständlich mit uns darüber diskutieren, nur gegen einen unfreundlichen Umgang wehren wir uns. Nur Argumente zählen, nicht Lautstärke!

WN, 17.10.2019

1000 Eichen für 100 Fichten – neue Bäume für Senden

Fünf Leute der Agenda-Gruppe und eine junge Dame von FFF entnehmen dem Wald am Venner Moor kleine Flugfichten, die im Rahmen der Aktion durch Eichen ersetzt werden sollen. Die Fichten sollen symbolisch an Spender weitergegeben werden.

Goldener Oktober. Nach warmem Herbstregen war der Moorboden feucht, und es machte viel Freude, zusammen mit Kaiken von FFF Senden ca. 100 kleine Fichten aus dem Forst am Venner Moor zu holen. Der von Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer von großen Fichten leer gefegte Fichtenforst soll nun ein Mischwald werden. Stiel- oder Traubeneichen sind nach Förster Hook vom Forstamt Münster widerstandsfähiger gegen die Unbill des Klimawandels.  In natürlicher Sukzession soll sich der neue Eichenwald in einen an den Klimawandel angepassten Mischwald verwandeln. Die Eichen kosten Geld und Sendener wollen für den neuen Wald spenden. Die initiative „Neue Bäume für Sendens Wald“ möchte am 2. Adventsmarkt (7. Dezember) Geld sammeln. Wer für 10 Eichen spendet, bekommt symbolisch eine kleine Fichte. Die kleinen Flug-Fichten wurden für diese Aktion aus dem ansonsten praktisch leer gefegten Forst geholt. Zusammen mit Kaiken von FFF pflanzten wir die winzigen Bäumchen in Tontöpfe und pflegen sie nun bis zum Adventsmarkt in den eigenen Gärten. Nach der Anstrengung gönnten wir uns noch ein Eis und begründeten so die neue Freundschaft zu den jungen Leuten von FFF. Wir hoffen, dass deren Klima-Streik endlich zum Erfolg führt und der Klimawandel in erträglichen Grenzen bleibt.

Ein Spendenkonto für gemeinnützige Spenden wird bei der Sparkasse Westmünsterland eingerichtet, so dass auch größere Spenden möglich sind.

Die kleinen Fichtenbäumchen sollen – emotional positiv besetzt – die Spendenfreudigkeit beim Adventsmarkt unterstützen.

Alleinunterhalter für eine gelingende Energiewende

Er ist gut informiert und redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist: humorvoll, überzeugend und dem Leben zugewandt. Frank Farenski. Ohne ihn selbst wären seine Filme nicht halb so gut.                              Fotos: MilKa

Frank Farenski ist Journalist, Filmemacher und Entertainer für die gute Sache.

Was er an die Frau und den Mann bringen will, sind Klimaschutz und ein nachhaltiges Leben: energieautark und ernährungsbewusst; selbst bestimmt und selbst handelnd.

Gut 60 Zuhörer und Zuschauer waren in den Sendener Bürgersaal gekommen, um sich für ein unabhängigeres Leben motivieren zu lassen.

In seinem Film „Autark“ zeigt er viele gelingende Beispiele, nichts Neues für die, die seit Jahren an diesen Themen arbeiten, aber doch schön zu sehen, dass es inzwischen viele gibt, die ein anderes, ein vom Konsum und von den großen Konzernen etwas unabhängigeres Leben leben möchten, ohne auf die schönen Dinge des Lebens zu verzichten. Natürlich muss man einsparen, wenn man dreimal oder viermal mehr an Ressourcen verbraucht, als die Erde auf Dauer her gibt. Es kann nicht mehr lange gelingen, auf Kosten anderer Völker und der eigenen Kinder und Enkel zu leben. Was man machen kann und muss, zeigt Farenski in seinen vier Filmen „Leben mit der Energiewende“. Und was er besonders überzeugend zeigt und vorlebt, ist, dass dieses andere, nachhaltige Leben auch noch Freude, oder sogar mehr Freude bereitet, weil man das schlechte Gewissen überwindet und mit anderen zusammen neue Werte schafft oder alte Werte wiederentdeckt.

Rausgehen verboten, an der Tür sitzt Hund Bell und wartet auf sein Herrchen. Nur wenn er pullern muss, wird er ungeduldig. Der ständige Dialog mit seinem kleinen Hund bildet eine witzige Rahmenhandlung. Auch das schafft Aufmerksamkeit.

