Archiv des Autors: Bernd Lieneweg

Mobil durch Eigenstrom – SyncFueL macht´s möglich

Dipl. Ing. Thomas Krause bei einer Institutsführung anlässlich der Tour de Ruhr 2014.

Dipl. Ing. Thomas Krause bei einer Institutsführung in Gelsenkirchen anlässlich der Tour de Ruhr 2014.

Elektromobilität wird gefördert, auch Senden profitiert davon, Elektroautos sollen angeschafft werden. Ein wissenschaftliches Förderprojekt läuft in der Westf. Hochschule in Gelsenkirchen. Der Projektverantwortliche, Dipl. Ing. Thomas Krause, kommt am Mittwoch, den 11.11., nach Senden. Um 20 Uhr wird er das Projekt SyncFueL im Journal, Münsterstraße 16, vorstellen. Es geht darum, den mit der eigenen Photovoltaikanlage erzeugten Eigenstrom im Netz zwischenzuspeichern und ihn überall in Deutschland aus jeder Steckdose für das eigene Elektroauto zurückzuholen. Ein kleines Zusatzgerät im Auto macht´s möglich. Zusammen sollen sich PV und E-Auto damit besser rechnen. Genaueres hier im blog: https://agenda21senden.de/2015/11/02/3107/

Mobil durch Eigenstrom - darum geht es auch beim Vortrag in Senden

Mobil durch Eigenstrom – darum geht es auch beim Vortrag in Senden

Prof. Otto Klemm: Mit dem Nebel stimmt was nicht

Do., 05.11.2015

Forscher aus Münster : Mit dem Nebel stimmt was nicht

Nebel im Münsterland ist gar nicht so selten. In anderen Regionen der Erde hat sich die Anzahl der Nebeltage inzwischen halbiert, hat Prof. Klemm ermittelt. Foto: Gunnar A. Pier / Jürgen Peperhowe, Montage: gap

Münster – Auch wenn es morgens im Münsterland derzeit anders aussieht: Mit dem Ne­bel stimmt was nicht. Er ist weltweit auf dem Rückzug. Klimaforscher und Meteorologen beobachten das Phänomen schon seit Jahren. Woran es liegt, haben sie bisher aber nicht herausgefunden. Doch ein Wissenschaftler aus Münster ist dem Nebelschwund auf der Spur . . .

Von Elmar Ries

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TTIP: Warum das Kanada-EU-Abkommen CETA zum trojanischen Pferd wird

, Finanzmarktwelt

Von Claudio Kummerfeld

Das fertig verhandelte CETA-Abkommen zwischen der EU und Kanada wird zum perfekten trojanischen Pferd für die USA, wenn TTIP stark modifiziert in Kraft tritt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, was den EU-Staaten blüht bei beispielsweise allzu vielen Umweltauflagen für US-Unternehmen…

EU Handelskommissarin Cecilia Malmström zuständig für TTIP und CETA
EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström ist zuständig für TTIP und CETA.
Foto: Security and Defence Agenda / Wikipedia (CC BY 2.0)

Was könnte Kanada oder das Freihandelsabkommen CETA zwischen Kanada und der EU mit dem großen Abkommen TTIP zu tun haben, das gerade zwischen EU und USA verhandelt wird? Kanada könnte das „Trojanische Pferd“ werden für US-Konzerne, die EU-Staaten verklagen wollen. Denn derzeit wird durch Bürgerbewegungen und diverse Politiker immenser Druck auf die EU-Kommission (Präsident Juncker und die Handelskommissarin Cecilia Malmström) ausgeübt, dass das System der Schiedsgerichte, wie es bei NAFTA voll in Kraft ist, in dieser Art und Weise bei TTIP nicht in den Vertrag geschrieben wird.

Kompletter Artikel sehr empfehlenswert in der Finanzmarktwelt.

Das Projekt SyncFuel – Elektromobilität in dezentralen Netzstrukturen

PlakatKrauseElektroautos lohnen sich nicht. Für das, was sie leisten, sind sie viel zu teuer. Mehr Geld für geringere Reichweite, das macht einfach keinen Sinn! Das Argument des abgasarmen, umweltfreundlichen Fahrens gerät leicht ins Hintertreffen, wenn das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt. Was kann ich für die Wirtschaftlichkeit eines Elektroautos tun? Wenn ich über meine Fotovoltaikanlage Strom produziere, sollte ich bei den heutigen Einspeisevergütungen den Eigenverbrauch erhöhen, also den Strom speichern und bei Bedarf dann selbst wieder verbrauchen, wird mir geraten. Aber Batteriespeicher sind nicht billig, wer weiß, ob die Rechnung dann aufgeht?

