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13.09.2014

Willy Wimmer (CDU), in Mönchengladbach aufgewachsen und Ratsherr, saß 33 Jahre lang im Bundestag. Er war einer der einflussreichsten deutschen Außenpolitiker mit Beziehungen in der ganzen Welt. Auch bei der deutschen Wiedervereinigung mischte der Jüchener mit. Foto in rp-online
Gespräch mit Willy Wimmer (LEUCHTTURM NEWS). Über die geopolitischen Interessen der USA in Europa, über Helmut Kohl und den Angriff auf die parlamentarische Demokratie
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Willy Wimmer gehörte 33 Jahre dem Bundestag an. Zwischen 1985 und 1992 war er erst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und dann Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium. Von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).
Leseprobe zu TTIP:
„Wie ordnen Sie die derzeit laufenden Verhandlungen um ein Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der Europäischen Union in diesem Zusammenhang ein?
Bei TTIP handelt es sich um den Versuch der USA, den hinter dem »Limes« liegenden Bereich in ihrem Interesse zu ordnen. Dabei geht es weniger um das vieldiskutierte Chlorhuhn, als um die Aushebelung der parlamentarischen Demokratie. Wenn wir als hoch entwickelter Rechtsstaat Schiedsgerichte bekommen, mit denen Differenzen über Investitionen entschieden werden sollen, brauchen wir uns keine Gedanken mehr darüber machen, was von Parlamenten und unseren Regierungen noch übrigbleibt. Wenn unsere Presse noch frei berichten würde, dann würde man Überlegungen dieser Art in den Medien debattiert sehen. Auf diesen außen- und sicherheitspolitischen Feldern findet eine freie Berichterstattung aber überhaupt nicht mehr statt.“
Bitte fest hinsetzen und hier weiterlesen (LEUCHTTURM NEWS).
Unterschriftensammlung gegen Geheimabkommen TTIP und CETA
Als Vertreter der Mini-Gruppe , die am 11. und 17.10.2014 in Lüdinghausen an der Ostwallschule von Passanten deren Unterschriften gesammelt hat, biete ich zur allgemeinen Information einen Rückblick und eine Vorschau an. Das scheint mir nötig, um die vielen Menschen, die nichts von all dem ahnen, zu informieren.
Bernd Brüning und ich, als Mitglieder der Umweltschutzverbände BUND und NABU, haben uns spontan zu den beiden Aktionen entschlossen, als wir von auswärtigen Gruppen gefragt wurden, ob wir vom Umweltschutz denn in Lüdinghausen gar nichts gegen TTIP und CETA unternehmen wollten.
Das Thema war uns halbwegs bekannt, nur hatte es am Entschluss gefehlt, uns neben der bisherigen ehrenamtlichen Arbeit auch noch als „Einzelkämpfer“ gegen TTIP einzusetzen. Gemeinsam aber fühlten wir uns der Aufgabe gewachsen.
Dabei wurden wir materiell unterstützt durch bekannte Organisationen wie ATTAC aus Coesfeld und Agenda-21 aus Senden. Die haben vor Ort viele engagierte Unterstützer.
Aber durch meinen Leserbrief zum TIPP-Abkommen wurde der Vorsitzende des DGB, Ortsverband -LH, Heinz Starnick, und zwei weitere Bürger auf uns aufmerksam und boten uns ihre Mitwirkung an. Das hat uns weiter Mut gemacht.
An zwei „Aktionstagen“ haben wir dann – nach vielen (oft vergeblichen) Einzelgesprächen und dem Verteilen vieler Info-Blätter in Lüdinghausen genau 198 Personen gefunden, die unser Vorhaben mit ihrer Unterschrift unterstützten.
Bundesweit wurden allein am 11.10.2014 rund 150.000 Unterschriften gesammelt. Bis Ende 2014 wird die Million angestrebt.
Gesammelt wurden die Unterschriften für die Arbeit der erst kürzlich von Bürgern organsierten „EBI “, die Europäische Bürgerinitiative „Stop TTIP“ .
Es ist eine EU-weit aktive Bürgerbewegung, die nicht parteipolitisch gebunden ist und sich mit den beiden Freihandelsabkommen TTIP (zwischen EU und USA) und CETA (EU mit Kanada) befasst hat.
