Archiv der Kategorie: Konflikte – Friedensarbeit – Friedenskreis

Die neue Sehnsucht nach Frieden

Die Bereitschaft zu aktiver Friedensarbeit wird in der Politik immer geringer, stattdessen werden Säbel gerasselt, es wird aufgerüstet, also werden Geld und Ressourcen vergeudet, ohne dass jemand ernsthaft glauben kann, dass das dem Frieden dient.

Robert Hülsbusch erinnert an die Aktivitäten der Friedensbewegung im Kreis Coesfeld in den 80er Jahren. Die Friedensgruppen müssen wieder aktiv werden, neue Bewegungen kommen dazu, im Münsterland gibt es wieder Ostermärsche und Veranstaltungen, die zum Frieden mahnen.

In den 80er Jahren war auch der Friedenskreis Senden sehr aktiv, hier ein altes Bild von 1986 mit Berthold und Katharina.

„Jetzt, fast 40 Jahre später, ist die Angst vor erneutem Wettrüsten wieder größer geworden. „Ich hätte das nie für möglich gehalten, dass es wieder so weit kommt“, sagt Hülsbusch. „Ein Rückschlag.“ Die Friedensgruppen gibt es immer noch und rufen – auf ein Neues – zum Ostermarsch auf. Er findet in diesem Jahr in Dülmen statt, vom Marktplatz aus führt er nach Dülmen-Visbeck, wo es früher ein von amerikanischen Soldaten bewachtes Nuklearwaffenlager gab.“

Lest selbst weiter in den WN:

file:///C:/Users/Lieneweg/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/IE/UEBUZM38/WN-Kreis-OM-2019.pdf

„Neues atomares Wettrüsten?“ Vortrag mit Andreas Zumach am 13. März in Nottuln

  Andreas Zumach

Im Rahmen der Kooperation der Friedensgruppen im Münsterland gibt es heute Abend einen interessanten Vortrag in Nottuln, an den noch einmalerinnert wird:

Nottuln. Mittwoch, den 13.3.2019 kommt um 19.30 Uhr der Experte für internationale Politik, Andreas Zumach, nach Nottuln in die Alte Amtmannei. Sein Vortag: „Nach der Kündigung des INF-Vertrages – Folgt ein neues atomare Wettrüsten?“ Zumach wird die Hintergründe und die Folgen referieren, die ein Aus des INF-Vertrags hätten. Neben der Friedensinitiative Nottuln (FI) laden auch weitere Friedensgruppen aus dem Kreis Coesfeld alle Interessenten zu dieser Veranstaltung ein. Der Eintritt ist frei.  www.fi-nottuln.de

Mit freundlichem Gruß

Robert Hülsbusch, FI Nottuln

Ostermärsche im Kreis Coesfeld 2019

Liebe Freunde,

anbei die PM, die ich an die Kreisseite der WN schickte – plus Fotos aus den 80ern.

Lieben Gruß

Robert

Friedensgruppen im Kreis Coesfeld forcieren ihre Zusammenarbeit und ihr Engagement gegen ein neues atomares Wettrüsten

  • Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen
  • Ostermarsch Kreis Coesfeld. Die sich zuspitzende Lage zwischen Ost und West, die Aufkündigung des INF-Vertrages und die Gefahr eines neuen atomaren Wettrüstens haben auch Auswirkungen im Kreis Coesfeld. Die Friedengruppen im Kreis schließen sich fester zusammen und bündeln ihre Aktivitäten, um eine größere Wirkung zu erzielen. Mit dabei sind der Friedenskreis Havixbeck, die Friedensinitiative Nottuln, der Friedenskreis Senden, die Friedensfreunde Dülmen und die Pax Christi-Gruppen aus Coesfeld, Lüdinghausen und Billerbeck. Gleich drei gemeinsame Veranstaltungen sind im Kreis geplant, die sich mit der neuen Lage nach dem Ende des INF-Vertrages beschäftigten. So wird auf Einladung der Friedensgruppen im Kreis Coesfeld am 16. Mai 2019 aus Berlin Wolfgang Richter, Oberst a.D., Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik und der Sicherheitspolitik, kommen und die aktuelle Situation analysieren und Vorschläge machen, wie ein neues atomares Wettrüsten verhindert werden kann. Richter schlägt vor, auf die Angebote der Russen zur Kontrolle der Mittelstreckenraketen (SSC8) einzugehen, weil Fachleute sehr wohl in der Lage seien, die Fähigkeiten und Begrenzungen solcher Waffen einzuschätzen.  Bereits im März finden in Nottuln zwei Veranstaltungen statt. Am 13.3.2019 kommt aus Genf Andreas Zumach, als freier Journalist bei der UNO akkreditiert und ein ausgewiesener Experte für internationale Politik, nach Nottuln. Zumach wird die Hintergründe der gegenwärtigen Spannungen zwischen Ost und West referieren. Sein These: „Das endgütige Ende des INF-Vertrages wird nicht nur zu einem neuen gefährlichen atomaren Rüstungswettlauf der USA und Russlands in Europa führen, sondern auch global. Die Chance, dass sich Washington und Moskau dann noch auf ein Nachfolgeabkommen für den 2021 auslaufenden START-Vertrag mit zahlenmäßigen Obergrenzen für strategische Atomsprengköpfe und ihre Trägersysteme (Interkontinentalraketen, U-Boote, Langstreckenbomber) einigen können, werden von Rüstungskontrollexperten als minimal beurteilt.“ Am 25. 3. 2019 wird Winfried Nachtwei, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und Mitglied der Friedensbewegung, eine Rückschau halten. Mit vielen Fotos wird er die Geschichte der Friedensbewegung im Münsterland erzählen und dabei auch einen Ausblick auf aktuelle Herausforderungen geben. Gibt es eine neue Zeit, vergleichbar mit der Massenbewegung gegen neue atomare Raketen in Europa zu Beginn der 1980er Jahre?  Schon jetzt ist geplant: Auch in diesem Jahr gibt es im Kreis Coesfeld Aktionen im Rahmen des Ostermarsches. Für Ostermontag rufen die Friedensgruppen zum Ostermarsch nach Dülmen auf, um dort für Frieden und Abrüstung und gegen eine neue atomare Bedrohungspolitik zu demonstrieren.

www.friedensfreundeduelmen.eu, www.fi-nottuln.de

Foto – Plakat Ostermarsch 80er Jahre im Kreis Coesfeld.

 

Mit freundlichem Gruß

Robert Hülsbusch

 

 

 

Friedensgruppen aus dem Münsterland beraten Aktionen für 2019

Ostermarschaktionen für das Münsterland geplant

 

Über Ostern werden an verschiedenen Orten im Münsterland Friedensaktionen in der Tradition der Ostermärsche stattfinden. Friedensgruppen aus verschiedenen Gemeinden – darunter aus Enschede (Niederlande), Münster, Nottuln, Gronau, Hamm, Olfen und Dülmen – trafen sich am Donnerstagabend in Münster. Gemeinsam wurden überörtliche Friedensaktionen für 2019 beraten. Die Friedensgruppen aus einem breiten Spektrum waren sich darüber einig, dass mit dem Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag eine internationale äußerst brisante Lage entsteht, in der ein neues atomares Wettrüsten auf europäischen Boden droht. Michael Stiels-Glenn, Friedensfreunde Dülmen: „Deshalb können wir die Politik nicht mehr allein den Regierenden überlassen. Die Bevölkerung muss wie in den 1980er Jahren der wachsenden Gefahr eines Atomkrieges entgegentreten.“ Weil das Münsterland zunehmend durch Wiedereröffnung schon geschlossener Militäranlagen und Depots und eine wachsende deutsch-niederländische Kooperation militarisiert werde, beschloss die Versammlung, als nächstes in der Tradition der Ostermärsche der Friedensbewegung zu gemeinsamen Aktionen am Osterfest aufzurufen. Karfreitag in Gronau, Karsamstag in Münster, Ostersonntag in Olfen und am Ostermontag in Dülmen und Hamm will man über die Grenzen von Parteien und Weltanschauungen auf die Straße gehen. Auch die Enscheder Friedensaktivisten werden sich über die Landesgrenze hinweg an den Aktionen beteiligen. In einem gemeinsamen Flyer soll über die Aktionen informiert und alle friedliebenden Menschen zur Teilnahme eingeladen werden. Weitere regionale Aktionsschwerpunkte soll es zum Tag der Bundeswehr am 15. Juni in Münster geben. Einen dritten Höhepunkt wollen die Friedensgruppen am 1. September organisieren, dem 80. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf Polen, mit dem der Zweite Weltkrieg begann.