Begeistert bedankt sich auch Martin aus Otti, der nachhaltiges Leben schon lange in die Tat umzusetzen versucht. Als Gärtner im Ruhestand hat er spontan seine Hilfe für eine regenerative und partizipative Gartenanlage in Senden angesagt. Ob die Politiker in Senden dafür ein offenes Ohr haben werden, zeigt sich bei der Anhörung am Montag ab 18 Uhr im Rathaus.

Technisch total überholt ist der alte City-EL vom Cani. Aber einen besseren Hingucker für eine alternative Mobilität gibt es nicht. Draußen standen ein Opel Ampera von enomo/Rüschkamp und ein Opel Ampera-e. Die beiden Autos stehen für die beiden letzten Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Individualmobilität.

Fachberatung: Lebendiger Boden – nur eine Illusion?

Ein Boden kann bei falscher Bearbeitung in Richtung „leblose Hydrokultur“ verkommen. Ein verantwortlicher Gärtner kann das verhindern.

Unser Mitglied Robert Schneider ist Fachberater im Bezirksverband Münster. Er wird eine entsprechende Fachberatung in der Sendener Kleingartenanlage moderieren.

Den bewussten ökologischen Ansatz sieht man der Parzelle von Robert Schneider an: eine kleine Wildwiese und ein Blühstreifen fördern die Biodiversität.

Volltext als PDF-Datei: Gartenvortrag Robert

Steter Tropfen … Brief an den Bürgermeister zur ökologischen Situation in Senden

Helmut Schicht                                    Ralf Hömberg
Wienkamp 1                                         Wienkamp 17
T. 02597 7620                                       T. 02591-691890
48308 Senden                                      48308 Senden

Herrn
Bürgermeister Sebastian Täger

Münsterstraße 30
48308 Senden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Täger,

auf die folgenden Sachverhalte möchten wir Sie als besorgte Sendener Bürger aufmerksam machen:

1. Nördlich der Straße Wienkamp befindet sich zwischen dem dort verlaufenden Fußweg und dem Dümmer eine Brache, die sich im Laufe der Zeit zu einem kleinen Feuchtbiotop entwickelt hatte.
In den vergangenen Jahren konnte ich (Herr Schicht) immer wieder beobachten, dass im Frühjahr (wie auch im März, April 2016) Erdkröten in dem genannten Ökotop laichen. All die Jahre über konnten sich dort neue Kröten entwickeln. Im letzten Jahr hatte ich Ihnen als Bürgermeister unserer Gemeinde den ökologisch wichtigen Sachverhalt bereits zugetragen. Bereits damals musste ich zu meinem Leidwesen mit ansehen, wie die Bauhofmitarbeiter das komplette Kleinbiotop durch rigorose Mäharbeiten mit schwerem Gerät zerstörten und damit den Lebensraum zahlreicher Insekten und Kleintiere vernichteten. Mit dem Antwortschreiben vom 12.08.2016 (Herr Schmid) konnten wir erfahren, dass es sich hier um ein erfreulicherweise naturnahgehaltenes Rückhaltebecken handelt, um gleichsam dem entsprechenden Hochwasserschutz nachzukommen. Leider mussten wir auch dieses Jahr (2017) das gleiche Schauspiel wie im letzten Jahr beobachten. Wieder gingen die Arbeiter des Bauhofes mit schwerem Gerät in dieses Biotop hinein, welches nun vollends ökologisch zerstört ist. Seither sind die Erdkröten nicht mehr zurückgekehrt. Durch das diesjährige (2017), radikale Mähen ist ein ca. 6m breiter Streifen auf der gesamten Länge pflanzenlos geworden. In diesem Bereich sind die Wildkräuter, z. B. auch die Disteln nicht mehr existent, was zur Folge hat, dass dort die Insekten deutlich dezimiert sind, weil ihnen die Nahrungsgrundlage fehlt. Der Distelfink als auch der Schmetterling Admiral sind nun leider nicht mehr zu sehen. Antwortbriefe wie die soeben genannten helfen hier offenbar nicht, um die ökologischen Zusammenhänge nachhaltig zu schützen. Dies kann man nur in der biologischen Realität vollbringen. Uns ist zudem mit großer Sorge aufgefallen, dass auch etliche der Bäume am Kanal, offenbar in Vorbereitung zu Fällarbeiten, vor einiger Zeit rot markiert wurden. Wir haben Kontakt zu einem sehr erfahrenen Baumchirurgen (Theo Rosing aus Heek) welcher als Ingenieursrat beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Berufsleben unschätzbares Wissen angehäuft hat, was er aus tiefer Überzeugung weitergeben möchte. Mit seinem Buch „Ein Herz für Bäume“ dokumentiert er unter anderem auf 160 bebilderten Seiten „den unschönen Baumfrevel im Münsterland“. Zudem ist er gerne dazu bereit, Verantwortliche und Arbeiter der Stadt- und Gemeindebauhöfe sowie die der Straßenbau- und Grünflächenämter fachlich zu schulen. Wir sind gerne dazu bereit, eine Verbindung zu ihm herzustellen, um auch in Senden mehr ökologische Expertise zu generieren und umzusetzten.