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Dipl. Ing Thomas Krause, Projektverantwortlicher, Westf. Hochschule, Gelsenkirchen.

An einer Lösung für dieses Problem arbeitet derzeit im Projekt „SyncFuel“ die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen in Kooperation mit der TU Dortmund. „SyncFueL” steht für “Synchronisierter Eigenstrom für die Ladung von Elektrofahrzeugen“. Dipl. Ing. Thomas Krause, verantwortlicher Mitarbeiter an diesem Projekt, sieht das so: „Eigenstrom soll zukünftig auch an entfernten Ladestellen zur Verfügung stehen. Die aus dem Laden von Eigenstrom im Regionalbereich potentiell resultierende Senkung der Stromkosten ist der Hebel zur Amortisation von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur. Mögliche Anwender sind Berufspendler und Betriebe.“ Und wie soll das funktionieren? Ein technischer Trick soll dazu führen, dass der Elektroautofahrer sich den vorher selbst auf dem Dach oder im Blockheizkraftwerk produzierten und ins Netz eingespeisten Eigenstrom überall in der Region wieder für sein Auto aus dem Netz herausholen kann. Thomas Krause: „ Bis Ende 2017 werden die technischen Systeme eines synchronisierten mobilen Smartmeters (SMSM) zur Kopplung der Einspeisung aus PV- und KWK-Anlagen mit dem Ladevorgang entwickelt. Das System soll einen Ladevorgang ermöglichen, bei dem die Einspeisung von privaten oder betrieblichen Energieerzeugungs-Anlagen mit dem Verbrauch an einer entfernten Ladestelle oder Steckdose synchronisiert wird. Es bietet also die Möglichkeit, die erzeugte Energie im Sinne des Eigenverbrauchs als „Eigenstrom“ auch außerhalb des eigenen Grundstücks bzw. des Betriebsgeländes zum Laden von E-Fahrzeugen zu nutzen. Der SMSM ermöglicht eine leistungssynchrone Eigenstromentnahme an entfernter Steckdose. Stromerzeuger, Ladestation und Fahrzeug werden mit SMSM-Komponenten ausgestattet. Der Nutzer erhält Informationen über die aktuell abrufbare Leistung und kann den Ladevorgang danach steuern. So beziehen die Nutzer zwar den Strom des Energieversorgers, verrechnen diesen aber mit ihrem Eigenstrom und bezahlen nicht für eine Ladestation. Für die regionale Einspeisung und Entnahme des Eigenstroms wird mit entsprechend reduzierten Netzentgelten kalkuliert. Die aus dem synchronisierten Laden von Eigenstrom resultierende Senkung der Strombezugskosten an Ladestellen im regionalen Umfeld bildet also den Hebel zur Refinanzierung von E-Fahrzeug und Ladeinfrastruktur. Dieser Ansatz erfordert bzw. ermöglicht neue Geschäftsmodelle über die Elektromobilität hinaus.“

Die Agenda21Senden hat Thomas Krause eingeladen. Am 11. November um 20 Uhr wird er im Vortragsraum des „Journal“, Münsterstraße 16, Interessierte über dieses etwas spröde, aber sehr spannende Thema aufklären und Fragen dazu beantworten.

 

 

Der stille Angriff auf öffentliche Dienstleistungen

Der stille AngriffDie öffentlichen Dienstleistungen in der Europäischen Union (EU) werden durch internationale Handelsabkommen bedroht, die die demokratische Regulierungshoheit der Staaten sowie das Recht der BürgerInnen auf Leistungen der Daseinsvorsorge wie Wasser, Gesundheit und Energie im Interesse privater Gewinne gefährden. Das von der EU mit Kanada fertig verhandelte CETA-Abkommen, dessen Ratifizierung für 2016 in Aussicht gestellt worden ist, und das mit den Vereinigten Staaten verhandelte TTIP-Abkommen sind der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklungen. Im schlimmsten Fall könnte dadurch eine Kommerzialisierung der öffentlichen Dienstleistungen festgeschrieben werden, die irreparable Schäden in der Daseinsvorsorge und für unser Gemeinwohl anrichten würde.