Soziale Verteidigung – was fordert der BSV?

Soziale statt militärischer Verteidigung ist in vielen Fällen das geeignetere Mittel zur Lösung von Konflikten. 34  staatlichen Strukturen und zivilgesellschaftlichen Initiativen aussehen? Diese und viele weitere Fragen beschäftigten die Teilnehmer*innen des Kongresses.

Hier in der pdf-Datei weiterlesen:  IMG_20190101_0012

Fortsetzung auf Seite 2: IMG_20190101_0011

Agenda21Senden regt Beitritt von BM Sebastian Täger als Mayor for Peace an

Auch Senden sollte dabei sein.

600 Bürgermeister für den Frieden gibt es bereits in Deutschland. Auch etliche Bürgermeister/innen  von Gemeinden und Städten im Kreis Coesfeld sind bereits beigetreten.

Daher beschloss die Agenda21Senden auf ihrer Sitzung am 12.12.2018 die Anregung, dass auch der Gemeinderat von Senden dem BM Sebastian Täger empfehlen möge,  Mitglied bei den Mayors for Peace zu werden.

Anregung Mayors for Peace

MfP_Mitgliederliste_30.11.2018 (1)

02_Outline_in_german+Aug+2018 (1)

Entschieden für Frieden – Schwerpunkte in Europa anders setzen

  Forum Zentraler Friedensdienst

Thomas Oelerich, Referent vom Forum ZFD schrieb im Oktober 2018:

Die Bundesregierung scheint entschlossen, in den kommenden ]ahren deutlich mehr in Rüstung und Kriegsmaterial zu investieren. Betrug der Etat im Jahr 2016 noch 35,1 Milliarden Euro, stieg er 2017 auf rund 37 Milliarden Euro an. Im laufenden Jahr 2018 erhöhte sich der Militärhaushalt bereits auf 38,5 Milliarden Euro und für 2019 sollen es dann 42,9 Milliarden (+11,4%) sein. Von bis zu 85 Milliarden Euro im Jahr 2024 ist die Rede!

Eine (Fehl-)Entwicklung, die von der Bundesregierung auch auf europäischer Ebene vorangetrieben wird. Denn der europäische Verteidigungshaushalt soll in den kommenden Jahren ebenfalls finanziell ausgebaut werden.
Zeitgleich sind zivile Maßnahmen der Friedenspolitik Kürzungen im EU-Etat unterworfen. Geht damit die Grundidee einer Europäischen Union verloren, die einst Friedenskraft in Europa und darüber werden wollte?
Viele meinen, gegen diese Militarisierung der Außen- und Sicherheitspolitik ließe sich ja doch nichts ausrichten. Aber ähnlich pessimistische Stimme waren auch zum Widerstand gegen die Vernichtung des Hambacher Forstes zu hören. Es kam anders. Ein anderes Beispiel: Vor wenigen Wochen wäre es unvorstellbar gewesen, dass Zehntausende auf Großdemonstrationen in Hamburg oder Berlin (250.000 Menschen!) und an vielen anderen Orten in Deutschland ein derart eindrückliches Zeichen gegen Rassismus und Nationalismus setzen. Gemeinsam lässt sich etwas bewegen.
Für uns im forumZFD Grund genug, im kommenden Jahr anlässlich der bevorstehenden Europawahlen für ein Europa des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit zu werben. Denn wir sind überzeugt: Die geplante Militarisierung der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik wäre der vollkommen falsche Weg. Stattdessen ist es an der Zeit, zivile Maßnahmen der Konfliktbearbeitung auf nationaler und europäischer Ebene zu befördern.