2. Am Leinpfad des Kanals befinden sich im Abschnitt Wienkamp drei Bänke an denen jeweils ein Papierkorb steht. Schon längere Zeit konnten wir dort beobachten, dass sehr viel Müll neben diesen Papierkörben herumliegt. Dachten wir dabei zunächst an achtlose Mitmenschen, konnten wir schnell feststellen, dass es z. B. Krähenvögel sind, die aufgrund des zunehmend knapperen Lebensraumes, dort nach Nahrung suchen. Hier entsteht für uns ein Dilemma. Einerseits wollen wir den Krähen nicht noch mehr Nahrung vorenthalten, andererseits jedoch auch nicht der Vermüllung des Kanalufertreifens Vorschub leisten (Plastikmüll gerät bereits in die Nahrungsketten, und wir versinken in der globalen Plastikflut, die an j e d e m Ort der Welt entsteht). Kurzfristig könnte ein Deckel auf den genannten Papierkörben einfache Abhilfe schaffen. Wie man den Krähenvögeln artgerecht helfen kann, entzieht sich aktuell unserer Kenntnis.

Links und rechts des Leinpfades stehen, wie Sie Herr Täger sicherlich als Jogger wissen, dutzende prächtige über 80 Jahre alte Bäume (Eichen, Bergahorne und Linden)
Hierzu haben wir gerade im Wienkamp (aber auch im Ortskern) sehr negative Erfahrungen mit, bis heute nicht nachvollziehbaren drastischen Abholzaktionen gemacht (34 Eichen fielen 2005/2006 der Motorsäge zum Opfer; 2011 ist 2 Bergahornen dasselbe Schicksal wiederfahren, im Ortskern fiel vor nicht allzu langer Zeit eine Kastanie, an der alten Schleppkahnanlegestelle einige Linden). Angeblich seien 4 der prächtigen Bäume (3 Eichen und ein Bergahorn) unweit der Sendener Brücke auf der Wienkampseite vom Eichenprozessionsspinner befallen. Dazu sind keinerlei Hinweise (keine Blattblasen, keine Nester, keine Spinnfäden etc.) erkennbar. Auch die markierten Bäume auf der Höhe des Wienkamp-II (?)-Ackers sind für uns genau so wenig nachvollziehbar markiert wie die Bäume im Bereich des Yachthafens Tomberge. J e d e r gefällte Baum hinterlässt eine drastischen mikroökologische Lücke (z. B. Sonneneinstrahlung nimmt zu, Böden trocken aus, das durch die Bäume ausgleichende Mikroklima ist verschwunden und somit wird jeglicher Verwüstung Vorschub geleistet). Bitte wirken Sie auf das Wasser-Schifffahrt-Amt so ein, das uns die Bäume als Bürgerinnen und Bürger erhalten bleiben. Jeder einzelne Baum ist unschätzbare Lebensqualität für uns alle.