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Deutschland ist eine ausgehebelte Demokratie

Politik: Wie eine stabile Konstellation aus Parteien und Medien jeden Wechsel verhindert, und es keinen stört.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied hoipolloi

Deutschland wurde in den letzen 10 Jahren rund 7 Jahre lang von einer großen Koalition aus CDU, CSU und SPD regiert. Eine Opposition mit irgendeiner Form von politischem Gewicht gab und gibt es auf Bundesebene nicht. Grüne, FDP, AfD und Linkspartei liegen in ihren Interessen scheinbar so weit auseinander, dass gemeinsam verfolgte Ziele zwischen diesen entweder nicht existieren oder aus ideologischen Gründen ignoriert werden.

Die einzige relative Bedrohung für die Stabilität des jetzigen Parteienapparates würde das Erstarken einer oder mehrerer kleinerer Parteien darstellen.

Weiterlesen im Freitag.

Feinstaubbelastung erhöht die Sterberate

Prof. Klemm zum zweiten Mal im Sendener Rathaus.

Prof. Klemm zum zweiten Mal im Sendener Rathaus.                                                                       Fotos: Theo Stenkamp

Die Lokale Agenda 21 nimmt mündige Bürgerinnen und Bürger in die Pflicht, wenn sie etwas als störend und schädlich erkannt haben, so Bernd Lieneweg, Sprecher der Agenda21Senden bei seiner Begrüßung am vergangenen Mittwochabend. Sie müssten sich sachkundig machen, um dann Politik und Verwaltung den richtigen Impuls zu geben. Gestört hatte die Gruppe, dass es stinkt in Senden, wenn draußen oder drinnen die Holzfeuer brennen oder wenn sich die Autos im Ortskern stauen.

Um sachliche Informationen über Feinstaub einzuholen, hatte die Bürgerinitiative Prof. Klemm aus Münster eingeladen. Der Klimaforscher der WWU mit den Arbeitsschwerpunkten Lufthygiene, Aerosolpartikel und Nebelforschung sprach im Rathaus über „Feinstaubbelastung – Ursachen und Folgen“. Zunächst erläuterte der Wissenschaftler, welche Sorten von Feinstäuben es gibt. Man unterscheidet in erster Linie Partikel verschiedener Größe, wobei wichtig ist, dass die kleinsten Partikel die größten Gesundheitsschäden (Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle) verursachen, weil sie ganz tief in den Bronchien über die Lungenbläschen in den Blutkreislauf gelangen und nicht abgehustet werden können. Der größte Anteil der Staubbelastung (bis zu 90%) ist zwar natürlichen Ursprungs (Mineralstaub, Seesalz, Vulkane, natürliche Brände), in stark besiedelten und industrialisierten Gebieten verschiebt sich allerdings der Anteil immer mehr zu den künstlichen, von Menschen gemachten (anthropogenen) Quellen, und es gibt keine Grenzwerte im Hinblick auf gesundheitliche Schäden. Das bedeutet, dass alle vom Menschen verursachten Feinstäube die Sterblichkeitsrate erhöhen. In dicht besiedelten Industriestaaten kann die durchschnittliche Lebenserwartung um bis zu 35 Monate reduziert sein (in Deutschland im Jahr 2000 ca. 20 Monate). Jede Reduktion von Feinstaub lohnt sich demnach im Interesse der Gesundheit, politisches Ziel muss es sein, den Ausstoß so stark zu verringern, wie es eben möglich ist. Wenn man feststelle, dass der morgendliche Autoverkehr und besonders drastisch die Osterfeuer und die Silvesterböller die Luft verschmutzen, dann müsse der Gesetzgeber eigentlich hier eingreifen, so Prof. Klemm. Holzverbrennung ohne Feinstaubfilter müsse ganz verboten werden. Alle Maßnahmen zur Ausstoßverringerung von Schadstoffen durch Verkehr seien sinnvoll. So hätten z.B. die Umweltzonen in Großstädten die Sterblichkeitsrate messbar verringert. Die zeitliche Einschränkung der Silvesterknallerei und die Beschränkung der Erlaubnis von Traditionsfeuern auf caritative Organisationen zu festgelegten Zeiten sei ein erster Schritt, wenn sich sinnvolle drastischere Maßnahmen gesellschaftlich nicht durchsetzen ließen. Erfreulicherweise ist die Feinstaubkonzentration (Jahresmittel) von 1968 bis 2012 im Rhein-Ruhr-Gebiet um den Faktor 10 zurückgegangen; das zeigt, dass Umweltschutzmaßnahmen (Wegfall von Schwerindustrie, effektive Filtertechnik, Umweltzonen usw.) wirksam sind. Wenn auch speziell Rußpartikel den Treibhauseffekt begünstigen, darf nicht verschwiegen werden, dass Feinstaub für die Wolkenbildung wichtig ist und Einfluss auf den Strahlungshaushalt der Atmosphäre hat; viele Aerosolpartikel wirken sogar der Klimaerwärmung entgegen. Weitere Infos unter www.agenda21senden.de.