Die Bezeichnung “TTIP” steht für Transatlantic Trade and Investment Partnership und “CETA” für Comprehensive Economic and Trade Agreement .
Dabei stieß die EBI auf so viele Ungereimtheiten und versteckte Nachteile, dass man im zweiten Anlauf bei der EU-Kommission in Brüssel den Abbruch des Freihandelsabkommens „TTIP“ verlangen und ein neues, transparentes Verfahren beantragten will.
Denn beide Abkommen werden seit 2013 in vielen Geheimverhandlungen von nur einer kleinen Gruppe aus Politikern und Wirtschaftsleuten der USA / EU entworfen. CETA könnte noch in diesem Jahr beschlossen werden.
Dann sollen die EU-Politiker, die nicht viel über Einzelheiten wissen, dem Geheimabkommen zustimmen! Man spricht schon von „Abnicken“. Änderungen sind nicht mehr vorgesehen.
Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung an dem Verfahren ist schon gar nicht geplant, obwohl gerade dieses Abkommen wirklich alle Lebensbereiche von uns EU-Bürgern betrifft und zum Teil stark beein-flussen wird.
Das ist seit August 2014 durch das Parallelabkommen „ CETA“ deutlich geworden, denn das ist ein Vorläufer von TTIP.
CETA- und TTIP-Freihandelsabkommen klingen mit „..…Wirtschaftswachstum durch Abbau von Zöllen, mit Handelserleichterung durch Anpassung von Standards..…,“ sehr gut, sind aber – wie ein troja-nisches Pferd – eine Mogelpackung.
Denn das „Kleingedruckte“ verbirgt viele Ein-schränkungen von Errungenschaften, um die in Europa (und z.T. auch in den USA) lange Jahre auf nationaler Ebene gerungen wurde.
Die Abkommen würden z.B. in Deutschland zur Senkung von Standards auf das meist niedrigere Niveau von Kanada oder USA führen. Diese Staaten könnten danach ihre Waren hier problemlos absetzen, was zur Zeit so nicht geht.
So wird z.B. ein im Chlor-Bad aufgepepptes Suppen-Huhn deutlich billiger sein als ein hier nach EU-Richtlinien in den Handel gebrachtes Huhn. Endlich können die USA dann auch ihre mit Masthormonen und Antibiotika behandelten Schweine und Rinder loswerden, natürlich billiger als die EU-Tiere, und werden den Markt beherrschen.
Durch den niedrigen Preis wird das bisher hier gewohnt hochwertige Angebot am Markt sehr schnell verdrängt. Kleinere Geschäfte aller Art werden schon gar nicht gegen die Marktmacht der Konzerne ankommen. Buchhändler z.B. müssen davor zittern.
Ähnlich wird es mit gen-manipulierten Produkten sein. Die Folge ist ein Gewinnzuwachs bei den Konzernen und die mögliche Pleite für die mittel-ständischen Unternehmer.
Ein Beispiel für diese absehbare Entwicklung lieferte vor etlichen Jahren das Freihandelsabkommen zwischen USA/Kanada mit Mexiko (genannt „NAFTA“) Seither ging es Mexiko schlechter und die USA verzeichneten einen Handelsgewinn.
Wenn die EU das CETA- Abkommen abschließt, droht unsere Gesetzgebung zum Spielball internationaler Konzerne zu werden.
Diese könnten dann über ihre Tochterfirmen klagen, wenn etwa die Regelungen zum Sozial-, Umwelt- oder Verbraucherschutz ihre Gewinne schmälern.
Dann würde der Staat von den Investoren angeklagt, wenn er Gesetze erlässt, die für die Konzerne ein „Handelshindernis“ bedeuten, weil sie deshalb nicht mehr ihre Ware mit den niedrigeren Standards hier loswerden.
Allein die Drohung würde den Gesetzgeber zudem veranlassen, so etwas nicht mehr zu beschließen.
Geheim tagende, private Schiedsgerichte dürften dann Milliardenstrafen gegen den Staat verhängen, die wir aus Steuergeldern begleichen müssen. Konzernnahe Anwaltsfirmen stellen dabei zugleich Richter, Kläger und Verteidiger in diesen Verfahren.
Gleiches wird wohl in den bisher bekannt gewordenen Vereinbarungen zum TTIP-Abkommen geregelt, denn CETA ist das Muster dazu.