Das, was wir hiermit zum Ausdruck bringen, steht vor der Grundauffassung „Planet Earth First“ (wir bewirken alle mit einander seit dem 2. August 2017 das Naturkapitaldefizit unserer Mutter Erde) und dies ist uns eine sorgenvolle Herzensangelegenheit, da es an allen Orten der Welt – auch in Senden – um die Ökologien prekär bestellt ist, sie stehen in ernstzunehmender Gefahr. Senden, eine aufstrebende Gemeinde im Grünen – für dieses Programm, bis dahin vorbildlicher Grünplanung, gab es 2001 von der Bewertungskommission des bundesweiten Wettbewerbs „Entente Florale – Unsere Stadt blüht auf“ eine wohlverdiente „Goldmedaille“ als Auszeichnung. Bis 2000 investierte unsere Gemeinde in eine vorbildlich umgesetzte Grünplanung. Seither fielen enorm viele Bäume der Motorsäge zum Opfer (neben den hier aufgezählten Bäume auch etliche Platanen, Linden, Kastanien, eine wunderschöne bewachsene Pergola am Brunnen um nur einige der vielen weiteren zu nennen). Wir sind auf dem besorgniserregenden Weg, die Pfründe unserer ökologischen Stabilität bei Priorisierung derÖkonomie, weiter aufzugeben und die monetäre vor die reale Ökologische Wirklichkeit als Lebensgrundlage zu stellen. Wir waren mal eine Gemeinde im Grünen, was wir zunehmend gefährdet sehen. Genau das ist der Grund, warum wir uns als Po(a)hlbürger und Wahlsendener mit ökologischer Sensibilität an Sie als Bürgermeister unserer Gemeinde wenden. Sowohl für die „Alteingesessenen“ wie für die mit der Zeit „Zugezogenen“ als auch für alle weitergehenden Verantwortlichen ist Achtsamkeit für unsere Umwelt damit für uns selbst, fortwährend angesagt. Das griechische Wort „Oikos“ meint einen „umfassenden Heimatbegriff von Land und Leuten“ – dies steckt unter an-derem in den Begriffen „Ökologie“ und „Ökonomie“. Es gehört nicht „in’ n Sendsken Wind“ gestellt“ – dazu ist es, zu ernst, zu wichtig und existenziell. 2010 ging die Auszeichnung der „Entente florale“ übrigens unter anderem nach Billerbeck – bekannt als das Tor für Wanderungen in der Baumberger Region.

Wir bitten hiermit zugleich die Aganda21Senden (Bereiche Ökologie/Vegetationen/Soziales) um Unterstützung und weisen auf den aktuellen ZDF-Beitrag vom 28.06.2017 hin: Monokulturen bedrohen Artenvielfalt: „Artensterben durch Monokultur“ . 75% der Pflanzen werden von Bienen und anderen Insekten bestäubt … der aktuelle Agrarreport vom Bundesamt für Naturschutz besagt unter anderem, dass der Insektenbestand mancherorts um 80% geschrumpft ist. ….

Ab dem 2. August 2017 (Earth Overshootday) haben wir Menschen alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren und nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Das ist als Summe an jedem Ort der Welt zu verstehen, im Kleinen wie im Großen. Die Biokapazität der Erde beträgt pro Jahr 1,7 Globale Hektar pro Person (gha). Jeder Mensch verbraucht im Schnitt allerdings 3,3 Globale Hektar pro Jahr. Dieser Verbrauch heißt auch ökologischer Fußabdruck. Ab dem heutigen Tag sammeln wir mit jedem Tag ein größeres Defizit an, indem wir die schon lange bestehenden Ressourcenbestände abbauen und Kohlendioxid in der Atmosphäre ansammeln. Wir überschreiten (engl. overshoot) den uns gege-benen Rahmen und greifen auf die Reserven der Erde zurück, welche über Millio-nen Jahre angelegt wurden. Dass diese Rechnung nicht ewig aufgehen wird, ist klar. Hier geht es um das „abwürgen“ globaler Regenerationsfähigkeiten (als Summe und Übersummierung aller örtlichen Aktivitäten, auch die in Senden) und auch die in Senden) und wir machen Schulden bei der Natur, bei der Erde. Wo sind die ehrbaren Kaufleute, die sich um das Bewahren des Naturkapitals in sorgsamer Weise kümmern.

Das „Naturkapitalgesamt“ ist unsere wirkliche Lebensgrundlage!