Thomas Oelerich, Zentraler Friedensdienst

Der AK Frieden in der Agenda21Senden stimmt dem zu. Bei den Europawahlen in 2019 sollte man rechtzeitig die Parteiprogramme abklopfen und nur den Kandidaten seine Stimme geben, die sich eindeutig für die Stärkung der Zivilen Konfliktbearbeitung einsetzen und einen höheren Miltärhaushalt ablehnen.

Wegwerfverhalten – Warum ändern wir das nicht?

Von finnish eye – korle lagoon, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15233960

Kennen Sie Agbogbloshie?

Nein, werden viele von uns sagen.
Agbogbloshie ist der Name eines Stadtteils der ghanaischen Millionenmetropole ACCRA. Soweit wäre das kaum erwähnenswert, wenn nicht dort nördlich der Haupteinkaufszone direkt an einer Lagune eine riesige Mülldeponie auch für Elektroschrott existieren würde, auf der (ja Sie haben richtig gelesen) nicht an, sondern auf der ca 40000 Menschen leben, deren Überlebenskampf daraus besteht, unseren Müll und vor allen Dingen unseren Elektoschrott versuchsweise zu recyclen. Diese Versuche sind nicht organisiert und werden von den Menschen dort völlig unsachgemäß ausgeführt. Das ist nicht die Schuld der Menschen vor Ort. Die Recyclingversuche werden teilweise mit bloßen Händen über offenen Feuern gemacht. Dass dabei hochgiftige Dämpfe entstehen, ist den meisten Menschen vor Ort zwar bekannt, aber da dieser hauptsächlich aus Europa stammende Elektroschrott illegal durch mafiaähnliche kriminelle Organisationen eingeführt wird, haben die Menschen dort keine Möglichkeit, andere nicht gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze zu bekommen, denn solche Arbeitsplätze existiere dort kaum. Die Leute gehen aus dem Willen zu Überleben das Risiko ein, durch ihre Arbeit an unserem Schrott zu erkranken und auch zu sterben. Aber nicht erst in hohem Alter, sondern schon vor dem 60. Lebensjahr. Auf der Müllkippe organisieren Menschen ihr Leben weitestgehend selbst, ohne Krankenversorgung und finanzielle Unterstützung von niemandem.
Sehenswert dazu der Film über diese Müllkippe in Agbogbloshie: „Welcome to Sodom“.
Aber vorsicht: das Anschauen dieses Filmes „Welcome to Sodom“ kann bei dem Betrachter zu unkontrollierten Reaktionen führen wie z. Beispiel Wut auf sich selbst und unser Wegwerfverhalten. Noch schlimmer wäre es ja, wenn es Betrachter geben würde, die sich zukünftig engagieren würde, da was zu ändern.
Das Motto: „welcome to heaven“
Wir fordern als Erstmaßnahmen:
# durch UN und EU Gelder für den Aufbau von Recyclingfabriken zu sorgen
# durch Schutzkleidung und geschützte Arbeitsstellen die Gesundheit der Menschen in den neu zu schaffenden Recycling Unternehmen zu sichern
# durch die Bezahlung von an dem BIP Ghanas orientierten fairen Löhnen Menschen von der  Müllkippe wegzubekommen
# durch den Einsatz nur von dringend benötigten Maschinen die Zahl der geschützten und gesunderhaltenden Arbeitsplätze in den Fabriken so lange so groß wie möglich zu halten. Es ist uns klar, dass auf die Dauer durch die technologische Entwicklung ein Einsatz von weiteren Maschinen nicht zu verhindern sein wird, was dann unter Umständen zu Arbeitspaltzverlusten führen kann.
Ziel muss es sein, so schnell wie möglich, die auch durch unseren Müll enstandenen menschenunwürdigen und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen zu beseitigen.
Joachim F. Gogoll