So werden bei uns Gesetze in Gefahr geraten, die bisher Gentechnik auf unseren Feldern verbieten und die Verschmutzung unseres Trinkwasser durch Fracking (Schiefergasbohrung mit giftiger Brühe) verhindern sollen.
Demnach ermöglicht CETA z.B. Konzerne wie MONSANTO oder EXXON, die Verbote von Gen-technik oder ein Fracking-Verbot als „Handels-hindernis“ ansehen und daher den Staat wegen Gewinnverlusts auf Schadensersatz zu verklagen !!!
Auch die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen, wie die Wasserwirtschaft, können nicht mehr rück-gängig gemacht werden. Die Wasserpreise wären dann davon betroffen.
Es ist ganz unverständlich, dass die Verhandlungs-gruppe aus USA und EU dies alles seit Jahren geheim aushecken durfte. In Deutschland gucken jeden Abend Millionen Fernsehzuschauer am liebsten Krimis. Hier spielt sich einer unbemerkt vor uns ab !!! Was will man uns da verheimlichen???
Die „Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP“ muss weiter unterstützt werden. Wer dabei noch mitmachen will, möge sich bitte melden. Übrigens wird am
Donnerstag, dem 23.10.2014, ab 19:30 Uhr, in Senden, Steverhalle, ein Vortrag gehalten von Frau Prof. Dr. Mechthild Schrooten von der Hochschule Bremen.
Das Thema lautet
„Freihandelsabkommen TTIP – Fluch oder Segen für die mittelständischen Unternehmen im Münsterland? „ :
NABU und BUND sind auch dort.
Vielleicht sieht man sich..??! Also:“ Bis die Tage…“!
Senden. Es gibt nur noch wenig Unterstützung für das geplante TTIP in Brüssel. Die Unterschriftensammlung der Europäischen Bürgerinitiative EBI nähert sich der angepeilten Million Unterschriften. Endlich wird das Geheimabkommen überall öffentlich diskutiert. Das sog. „Freihandelsabkommen“ zwischen EU und USA stößt nicht nur bei Gewerkschaften sowie Umwelt- und Verbraucherverbänden auf Kritik, inzwischen kritisiert auch der Mittelstand das Geheimabkommen, der prophezeite Wirtschaftsboom könnte ausbleiben. Ob es positive Wachstums- und Beschäftigungseffekte in Europa gibt, ist mehr als zweifelhaft. Fachlich kompetente Auskunft darüber, ob TTIP Fluch oder Segen für den münsterländischen Mittelstand ist, erhofft sich die Gruppe Agenda21Senden von Frau Prof. Dr. Mechthild Schrooten aus Bremen. Sie war am DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) Berlin als Forschungsprofessorin, seit Mai 2007 ist sie Professorin an der Hochschule Bremen mit den Schwerpunkten Geld und internationale Integration. Seit April 2008 ist sie dort auch Studiengangsleiterin Internationaler Studiengang Global Management, seit 2012 Studiendekanin an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften.
Am Donnerstag, den 23. Oktober, wird sie ihre Forschungsergebnisse zum Thema „TTIP und Mittelstand“ in Senden vortragen. Das Aktionsbündnis TTIP Kreis Coesfeld, dem auch die Gruppe Agenda21Senden beigetreten war, wird die von Attac-COE vorbereitete Veranstaltung in der Steverhalle ausrichten, der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Vor und nach dem Referat kann bei kalten Getränken diskutiert werden, es gibt auch noch Unterschriftenlisten und Infoblätter. Der Eintritt ist frei, Spenden für die TTIP-Aktion im Kreis Coesfeld sind erwünscht.
In seinem Newsletter schreibt das Umweltinstitut:
In mehr als tausend europäischen Städten gingen die Menschen am Wochenende auf die Straße, um gegen ungehemmten Freihandel zu protestieren. Die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA zählt nach einer guten Woche allein im Internet schon mehr als 600.000 Unterschriften.
Und auch im Bundestag ist der Widerstand angekommen: am Montag hat der Petitionsausschuss des Bundestages über eine von der 21-jährigen Studentin Elisabeth Pertl eingebrachte und von rund 68.000 Menschen unterzeichnete Petition gegen TTIP beraten (die SZ berichtete). Karl Bär, Referent für Handels- und Agrarpolitik am Umweltinstitut, stellte diese im Bundestag vor und beantwortete die Fragen der Abgeordneten.