Mit freundlichen konstruktiven Grüßen

Helmut Schicht & Ralf Hömberg

 

 

Wienkamp nachhaltig? Bei regenerativen Maßnahmen liegt Senden abgeschlagen hinter dem Kreisdurchschnitt

Unser Mitglied in der Gruppe Vegetationen, Dr. Ralf Hömberg, setzt sich seit Jahren für nachhaltige Gestaltung öffentlicher und privater Flächen in Senden ein (siehe auch sein Faltblatt: Wälder_Bäume_Blumen). Das Wohngebiet Wienkamp am Kanal liegt ihm besonders am Herzen.

Hier seine neuesten Beiträge dazu sowie Reaktionen engagierter Umweltschützer:

1.8.17  … unweit (ca. 50m) der Sendener Brücke, Stadtauswärts auf dem dem Wienkamp zugewandten Treidelweg, sind 4 mächtige Bäume (Eichen und Bergahorn, drei davon in einer Reihe hintereinander) frisch markiert.

Markierte Bäume am Treidelweg. Wozu?

Es könnte sich um Fällungsvorbereitungen handeln. Habe Fotos gemacht: weil hohes Datenvolumen hier über we transfer: https://we.tl/Y8ULoVZHd8

Das würde die Mikroökologie sehr empfindlich stören!

Wer hat hierzu einen konstruktiven Rat?

Umweltaktivist Jürgen Kruse wusste Rat:

1.8.17  … bitte unbedingt die Untere Naturschutzbehörde und die Kanalverwaltung
(BUND) kontaktieren und Umweltinformationen verlangen!
Dann ggf. die Öffentlichkeit informieren!

Grüße aus Legden-Asbeck
Jürgen Kruse
www.hecke.wg.vu
https://www.facebook.com/Heckenschutz.de/

Rolf Wiederkehr (BUND, NABU, GRÜNE) hat sich selbst erkundigt:

1.8.17  … Herr Thies von der Gemeinde hat das Wasser- und Schifffahrtsamt darüber informiert, dass diese Bäume (Eichen) möglicherweise oder wahrscheinlich vom Eichenprozessionsspinner befallen sind. Offensichtlich hat das Amt daraufhin reagiert und sich die Bäume genauer angeschaut. Er meinte, dass dies aber nicht bedeute, dass diese Bäume gefällt werden müssen. Er wird sich erkundigen und mir bald möglichst wieder Bescheid geben.

LG, Rolf Wiederkehr

Ralf Hömberg antwortet mit eigenen Recherchen:

2.8.17  … ist Herr Grömping hierüber und damit die untere Naturschutzbehörde des Kreis Coesfeld informiert?

Habe mit einem sehr naturkundigen Menschen, die Kanalbäume in Augenschein genommen. Kein Eichenprozessionsspinner zu sehen, keine Blätter mit Blasen, keine Fäden – die mächtigen alten, an der Sendener Brücke markierten 3 Eichen und der Bergahorn stehen gesund und in voller Pracht da. Habe Fotos gemacht: weil hohes Datenvolumen hier über we transfer: https://we.tl/Y8ULoVZHd8 herunterladbar. Auch die große, gefallene Kastanie im Ort und die zudem aktuell markierten Bäume am Jachthafen an der Tom-Berger Brücke müssen uns besorgnishaft zu denken geben.

Die Verwendung der in Planung stehenden 2 Hektar Wienkamp-Erweiterungsfläche, ist öffentlich und eine Angelegenheit der Bürgerinnen und Bürger in Senden, über den Wienkamp hinaus ist (man denke an den unschätzbaren Erholungswert dieses urwüchsig sensiblen, mikro- und mesoökologisch höchst wertvollen und damit schützenswerten Landschaftsbereich), daher bitte ich auch erneut die Aganda21Senden um Unterstützung (z. B. schon mal als Verlinkung auf der Agenda21homepage) aus den Bereichen Regenerative Energien und Ökologie/Vegetationen. Siehe dazu auch den aktuellen ZDF-Beitrag aus dieser Woche: Monokulturen bedrohen Artenvielfalt: „Artensterben durch Monokultur“ https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-clip-1-352.html . 75% der Pflanzen werden von Bienen und anderen Insekten bestäubt … der aktuelle Agrarreport vom Bundesamt für Naturschutz besagt unter anderem, dass der Insektenbestand mancherorts um 80% geschrumpft ist.  ….