 

Sonnenseite: Chance auf saubere Luft und Klimaschutz wird greifbar

Luftverschmutzung in Europa Jedes Jahr sterben in Europa mehr als 400.000 Menschen vorzeitig an den Folgen schlechterer Luft. © Fotolia.com | Haramis Kalfar

Luftverschmutzung in Europa: Jedes Jahr sterben in Europa mehr als 400.000 Menschen vorzeitig an den Folgen schlechterer Luft. © Fotolia.com | Haramis Kalfar

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt, dass das Europäische Parlament Umwelt- und Gesundheitsbelangen bei der gestrigen Abstimmung zur Luftqualität Vorrang gegenüber Industrieinteressen eingeräumt hat.

„Die jetzt beschlossenen europäischen Reduktionsziele wurden vorab heftig von vielen Industrie- und Landwirtschaftsverbänden kritisiert“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Trotz dieser Industriekampagnen hat sich das EU-Parlament klar auf die Seite der Bürgerinnen und Bürger gestellt und zum Umweltschutz verpflichtet. Kurz vor der wichtigsten Klimakonferenz im Dezember in Paris ist das auch als ein deutliches Bekenntnis für Klimaschutz zu werten“, so Weiger.

Weiterlesen auf Alts Sonnenseite

 

 

Vortrag Prof. Klemm über Feinstaubbelastung und Folgen (Zusammenfassung)

Plakat Klemm Oktober 2015A

Zusammenfassung Vortrag vom 28.10.15 im Bürgersaal, Rathaus  Senden Thema: Feinstaubbelastung – Ursachen und Folgen

Referent: Prof. Dr. Otto Klemm, WWU Münster, Climatology Working Group

1. Definition Feinstaub:

– Unter Feinstaub versteht man Aerosolpartikel in der Luft in einem Größenbereich zwischen 2 nm und 100µm – Partikel unterscheiden sich in Aussehen, Zusammensetzung, Dynamik, Wirkung,..

Kleinere Partikel   < 2 µm Größere Partikel > 2 µm
Quelle: * Verbrennungsvorgänge (Kohle, Öl, Biomasse, Kfz) * intensive Landwirtschaft * Nukleation von Gasmolekülen Quelle: * Erosionen vom Festland * Partikel von Ozeanen (z.B. Meersalz) * Flugasche
Zusammensetzung: * Sulfat, Nitrat, Ammoniak, Schwefeldioxid, Stickoxide,    Wasserstoff, Kohlenstoff, organische Komponenten Zusammensetzung: * Gesteinsmaterial, Seesalz, Pollen, Sporen, Reifenabrieb,    Flugasche
* Lebenszeit in der Atmosphäre:*    Tage – Wochen Lebenszeit in der Atmosphäre:* * Minuten – Tage
Transportdistanz:

* bis zu 10.000de km

Transportdistanz: * bis 10er km
Beweglichkeit: * sehr dynamisch Beweglichkeit: * eher träge
Gesundheitlicher Aspekt: * sind lungengängig  und können über die Blutbahn in    den Körper aufgenommen werden Gesundheitlicher Aspekt: * können z.T. eingeatmet werden (detailliert siehe unten)

*… danach liegen sie im Regen oder im Boden gebunden vor (Sedimentation)