„Es ist falsch, den Kritikern des Freihandelsabkommens vorzuwerfen, dass sie zu ängstlich in die Zukunft schauen. Die Leute haben keine Angst, sie haben eine Meinung. Das wird bisher von der Politik kaum respektiert. Sie haben hier eine Chance, das zu ändern!“, appellierte Karl Bär. Er forderte die Abgeordneten auf, von ihren parlamentarischen Rechten Gebrauch zu machen: Ein Bundestagsbeschluss könnte Kanzlerin Angela Merkel dazu verpflichten, sich in Brüssel für ein Ende der Verhandlungen stark zu machen. TTIP wäre dann kaum mehr durchzusetzen.
Die Anhörung im Petitionsausschuss und die Eindrücke unseres Referenten aus dem Bundestag können Sie hier ansehen.
WN, Mi., 15.10.2014
Lüdinghausen. Der DGB in Lüdinghausen will das „Transatlantische Handelsabkommen“ verhindern.
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Auch auf Arbeitnehmer in Lüdinghausen hätte dieses Handelsabkommen Auswirkungen, etwa wenn es darum gehe, ob Arbeitsschutzregeln eingehalten würden. Darüber hinaus könnten Städte und Gemeinden bei öffentlichen Ausschreibungen von Konzernzentralen aus Übersee dazu gezwungen würden, den in Deutschland vereinbarten Mindestlohn oder Tariferhöhungen nicht zu zahlen. … Heinz Starnick und seine Kollegen üben Kritik daran, dass „die Verhandlungen bisher unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wurden.“
Am 30. Oktober (Donnerstag), kündigt Starnick an, „werden wir mit der Abgeordneten aus dem Europäischen Parlament, Gabriele Preuß, in einer öffentlichen Veranstaltung darüber reden.“ Diese Informationsveranstaltung findet in der „Gaststätte Zur Mühle“ statt. Beginn ist um 18 Uhr. Alle Interessenten sind willkommen. Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Liebe Freundinnen und Freunde,
zwar bestimmt die Atomkraft derzeit nicht offen die deutsche
Tagespolitik. Zwischen den Zeilen aber ging es in den letzten Wochen
heiß her. Eon akzeptiert die politische Entscheidung zum Aus für
Atommüll-Transporte nach Gorleben und zu einem Neustart der
Standort-Suche nicht und klagt gegen das Endlagersuchgesetz. Der
Atomkonzern verlässt damit quasi den Verhandlungstisch und eskaliert einmal mehr im Jahrtausendkonflikt.
Derweil gestaltet sich die Atommüll-Kommission eher wie eine
Schmierentragödie, bei der die tatsächliche Reichweite des
Atommüll-Dilemmas aus dem Blick gerät, während sich Meldungen etwa zum weitreichenden Defekt von Atommüllfässern in den Kavernen des AKW Brunsbüttel häufen. Als wäre das nicht genug, peitscht die EU-Kommission kurz vor ihrem Abtritt mit Zustimmung des deutschen Kommissars Oettinger die Subventionierung des AKW-Neubauprojektes Hinkley Point C in Großbritannien durch. Ein Nein von Deutschland hätte das Aus für den gefährlichen und exorbitant teuren Neubauplan bedeutet.
Wie .ausgestrahlt mit Deiner Hilfe dagegen hält und was Du unternehmen
kannst, erfährst Du hier weiter unten im Newsletter.
Herbstliche Grüße
Matthias Weyland und das ganze Team von .ausgestrahlt
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Weichgespült: Bundesratsinitiative zu Atomfonds
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Ende September hat das Land Nordrhein-Westfalen im Bundesrat gegen den Vorschlag gestimmt, die Rückstellungen der AKW-Betreiber in einen öffentlich-rechtlichen Fonds zu sichern. .ausgestrahlt hat daraufhin gemeinsam mit dem Umweltinstitut München einen offenen Brief an Ministerpräsidentin Kraft geschrieben. Letzten Freitag beschloss der Bundesrat nun eine an entscheidenden Stellen „weichgespülte“ Variante des ursprünglichen Antrags. Demnach gibt es nun für entscheidende Punkte lediglich Prüfaufträge an die Bundesregierung.