MfG, Ralf Hömberg

Ergänzend verschickt er folgenden Aufruf (bitte auch die Links beachten):

2.8.17   Aufruf zur Nachdenklichkeit – Plädoyer Regenerativen Gartenanlage für Alt und Jung, Jung und Alt

So sieht sie aus, eine regenerative Gartenanlage 🙂

Liebe Mitmenschen im Wienkamp und darüber hinaus, liebe MitstreiterInnen, sehr geehrte GegnerInnen,

zur Sommerzeit, als mögliche Zeit des Nachdenkens und Reflektierens außerhalb unseres stressbeladenen Alltags in der beschleunigten Moderne (was Menschen in zunehmend prekären Verhältnissen täglich erleben und wohlhabende Menschen in der Regel nicht wirklich wahrnehmen) …. ein erneuter Versuch, für meinen Vorschlag einer „Regenerativen Gartenanlage für Jung und Alt(den ich bereits 2012 ins Diskussionsfeld führte, siehe PDF Anhang: WK II Regenerative Gartenlage als Alternative_ 9.2012) zur Erfüllung von Generationsverantwortung zu werben, welche ja, wenn auch mit distanzierendem Beigeschmack, Eingang auf die Unterseite „Alternativen“ der Homepage der Interessengemeinschaft gefunden hat – immerhin (siehe: https://www.interessengemeinschaft-wienkamp.de/alternativen-1/vorschlag-r-h/ ).

Bei immensem Hochwasserrisiko, überhöhtem Verkehrsaufkommen, Einschränkungen spielender Kinder, Lärmzunahme und damit Stresszunahme….ist es da nicht wirklich sinnvoller an Alternativen mit wirklicher Verbesserung der Lebensqualität zu denken!

Vielleicht können sich der Bau- und Projektanbieter sowie Ratsmitglieder (leider mit verschwindend geringer Frauenquote, wie ich finde1) und weitere Entscheidungsträger, für eine ganz andere Perspektive hinsichtlich der Lebensqualitätszunahme erwärmen, denn Heute am 2. August 2017, dem Earth Overshoot Day, stellt die Erde jedem von uns eine Rechnung dafür.

 Ab heute haben wir Menschen alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren und nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Das ist als Summe an jedem Ort der Welt zu verstehen, im Kleinen wie im Großen. Die Biokapazität der Erde beträgt pro Jahr 1,7 Globale Hektar pro Person (gha). Jeder Mensch verbraucht im Schnitt allerdings 3,3 Globale Hektar pro Jahr. Dieser Verbrauch heißt auch ökologischer Fußabdruck. Ab dem heutigen Tag sammeln wir mit jedem Tag ein größeres Defizit an, indem wir die schon lange bestehenden Ressourcenbestände abbauen und Kohlendioxid in der Atmosphäre ansammeln. Wir überschreiten (engl. Overshoot) den uns gegebenen Rahmen und greifen auf die Reserven der Erde zurück, welche über Millionen Jahre angelegt wurden. (Quelle zum overshoot)

Hier haben wir die Quittung!

Dass diese Rechnung nicht ewig aufgehen wird, ist klar. Hier geht es um das „abwürgen“ globaler Regenerationsfähigkeiten und wir machen Schulden bei der Natur, bei der Erde. Wo sind die ehrbaren Kaufleute, die sich um das Bewahren des Naturkapitals in sorgsamer Weise kümmern. Das sind unsere wirklichen Lebensgrundlagen!

http://www.gemeinde-senden.de/politik/gemeinderat/

Solch eine Regenerativen Gartenanlage für Alt und Jung, Jung und Alt, könnte ein herausragendes Merkmal für Senden werden!

Buchtipp zur ökologischen Generationsverantwortung:  https://www.amazon.de/gp/product/3440130991/ref=oh_aui_detailpage_o04_s00?ie=UTF8&psc=1

Buchempfehlung: Gartenkinder: Beste Ideen für Groß und Klein

Ich freue mich auf einen regen Gedankenaustausch zu meinem Alternativvorschlag

Eine gute Sommerzeit, Ralf Hömberg, drh@dgn.de

Mit einem sehr interessanten Beitrag meldet sich Rolf Wiederkehr noch einmal zu Wort:

Lieber Herr Hömberg, liebe Naturfreunde!