2. Quellen: – Feinstaub ist immer eine Mischung aus natürlichen und künstlichen, vom Menschen gemachten (anthropogenen)    Quellen. – natürliche Quellen: Mineralstaub, Seesalz, natürliche Brände – künstliche Quellen: Verbrennungsprozesse, Industrie, Landwirtschaft – weltweit haben die natürlichen Quellen einen Anteil von 90%, in stark besiedelten und industrialisierten Gebieten    verschiebt sich der Anteil immer mehr zu den künstlichen Quellen 3. Auswirkungen: – Feinstaub existiert immer – er ist wichtig für die Wolkenbildung und hat Einfluß auf den Strahlungshaushalt der Atmosphäre (viele Aerosolpartikel    wirken der Klimaerwärmung entgegen, speziell Rußpartikel begünstigen aber den Treibhauseffekt) – Auswirkung auf die Gesundheit:  je kleiner die Partikel sind, desto tiefer gelangen sie in die Lunge: * Partikel 5 -10 µm erreichen lediglich den Nasen-Rachen-Raum (und werden über die jeweiligen Sekrete wieder    ausgeschieden) * Partikel 3 -5 µm werden eingeatmet und gelangen in die Luftröhre * Partikel 2 – 3 µm erreichen die Bronchien * Partikel 1 -2 µm gelangen bis in die Bronchiolen * Partikel 0,1 – 1 µm gelangen bis in die Alveolen und können von dort in die Blutbahn und damit in den gesamten    Körper gelangen und verschiedene Krankheiten begünstigen (Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfall,…) – es gibt keine untere Grenzkonzentration, die als ungiftig gilt => Feinstaub ist immer schädlich – in dicht besiedelten Industriestaaten kann die durchschnittliche Lebenserwartung um bis zu 35 Monate reduziert sein   (in Deutschland im Jahr 2000 ca. 20 Monate) => jede Reduktion von Feinstaub lohnt sich im Interesse der Gesundheit!

Europäisches Recht:

– Einteilung der Partikel nach Größe:

* PM10:  Partikel kleiner/gleich 10 µm

* PM2,5: Partikel kleiner/gleich 2,5µm

* PM 1:   Partikel kleiner/gleich 1 µm

– nach Europäischem Recht darf

* die Jahresdurchschnittskonzentration von PM10 nicht über 40 µg/ m³ liegen bzw.

* der Tagesmittelwert von PM10 max. 35x im Jahr größer als 50 µg/ m³ sein

Das Dilemma dieser Vorgaben ist, dass die Massekonzentration von Feinstaub zwar hauptsächlich von großen Partikeln (PM 10) bestimmt ist, die toxische Wirkung aber von den kleinen Partikeln ausgeht. Die Messverfahren für kleine Partikel sind außerdem noch nicht standardisiert.

4. Feinstaubbelastung im Münsterland – keine Messstation direkt in Senden – die Feinstaubkonzentration eines Gebietes setzt sich immer zusammen aus:

* Partikel aus dem Gebiet selbst (= städtischer Hintergrund)     * Partikel, die aus dem Umland eingetragen werden (= regionaler Hintergrund)

* Partikel, die nur in Spitzenzeiten anfallen (z.B. Berufsverkehr) – laut LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in NRW) wurde der Tagesmittelwert von PM10 bis    einschließlich 23.10.15 an der Meßstation Weseler Straße in Münster an 13 Tagen des Jahres überschritten (zum  Vergleich: Gelsenkirchen, Kurt-Schumacher-Straße  25 Tage) – im Winter ist die Feinstaubbelastung meist größer als im Sommer: Heizung; Luft im Winter stabiler, wodurch sich die   Partikel stärker anreichern – lokale Jahresspitzen: Osterfeuer, Silvester – von 1968 bis 2012 ist die Feinstaubkonzentration (Jahresmittel) im Rhein-Ruhr-Gebiet um den Faktor 10    zurückgegangen; das zeigt, dass Umweltschutzmaßnahmen (Wegfall von Industrie, effektive Filtertechnik, Umweltzonen,…) Wirkung zeigen.

Die Agenda21Senden dankt Prof. Dr. Klemm recht herzlich für diesen sehr informativen Vortrag.

gez. MilKa