Zum offenen Brief:
http://bit.ly/1vuyVGF
Zum Bericht der Frankfurter Rundschau:
http://bit.ly/1sL1iiX
Zum Beschluss des Bundesrates vom 10.10.14:
http://bit.ly/1sHc6gE
Weiter bei ausgestrahlt
Immer wieder war bei Gesprächen mit BürgerInnen zu hören: „Die machen ja doch, was sie wollen.“ Der Politik-Verdruss der Bevölkerung ist groß. Wählen wird zur Qual, Nichtwählen zur Option. Eine Alternative zur Politikmüdigkeit ist das Engagement in NGOs, in sog. Nichtregierungsorganisationen, z.B. Bürgerinitiativen, Umweltschutz-Verbänden (NABU, BUND, Greenpeace) oder politischen Denkschmieden (Attac, campact, lokale Agenda21) usw.. Wenn politische Denkweisen von Parteien als alternativlos dargestellt werden, sind die NGOs gefordert, Alternativen auf den Tisch zu legen und Veränderungen auf den Weg zu bringen.
Aus dem Kreis der Unabhängigen hier zwei Leserbriefe:
Leserbrief von Horst Sellge aus Havixbeck in den WN vom 14.10.14:
Und als Reaktion der Leserbrief von Reinhard Loewert, Lüdinghausen, Tel.: 02591-1848, Netzpost: r.loewert@web.de
Bezug: Geheime Freihandelsabkommen TTIP und CETA
WN-Leserbrieftitel am 13.10.2014: „Enttäuscht von Abgeordneten“
Ich habe keinen Zweifel an dem, was Leserbriefschreiber Herr Sellge aus Havixbeck heute geschildert hat, und empfinde das Abstimmungsverhalten der genannten Politiker, immerhin Mitglieder des Bundestages (!) , nämlich Herrn Hampel (SPD) und Herrn Schiewerling (CDU) beschämend und als einen Schlag ins Gesicht eines jeden Bürgers, der auf die Verlässlichkeit, die Worttreue usw. eines gewählten deutschen Politikers setzt.
Ich erfuhr noch von ähnlichen Fällen aus Niedersachsen.
Das bedeutet auf der anderen Seite, dass wir Bürger uns im Fall des Falles selber mehr einbringen müssten für die Belange der Gesellschaft. Wir dürfen nicht nur unsere „eigenen kleinen Gärten“ sehen, sondern müssen uns auch für das „größere Umland“ interessieren und uns je nach Möglichkeit dafür einsetzen. Das tun leider viel zu wenige. Die meisten wollen gar nichts wissen und nur ihre Ruhe haben.
So geht das aber nicht in einer Gesellschaft. Das wird auch immer wieder beklagt. Andererseits fehlen den großen Worten meist die Taten.
Lesenswert, verständlich geschrieben!
Anders regieren? – Von einem Umbruch, der ansteht, aber nicht eintritt, herausgegeben vom Institut Solidarische Moderne
Leseprobe: „Auch eine öffentliche Regulierung der Energieerzeugung wird deutlich erschwert, wenn Netze und Erzeugungsanlagen in privater Hand sind. Wie hartnäckig private EigentümerInnen gegen den Strukturwandel auf dem Energiemarkt vorgehen, kann man in Deutschland gut beobachten. Noch immer klagen die vier großen Energiekonzerne auf Schadenersatz aufgrund entgangener Gewinne durch den Atomausstieg, es geht um bis zu 15 Milliarden Euro. Der schwedische Konzern Vattenfall nutzt sogar die Möglichkeit, den deutschen Staat auf der Grundlage einer Investitionsschutzklausel vor einem Schiedsgericht der Welthandelsorganisation in Washington D.C. zu verklagen (Werdermann 2013)“

Während die Parteien in Lüdinghausen wort- und tatenlos in Schreckstarre ausharren, machten NABU und BUND mit beim Aktionsbündnis TTIP Kreis Coesfeld und machten dabei spannende Erfahrungen. Reinhard Löwert, vor allem bekannt durch seine Fledermaus-Aktivitäten, schreibt dazu: Erfahrungsbericht LH
Die WN setzten den Lüdinghauser Beitrag zum europäischen Aktionstag sogar online:
So., 12.10.2014