So einer regenerativen Gartenanlage werde ich sofort zustimmen – wenn sie zur Abstimmung gelangte. Als Mitglied des Arbeitskreises Artenvielfalt im Kreis Coesfeld (https://artenvielfalt-coesfeld.jimdo.com/)  setze ich mich

mit einer kleinen Gruppe seit zwei Jahren kreisweit für mehr Artenvielfalt ein, als Mitglied im BUND und NABU aber auch als Mitglied der Grünen seit über drei Jahrzehnten. Für mich habe ich dabei gelernt, dass ich nichts

von anderen fordern sollte, was ich nicht auch selbst praktiziere oder zumindest im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstütze. Dabei mache ich längst noch nicht alles richtig im Sinne eines verringerten ökologischen

Fußabdrucks, aber ich arbeite daran. Im Wienkamp – aber auch für alle anderen Ortsteile – wäre es schön, wenn diejenigen, die einen Garten ihr Eigen nennen dürfen, wenigstens einige Quadratmeter naturnah gestalten

(über 90 % aller Privatgärten sind vielleicht schön und „ordentlich“- aber nicht naturnah!). Dies würde den Insekten sehr helfen, Nahrung und Lebensraum zu bekommen und damit wäre auch im Bereich Wienkamp schon mal von allen Anwohnern ein großer eigener Beitrag zur Verbesserung der Ökologie sofort geleistet. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass eine solche „Umgestaltung“ hin zu kleinen Paradiesen gar nicht so einfach ist und individuell auch immer anders aussehen kann. Wer diesbezüglich ein wenig Unterstützung haben möchte, dem helfe ich mit einer kleinen Beratung gerne. Eines sollte in diesem Zusammenhang noch gesagt sein: So eine regenerative Gartenanlage , im Großen und im Kleinen ist ein langfristiges Projekt.

Mit freundlichem Gruß, Rolf Wiederkehr

Abschließend appelliert Ralf Hömberg noch einmal an interessierte BürgerInnen und dankt Rolf Wiederkehr für die Unterstützung.

Lieber Herr Wiederkehr,

herzlichen Dank für Ihre Unterstützungsbereitschaft als ökologisch engagierter Mitstreiter und als Mitglied im Gemeinderat Senden.  Auch insbesondere für ihr unmittelbares ökologisches Beratungsangebot an alle diejenigen, die daran interessiert sind. 😊

Ich sammele mal zunächst die weiteren Rückantworten, sie sind der erste, der dies tut.

Und ich hoffe das zahlreiche weitere Rückantworten von jungen, älteren und alten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, – gerne auch aus der Gegnerschaft, –  folgen. Nur so kann es gelingen ko-operativ unsere Ko-existenz zu gestalten, deren Grundlagen in letzter Hinsicht immer ökologisch sind.

Wer weitere MitbürgerInnen kennt, die sich diesem Alternativprojekt „Regenerative Gartenanlage für Alt und Jung, Jung und Alt“ anschließen wollen, möge bitte Name und E-Mail für den Verteiler durchgeben.

Ralf Hömberg, drh@dgn.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo sind sie geblieben? Das große Insektensterben

Wo sind sie geblieben? Das große Insektensterben

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstituts,

in Deutschland gibt es heute 80 Prozent weniger Insekten als noch 1982. Fast 3.000 Insektenarten werden als ausgestorben oder gefährdet eingestuft. Ganz besonders betroffen sind Schmetterlinge, Wildbienen und Schwebfliegen, die einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung vieler Pflanzen leisten. Diese erschreckenden Ergebnisse lieferte in der letzten Woche die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage.

Hauptursache für diese dramatische Entwicklung ist die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und dem steigenden Pestizideinsatz. Auch die Artenvielfalt entlang der Nahrungskette ist dadurch akut bedroht. Mit dem Rückgang der Insekten nimmt unweigerlich auch die Anzahl der insektenfressenden Vögel ab. Die Auswirkungen sind gravierend: Fast drei Viertel der heimischen Vogelarten der Äcker und Wiesen sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Rund 26.000 Menschen haben sich deshalb bereits an unserer Aktion „Rettet die Vögel!“ beteiligt und die Bundesregierung aufgefordert, Pestizide zu verbieten und Agar-Wüsten wieder in vielfältige Landschaften zu verwandeln. Denn auch wenn die Bundesregierung das Problem erkannt hat, unternimmt sie bisher nichts, um die Artenvielfalt zu retten. Unterstützen auch Sie unsere Aktion:

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Team des Umweltinstitut München